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Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg

ZSW, Forschungsinstitut

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ist ein Forschungsinstitut, das angewandte Forschung vor allem auf dem Gebiet der Lithium-Ionen-Batterien, Brennstoffzellen und Solarzellen sowie Politikberatung und Energiewende-Monitoring für das Land Baden-Württemberg und das Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft und Energie betreibt.

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg
Kategorie: Forschungseinrichtung
Rechtsform des Trägers: Stiftung des bürgerlichen Rechts[1]
Sitz des Trägers: Stuttgart
Außenstelle: Merklingen
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Energietechnik
Fachgebiete: Photovoltaik, Wasserstofftechnik, Energiespeicher
Leitung: Frithjof Staiß, Michael Powalla, Werner Tillmetz (bis 30.9.2018)[1]
Mitarbeiter: 260 feste Mitarbeiter + 90 wissenschaftl. und student. Hilfskräfte
Homepage: www.zsw-bw.de

Geschichte und OrganisationBearbeiten

Das ZSW wurde 1988 als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts von den Universitäten Stuttgart und Ulm, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Land Baden-Württemberg mit den Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft und einigen Unternehmen gegründet.[1][2][3] Der Sitz des ZSW ist in Stuttgart und Ulm.[2] Das ZSW hat rund 260 Mitarbeiter sowie weitere 90 studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte.[2] Geleitet wird das Institut von Frithjof Staiß, Michael Powalla und bis 30. September 2018 von Werner Tillmetz[1]. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers von Werner Tillmetz wird der Geschäftsbereich Elektrochemische Energietechnologien in Ulm kommissarisch geleitet von Dr. Ludwig Jörissen und Dr. Margret Wohlfahrt-Mehrens.

Neubauten für das ZSW: Im Jahr 2014 wurde in Ulm ein Erweiterungsbau für eine Forschungsproduktionslinie errichtet.[4] Im Jahr 2017 fand in Stuttgart der Umzug in den Neubau der Zentrale des ZSW an der Meitnerstraße 1 im Step-Areal, dem Stuttgarter Engineering Park, zwischen Universitätsgelände und Österfeld statt.[5]

Am 15. Oktober 2018 feierte das ZSW im Haus der Wirtschaft sein 30-jähriges Institutsjubiläum.[6] Am 24. Januar 2019 wurde das ZSW für sein nachhaltiges Institutsgebäude in Stuttgart vom Umweltministerium Baden-Württemberg als "Ort voller Energie" ausgezeichnet.[7][8]

Girona
Stuttgart
Ulm
Merklingen
Ausschnitt Baden-Württemberg
Standorte des ZSW

ForschungsaktivitätenBearbeiten

Die Forschungsschwerpunkte des ZSW sind:[2][9]

 
Solar-Testfeld Widderstall bei Merklingen

Unter Anderem betreibt das ZSW mehrere Forschungsanlagen:

  • Bei Merklingen verfügt das ZSW seit 1989 über das Solar-Testfeld Widderstall.[11][12]
  • Im Oktober 2012 nahm das ZSW die mit einer Anschlussleistung von 250 kW zum damaligen Zeitpunkt weltgrößte Power-to-Gas-Anlage zur Produktion von Methan in Betrieb; sie dient als Versuchsanlage zur Lösung des Problems der Speicherung überschüssigen Ökostroms.[13]

Die Forschung im Bereich der Speicherung von überschüssiger Energie in Form von Erdgas findet in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES statt.[14] Die Forschungsaktivitäten im Bereich Power to Gas erweckte in den Jahren 2011 und 2012 ein breites mediales Interesse.[15]

Bereits Ende der 1980er Jahre wurde am ZSW über Wasserstoff als Kraftstoff für Fahrzeuge geforscht.[16] Die Zeit bezeichnete damals Baden-Württemberg als führend in der Erforschung der Wasserstofftechnologie, die Gründung des ZSW sei erfolgt, um die Kompetenzen des Bundeslandes zu bündeln.[16]

Die 2006 bei Würth Solar in Betrieb gegangene weltgrößte Fabrik für Dünnschicht-Solarzellen ist, ausgehend von Grundlagenerkenntnissen der Universität Stuttgart, durch das ZSW zur Produktionsreife entwickelt worden.[17]

MitgliedschaftenBearbeiten

Das ZSW ist Mitglied im ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE), dem Windenergie Forschungsnetzwerk Süd (WindForS) und in der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW).[2][9][18] Außerdem ist das ZSW Mitglied in der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) von Bundeswirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium,[19] sowie Partner der Strategieplattform Power to Gas der Deutschen Energie-Agentur (dena).[20]

 
Institutsgebäude des ZSW in Stuttgart

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung: ZSW. Abgerufen am 20. Dezember 2018.
  2. a b c d e f g h i j k l m ZSW. Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, abgerufen am 25. Januar 2017.
  3. ZSW: Geschichte. Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, abgerufen am 25. Januar 2017.
  4. Axel Vartmann: Schub nach vorne für die deutsche Batterieproduktion. In: oekonews.at. 14. Dezember 1998, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  5. Rebecca Beiter: Energiewende auf dem Step-Areal. Stuttgarter Zeitung, 1. November 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  6. 30 Jahre Forschung für die Energiewende – ZSW feiert Jubiläum. Abgerufen am 21. Februar 2019.
  7. Institutsgebäude des ZSW ausgezeichnet. Abgerufen am 21. Februar 2019.
  8. ZSW Stuttgart – Eine Fassade, die Energie erzeugt. Abgerufen am 21. Februar 2019.
  9. a b c d e f g h i j Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg. Energie mit Zukunft. ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE), abgerufen am 10. Dezember 2012.
  10. Presseinformation 09/2016. (PDF) Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, abgerufen am 25. Januar 2017.
  11. Peter Lechner: PV-Testfeld. ZSW, abgerufen am 26. Januar 2017.
  12. Europas größtes PV-Testfeld erweitert. Sonne Wind & Wärme, 13. Oktober 2013, abgerufen am 26. Januar 2017.
  13. ZSW: Weltweit größte Power-to-Gas-Anlage zur Methan-Erzeugung geht in Betrieb. (Pressemitteilung) (Nicht mehr online verfügbar.) Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, 30. Oktober 2012, archiviert vom Original am 8. November 2012; abgerufen am 10. Dezember 2012.
  14. Ökostrom als Erdgas speichern. (Pressemitteilung) Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, 26. April 2010, abgerufen am 10. Dezember 2012.
  15. Beispiele:
  16. a b Helga Keßler: Der Stoff, aus dem die Träume sind. Wasserstoff als Zukunftsenergie. In: Die Zeit. 8. September 1989, abgerufen am 10. Dezember 2012.
  17. Frithjof Staiß wird neuer Chef des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). In: SolarServer. Heindl Server GmbH, 27. Juni 2007, abgerufen am 10. Dezember 2012.
  18. Forschung: Netzwerk WindForS startet in Süddeutschland. Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), 7. Juni 2011, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  19. Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat). (Nicht mehr online verfügbar.) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 21. Januar 2010, archiviert vom Original am 5. November 2012; abgerufen am 10. Dezember 2012.
  20. ZSW Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg. Deutsche Energie-Agentur (dena), abgerufen am 12. Dezember 2012.