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Zentralkommission für Sport und Körperpflege

deutsche Organisation

Die Zentralkommission für Sport und Körperpflege war ein Dachverband des Arbeitersports in Deutschland. Sie wurde am 17. November 1912 gegründet. Als Zweck wurde die „systematische Agitation gegen die bürgerlichen gleichartigen Verbände“ bezeichnet. Ab 1921 strebte die Zentralkommission den organisatorischen Zusammenschluss zu einem Einheitsverband an. Jedoch traten ihr bis zum Ende der Weimarer Republik nicht alle Arbeitersportverbände bei. Um ihrem Ziel Ausdruck zu verleihen, benannte sie sich dennoch am 14. Dezember 1922 um in Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege.

Ab 18. Oktober 1921 gab die Kommission wöchentlich die Deutsche Arbeitersportzeitung heraus, die ab 15. Januar 1928 unter dem Namen Sportpolitische Rundschau als Zeitschrift monatlich erschien.

Am 12. Mai 1933 löste sich die Zentralkommission nach wachsendem Druck der Nationalsozialistischen Regierung selbst auf.

Wichtigster Funktionär war Fritz Wildung, Geschäftsführer während der gesamten Zeit des Bestehens sowie Schriftleiter der Sportpolitischen Rundschau. Fritz Wildung war der Vater der SPD-Politikerin Annemarie Renger.

Angeschlossene VerbändeBearbeiten

1931 gehörten der Zentralkommission elf Verbände mit über 17.000 Vereinen und 1,3 Millionen Mitgliedern an:

Name Vereine Mitglieder
Arbeiter-Turn- und Sportbund 6.886 738.048
Arbeiter-Radfahrerbund „Solidarität“ 4.951 320.000
Touristenverein „Die Naturfreunde“ 1.010 87.575
Arbeiter-Athletenbund Deutschlands 1.206 63.316
Arbeiter-Samariterbund 1.209 42.757
Verband „Volksgesundheit“ 112 15.393
Deutscher Arbeiter-Schachbund 460 12.850
Arbeiter-Keglerbund 835 8.216
Arbeiter-Anglerbund 142 6.500
Deutscher Arbeiterschützenbund 412 5.579
Freier Seglerverband 37 2.100
Gesamt 17.260 1.302.334

LiteraturBearbeiten

  • Hans Joachim Teichler, Gerhard Hauk (Hrsg.): Illustrierte Geschichte des Arbeitersports. Dietz, Berlin, Bonn 1987, ISBN 3-8012-0127-9.
  • Arnd Krüger: The German way of worker sports. In: Arnd Krüger, James Riordan (Hrsg.): The Story of Worker Sport. Human Kinetics, Champaign IL 1996, S. 1–25. ISBN 0-87322-874-X.
  • Oliver Kersten: Die Naturfreundebewegung in der Region Berlin-Brandenburg 1908–1989/90. Kontinuitäten und Brüche. Dissertation. Freie Universität Berlin 2004. Freizeit und Wandern, Berlin 2007, ISBN 978-3-925311-31-4, bes. S. 41 f., 89–94, 191–193, 271–291.
  • Carl Diem (Hrsg.): Jahrbuch der Leibesübungen 1931. Jahrbuch für Volks- und Jugendspiele. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1931.