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Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik

Die Abteilung 5 – Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik (IKTZ) des Bundespolizeipräsidiums ist der technische Dienstleister der deutschen Bundespolizei mit Hauptsitz in Potsdam.

Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik
— IKTZ —
Logo
Staatliche Ebene Bund
Aufsichtsbehörde Bundesministerium des Innern (Abteilung B)
Gründung 1. April 1955 als „Gruppe Fernmeldewesen; Eingliederung in das IKTZ der Bundespolizei: 1. März 2008“
Hauptsitz Potsdam
Website www.bundespolizei.de

Inhaltsverzeichnis

AufgabenBearbeiten

Zu den Aufgaben des IKTZ gehören unter anderem die Unterstützung des Bundesamtes für Verfassungsschutz auf dem Gebiet der Funktechnik gemäß § 10 BPolG, die Unterstützung der ermittlungsführenden Dienststellen der Bundespolizei durch technische Aufklärungsmaßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Kriminalitätsbekämpfung sowie die Unterstützung anderer Bedarfsträger, z. B. das Bundeskriminalamt, das Zollkriminalamt und die Polizeien der Länder. Beim IKTZ und seinen Vorgängern handelt es sich nicht um einen Geheim- oder Nachrichtendienst. Aufgaben werden gemäß dem Bundespolizeigesetz wahrgenommen, welches den gesetzlichen Handlungsrahmen für das IKTZ bindend vorschreibt.

GliederungBearbeiten

Die Abteilung 5 gliedert sich wie folgt:[1]

  • Zentralstelle IKT-Fachlichkeit
  • Referat 51 – IKT-Strategie, CERT
  • Referat 52 – Infrastruktur
  • Referat 53 – Service
  • Referat 54 – Produktmanagement
  • Referat 56 – Funkaufklärung
  • Referat 57 – Sprech- und Datenfunk
  • Strategie- und Forschungszentrum Telekommunikation

Im Einheitsaktenplan der Bundespolizei ist das Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik (IKTZ) unter der Obergruppe 18 05 Spezialverbände/-einheiten geführt.[2]

GeschichteBearbeiten

Das IKTZ als Abteilung 5 des Bundespolizeipräsidiums ging 2008 aus der „Bundespolizei-Zentralstelle für Information und Kommunikation“ (BPOLZSIUK) hervor, welche bis 30. Juni 2015 Bundesgrenzschutz-Zentralstelle für Information und Kommunikation (BGSZSIUK) hieß. Diese entstand am 1. November 1996 aus einer Zusammenlegung der Gruppe Fernmeldewesen des BGS mit den parallel existierenden Fernmeldediensten des damaligen Bundesgrenzschutzpräsidiums West hervor.

Die ursprüngliche Gruppe Fernmeldewesen (intern auch „Gruppe F“ genannt) wurde am 1. April 1955 am BGS-Standort Hangelar aufgestellt und im November 1975 nach Swisttal-Heimerzheim verlegt. Der Dienst war in den ersten Jahren vor Gründung des Verfassungsschutzes im Rahmen der Spionageabwehr auch mit der Erfassung und Auswertung der Geheimdienstaktivitäten aus den Ostblock-Staaten betraut. Dafür zuständig war unter anderem der Funkbeobachtungsdienst der Gruppe Fernmeldewesen (Gruppe F), der genau wie die anderen Abteilungen an BGS-Standorten in Rosenheim, Heimerzheim, Lübeck-Strecknitz und Meppen stationiert war.[3]

Im Bundesministerium des Innern war die Bundesgrenzschutz-Zentralstelle für Information und Kommunikation (BGSZSIUK) mit einer „Ingenieurgruppe des BMI“ vertreten, die direkt dem Bundesinnenminister unterstand. Die Ingenieursgruppe war dabei unter anderem für die Spionageabwehr im Innenministerium und die Bearbeitung besonders geheimer Maßnahmen zuständig. Auch auf Abhöraktionen war die Fachabteilung der Gruppe F spezialisiert.

Zur Zeit des Deutschen Herbstes im Jahr 1977 installierten Mitarbeiter der Gruppe F in dem RAF-Gefängnis Stuttgart-Stammheim Abhörgeräte in den Zellen der RAF-Häftlinge um Andreas Baader.[4]

Während die Gruppe F am Standort Heimerzheim verblieb, wurde die „Ingenieurgruppe des BMI“ gemeinsam mit einer Unterabteilung des Bundesnachrichtendienstes in das 1991 geschaffene Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn-Mehlem ausgegliedert.

Bis 1994 wurde die Bundesgrenzschutz-Zentralstelle für Information und Kommunikation (BGSZSIUK) nur auf besondere Dienstanweisung der Bundesinnenminister betrieben und erst 1994 mit seinen zur damaligen Zeit 500 Mitarbeitern durch ein neues BGS-Gesetz nachträglich legalisiert.[5]

TechnikBearbeiten

Bis 1994 wurden vier Aufklärungsdienststellen betrieben, die für ihre Aufgaben auch vier abgesetzte Kurzwellen-Peilstellen besaßen:

Die zentrale Auswertung erfolgt in Potsdam. Dort werden auch die meisten drahtgebundenen IT-Daten ausgewertet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einheitsaktenplan der Bundespolizei. In: www.bundespolizei.de. Bundespolizei, 24. Mai 2018, abgerufen am 16. Dezember 2018.
  2. Organisationsplan Bundespolizeipräsidium. FIMST BPOL – 11 00 05 – BPOLP. In: www.bundespolizei.de. Bundespolizei, 5. September 2018, abgerufen am 16. Dezember 2018.
  3. a b Manfred Bischoff: Eine Besonderheit stellt der Bereich Funkbeobachtung/Funküberwachung durch den Bundesgrenzschutz (BGS) bzw. durch die Bundespolizei (BPOL) der Bundesrepublik Deutschland dar. In: www.manfred-bischoff.de. Manfred Bischoff, abgerufen am 16. Dezember 2018.
  4. Die Nacht von Stammheim – Was wussten die Geheimdienste? In: www.spiegel.de. Der SPIEGEL, 8. September 2007, abgerufen am 16. Dezember 2018.
  5. RAF-Serie (I) – Der letzte Akt der Rebellion. In: www.spiegel.de. Der SPIEGEL, 10. September 2007, abgerufen am 16. Dezember 2018.