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Zeha Berlin Schuh Design

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1897
2002 Wiedergründung
Auflösung August 1993 (vorläufig)
Auflösungsgrund Abwicklung
Sitz ehemals Weida; aktuell Berlin-Prenzlauer Berg, Prenzlauer Allee 214
Leitung Alexander Barré
Umsatz unbekannt
Branche Schuhe
Website www.zeha-berlin.de

Die Zeha Berlin Schuh Design Gesellschaft ging durch Übernahme der Markenrechte aus der Zeha Schuhfabrik Hohenleuben hervor. Diese war ein Schuhhersteller, der Ende des 19. Jahrhunderts in Thüringen als Leder-Manufaktur für Damen- und Herrenschuhe von Carl Häßner gegründet wurde. Schon bald wurde der Schwerpunkt der Produktion auf Sportschuhe ausgerichtet. Nach vorübergehendem Aus 1993 infolge der deutschen Wiedervereinigung belebte ein Privatmann den Markennamen 2002 wieder und produziert, vertreibt und exportiert als Zeha Berlin seitdem Zeha-Schuhe. Die Marke wird als älteste Turnschuhmarke Deutschlands bezeichnet.

GeschichteBearbeiten

Der Name geht zurück auf die Initialen von Carl Häßner, der 1897 im thüringischen Weida eine Schuhfabrik gegründet hatte: C (Aussprache „ze“) und H (Aussprache „ha“).[1]

 
Belegschaft der Zeha-Schuhfabrik mit dem Markenzeichen 1925

Die Schuhe der Zeha-Fabrik erfreuten sich nach dem Ersten Weltkrieg großer Nachfrage in Deutschland, aber mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Fabrik vorübergehend geschlossen. Doch bald darauf nahm Carl Häßner im benachbarten Hohenleuben den Betrieb mit der Produktion eines Fußballschuhs wieder auf. Darauf aufbauend entwickelte er in Zusammenarbeit mit den Sportzentren Spezialsportschuhe für zahlreiche Sportarten. Markenzeichen der Schuhe waren zwei Doppelstreifen, die in einem Winkel zueinander angeordnet waren. 1954 wurde das Warenzeichen Zeha gegründet und eingetragen.[2]

Im Jahr 1960 wurde Zeha offizieller Ausstatter der DDR-Olympiamannschaft, 1962 der Nationalmannschaft der UdSSR bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Chile; im Jahr 1964 erhielt auch die CSSR-Fußballmannschaft Zeha-Schuhe. Anlässlich der Leipziger Messe 1965 wurde Zeha mit einer Goldmedaille für außergewöhnliche Leistungen im Sportschuhbereich prämiert. 1972 wurde Häßners Firma in Volkseigentum überführt. Dem neuen VEB Spezialsportschuh Hohenleuben gelang es nach DDR-weiter Verbreitung Ende der 1970er Jahre auch auf dem schwedischen Markt Fuß zu fassen. Nach dem Fall der Mauer wurde aus dem VEB die Zeha Schuhfabrik Hohenleuben GmbH. Diese stellte 1993 die Produktion ein.[2]

Die Zeha Berlin GesellschaftBearbeiten

Der Berliner Maschinen- und Anlagenmonteur Alexander Barré kam mehr oder weniger zufällig mit Zeha-Sportschuhen aus DDR-Produktion in Kontakt. Nach einer Rückfrage in der Stadtverwaltung Weida erhielt Barré Zugang zur stillgelegten Schuhfabrik und zum Heimatmuseum. Dabei entdeckte er alte Produktkataloge, Leisten, Lederschäfte, Spikes und einige Einzelstücke wie einen Angler-Turnierschuh. Dies veranlasste ihn, die 2002 gerade abgelaufenen Markenrechte der Zeha-Produkte für 300 Euro zu erwerben. In Kontakt mit Verwandten (unter anderem mit der Urenkelin des Firmengründers) und ehemaligen Mitarbeitern des Carl Häßner-Familienbetriebs sowie mit den alten Unterlagen und der Idee, die Doppelstreifenschuhe wieder am deutschen Markt zu etablieren, begann Barré innerhalb der EU nach einem Produzenten zu suchen. Darüber hinaus fand er mit Torsten Heine einen Geschäftspartner. Sie gründeten das Unternehmen Zeha Berlin AG. Testproduktionen in Italien, in Polen und in der Slowakei verliefen erfolglos, schließlich fand sich eine Schuhfabrik in Portugal, die die Sportschuhe herstellt. Die Einzelverkaufspreise der Schuhe liegen um 220–250 Euro.

Auch in den USA ist man auf die „ostdeutsche Antwort auf Adidas und Puma“ aufmerksam geworden: das Wirtschaftsmagazin Bloomberg Business Week berichtete über das Unternehmen, das die älteste deutsche Schuhsportmarke wiederbelebt hat.[1]

Im Jahr 2013 verließ Torsten Heine das Unternehmen.

Sortiment und VertriebBearbeiten

  • Im Jahr 2003 kam die erste neue Zeha-Sneaker-Produktion auf den Markt, die mit „extrem leicht“ sowie „perfekt gedämpft“ beworben wurde.
  • Inzwischen haben sich die Urban Classic Kollektion als Gegenstück zu den Sportschuhen, handgefertigte Lederschuhe sowie
  • Schuhe für verschiedene Sportarten wie Fußball, Handball, Fechten oder Turnierangeln etabliert.
  • Accessoires und Taschen im angepassten Design ergänzen das Zeha-Angebot.[2]

Im Jahr 2008 eröffnete Zeha Berlin die ersten eigenen Verkaufseinrichtungen in Berlin, 2012 folgte der ein Geschäft in Mannheim. Als Besonderheit sind sie alle im Retrolook der 1960er Jahre ausgestattet und stellen damit eine Reminiszenz an die Hochzeit der ursprünglichen Firma dar.[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Jochen Knoblach: Der Schuh-Fabrikant. In: Berliner Zeitung, 21. Juni 2019, S. 10.
  2. a b c d Geschichte von Zeha auf der Firmenhomepage. Zeha Berlin, abgerufen am 22. Juni 2019.