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Die Zentrale Datenbank Nachlässe (ZDN) ist eine vom Bundesarchiv erstellte Datenbank, in welcher Ende 2017 über 30.000 Nachlässe aus dem deutschsprachigen Raum teilweise sogar in mehreren Teilbeständen erfasst sind. Durch fortlaufende Aktualisierungen sowie Neuanmeldungen von überwiegend deutschen Archiven werden die Einträge ergänzt. Vor allem für die historische Forschung steht damit ein sehr umfassendes und wertvolles Hilfsmittel zur Verfügung. Viele Findbücher sind mit der ZDN verlinkt. Dadurch ist ein schneller Zugang zum nachlassführenden Archiv gegeben.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Zentrale Datenbank Nachlässe (ZDN) baut auf dem von Wolfgang A. Mommsen publizierten Verzeichnis Die Nachlässe in den deutschen Archiven (Teil 1 1971, Teil 2 1981)[1] auf, das ca. 7000 Nachlässe mit ihren Standorten, kurzen Angaben zur Biografie sowie Art und Inhalt der Überlieferung nachweist. In der Vergangenheit war es ein mühsames Unterfangen, sich über den Verbleib eines Nachlasses zu informieren. Es war notwendig, mehrere Verzeichnisse durchzusehen, die jedoch keine Garantie für eine Aktualität vorweisen konnten. Meist verging über ein Jahrzehnt, bis ein aktuelles Verzeichnis herausgegeben werden konnte, da jede Veröffentlichung eines Bandes langwierige Recherchen erforderte. Hinzu kommt, dass die Bände bei den Ablieferungen an die Buchhandlungen bereits überholt waren. Nach Abschluss seiner Erhebungen hatte Mommsen beispielsweise nicht weniger als vier Jahre Zeit für die Erstellung der umfangreichen Indizes und für die Drucklegung benötigt, so dass Band II mit dem Bearbeitungsstand Mitte des Jahres 1979 erst 1983 erscheinen konnte. Aus personellen Gründen war es in den folgenden Jahren nicht möglich, die Arbeit im Bundesarchiv weiterzuführen. Informationen zu Nachlässen wurden zwar in einer Nachlasskartei notiert und bei Anfragen weitergegeben, aber nicht mehr systematisch gesammelt.

Im Jahr 1986 verabschiedete der Verein deutscher Archivare (VdA) eine Resolution, in der die Fortschreibung der bekannten gedruckten Handbücher von Mommsen unter Einsatz der EDV als vordringliche Aufgabe bezeichnet wurde. Doch auch im Jahr 1992 konnte nicht mit dem Aufbau der Datenbank begonnen werden. Erst zu diesem Zeitpunkt bestanden im Bundesarchiv die personellen Voraussetzungen für eine neue Umfrageaktion. Ebenfalls waren die technischen Bedingungen für die Bearbeitung der Meldungen und ihre Speicherung in einem EDV-System vorher nicht gegeben. Es erwies sich im Nachhinein für den Qualitätsstandard sogar als günstig, dass die Fortschreibung des Nachlassverzeichnisses nicht zu einem früheren Zeitpunkt gegeben war.

Im Jahre 1988 wurde in der DDR unter Federführung der Deutschen Staatsbibliothek (heute: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz) mit der Erstellung eines Verzeichnisses der Nachlässe in Bibliotheken, Archiven und Museen begonnen, jedoch ergab sich trotzdem kein vollständiges Bild, da der Rücklauf der Fragebögen zu wünschen übrig ließ. Viele Informationen durften aus politischen Gründen nicht weitergegeben werden, so dass es galt, manche Lücke im Verzeichnis zu schließen.

Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ermöglichte es, die unvollständigen Informationen über Nachlässe in Archiven der DDR zu ergänzen und damit ein wesentliches Defizit des Verzeichnisses von Mommsen zu beheben.

Im Sommer des Jahres 1992 wurde bekannt, dass die Staatsbibliothek zu Berlin eine Neuauflage von Ludwig Deneckes Verzeichnis Nachlässe in den Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland (1969)[2] plane. Die Idee, bei der Neubearbeitung des Nachlassverzeichnisses zusammenzuarbeiten, fand in beiden Institutionen positive Resonanz. Gemäß der Arbeitsteilung mit der Staatsbibliothek zu Berlin erfolgt der Nachweis von Nachlässen in Bibliotheken im Onlinekatalog des Kalliope-Verbunds, der auf die 1966 in West-Berlin gegründete „Zentralkartei der Autographen“ (ZKA) zurückgeht.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  • Das Bundesarchiv – Zentrale Datenbank Nachlässe: Einführung. In: nachlassdatenbank.de, 2004/2005

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Nachlässe in den deutschen Archiven (mit Ergänzungen aus anderen Beständen) (= Verzeichnis der schriftlichen Nachlässe in den deutschen Archiven und Bibliotheken. Band 1, Teil I und II; Schriften des Bundesarchivs. Bde. 17/I und 17/II). Bearb. von Wolfgang A. Mommsen. Bd. 1: Boldt, Boppard 1971, ISBN 3-7646-1544-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche); Bd. 2: ebenda 1983, ISBN 3-7646-1816-7.
  2. Die Nachlässe in den Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland (= Verzeichnis der schriftlichen Nachlässe in den deutschen Archiven und Bibliotheken. Band 2). Bearb. von Ludwig Denecke. Boldt, Boppard am Rhein 1969, DNB 458530786; 2. Aufl. Völlig neu bearb. von Tilo Brandis. Ebenda 1981, ISBN 3-7646-1802-7.