Hauptmenü öffnen

Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge Berlin

Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylsuchende

Die Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge Berlin in der Darwinstraße 14–18[1] im Berliner Ortsteil Charlottenburg fungiert offiziell als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylsuchende, die in Berlin eintreffen.

GeschichteBearbeiten

Vor 1989 wurde ein Gelände von dem nahegelegenen Osram-Lampenwerk in Siemensstadt genutzt. 1989 pachtete es die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und brachte in den in Containerbauweise neu errichteten Gebäuden Spätaussiedler unter. Im Jahr 1995 wurden die letzten „Spätaussiedler“ verlegt, anschließend begann die Nutzung zur Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen, denen lediglich eine „Duldung“ zugestanden wird.

Seit dem 29. April 2019 ist das neue (Interims)-Ankunftszentrum auf dem Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik-Gelände in Reinickendorf in Betrieb.

LageBearbeiten

 
Ehemaliges Asylbewerberheim in der Motardstraße

Die ZASt befand sich mitten in einem reinen Industriegebiet, nördlich angrenzend an den Kohlehalden des Kraftwerks Reuter in der Motardstraße. Eine Infrastruktur ist in der Umgebung – außer dem U-Bahnhof Paulsternstraße und den Geschäften des am U-Bahnhof gelegenen Siemensstadt-Parks – weder für Erwachsene noch Kinder vorhanden.

VerpflegungBearbeiten

Die Bewohner erhalten „Vollverpflegung“ der Firma R+Z. Dabei wird in der Regel keine besondere Rücksicht auf krankheitsbedingte Unverträglichkeiten genommen. Morgens und abends gibt es Brötchen, mittags kann man zwischen zwei Essen wählen.

KritikBearbeiten

Kritiker mahnen, die Unterkünfte in der Motardstraße würden faktisch als Ausreisezentrum und nicht wie offiziell verlautbart nur als zentrale Erstaufnahmestelle für Neuankömmlinge genutzt. Die Anlage wurde im Juni 2017 geschlossen und komplett abgerissen. Laut Kritikern sollen die dort lebenden Menschen durch die relativ schlechten Lebensbedingungen zu einer freiwilligen Ausreise genötigt werden. Einige der Bewohner leben bereits seit Jahren in Berlin, sind im Besitz einer Duldung, wurden aber angewiesen, in die Motardstraße zu ziehen. Andreas Bossmann von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales erklärte dazu: „Die Einrichtung Motardstraße dient neben der Unterbringung von Asylbewerbern in der ersten Phase der Antragstellung auch der Unterbringung anderer Personenkreise, um einen kostenaufwendigen Leerstand zu vermeiden. […] An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass der Berliner Rechnungshof vehement die Berliner Bezirke aufgefordert hat, das Sachleistungsprinzip strikt einzuhalten.“[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten