Yannick Nézet-Séguin

kanadischer Dirigent

Yannick Nézet-Séguin (* 6. März 1975 in Montreal) ist ein kanadischer Dirigent. Er ist Musikdirektor der Metropolitan Opera in New York, des Philadelphia Orchestra und des kanadischen Orchestre Métropolitain.

Nézet-Séguin, 2010

Leben und WerkBearbeiten

Yannick Nézet-Séguin wurde als Sohn von Claudine Nézet und Serge Séguin geboren.[1] Im Alter von fünf Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht, mit neun Jahren wurde er Mitglied des Vokalensemble Choeur Polyphonique de Montréal.[2] 1995 begann er ein Studium am Conservatoire de musique du Québec in den Fächern Klavier, Komposition und Dirigieren. Parallel dazu war er am Westminster Choir College in Princeton Schüler von Joseph Flummerfelt und Hermann Max.[3] Ab 1997 wurde er zusätzlich von Carlo Maria Giulini unterrichtet. Giulini wurde zur „künstlerische[n] Vaterfigur“ Nézet-Séguins und hatte einen prägenden Einfluss auf seine weitere berufliche Entwicklung.[4]

Seit 2000 ist Nézet-Séguin Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des kanadischen Orchestre Métropolitain, eine Position, für die er 2019 einen Vertrag auf Lebenszeit unterschrieb.[5] Nach Gastauftritten beim Rotterdams Philharmonisch Orkest wirkte er dort von 2008 bis 2018 ebenfalls als Chefdirigent, seit 2018 ist er Ehrendirigent.[6] Im März 2007 arbeitete er erstmals mit dem London Philharmonic Orchestra zusammen und war von 2008 bis 2014 dessen gewählter erster Gastdirigent.[7]

 
Nézet-Séguin mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra (2011)

Internationales Aufsehen erregte Nézet-Séguins Debüt bei den Salzburger Festspielen 2008 mit Roméo et Juliette von Charles Gounod. Seither dirigiert er regelmäßig die wichtigsten Orchester, „von den Berliner Philharmonikern bis zum Chicago Symphony Orchestra“ und gastiert an den bedeutendsten Konzerthäusern, „von der Mailänder Scala bis zur Londoner Covent Garden Opera“.[8]

Nézet-Séguin ist seit 2012 Musikdirektor des renommierten Philadelphia Orchestra, nachdem er dort bereits seit der Spielzeit 2010/11 als designierter Musikdirektor tätig war.[9] Sein Vertrag wurde im Januar 2015 bis ins Jahr 2022 verlängert.[10] Im September 2018 wurde er zusätzlich Musikdirektor der Metropolitan Opera, die sich von ihrem Chefdirigenten James Levine vorzeitig getrennt hatte.[11][12] An der „künstlerischen Planung des Opernhauses“ ist er seit dem Frühjahr 2016 beteiligt.[13]

Das Konzerthaus Dortmund war ab Herbst 2013 Nézet-Séguins „europäische[r] Fixpunkt“. Während drei Spielzeiten war er als Exklusivkünstler für die Reihe The Yannick Experience verpflichtet.[14]

Sein Lebenspartner ist der Geiger und Chorleiter Pierre Tourville.[15] Nézet-Séguin „lebt in Montreal, Philadelphia und Rotterdam“ und ab 2016 „auch in New York“.[16]

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Yannick Nezet-Seguin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Walter Weidringer: Feuertaufe. Yannick Nézet-Séguin. Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Dezember 2012, archiviert vom Original am 21. Dezember 2015; abgerufen am 9. Dezember 2015.
  2. Daniel J. Wakin: Maestro With the Turtle Tattoo. The New York Times, 11. Januar 2013, abgerufen am 3. Juni 2016 (englisch).
  3. Meldung bei klassik.com vom 21. November 2007
  4. Guido Fischer: Yannick Nézet-Séguin. Der Überflieger. Rondo, abgerufen am 23. Januar 2016 (Ausgabe 1/2010).
  5. Robert Rowat: Yannick Nézet-Séguin has renewed his contract with Montreal's Orchestre Métropolitain – for life. In: CBC/Radio-Canada. 16. September 2019, abgerufen am 29. Januar 2020.
  6. Dirigenten des Rotterdams Philharmonisch Orkest, abgerufen am 29. Januar 2020
  7. Biographie auf: highresaudio, abgerufen am 29. Januar 2020
  8. Claus Spahn: Dirigent Yannick Nézet-Séguin: Der Gummiball im Feengarten. Die Zeit, 11. Februar 2010, abgerufen am 23. Januar 2016.
  9. Philadelphia Orchestra - Yannick Nézet-Séguin - Rehearsal 10 27 10. In: YouTube. The Philadelphia Orchestra, 28. Oktober 2010, abgerufen am 23. Januar 2016 (englisch).
  10. Michael Cooper: Yannick Nézet-Séguin Extends Philadelphia Orchestra Contract. The New York Times, 30. Januar 2015, abgerufen am 23. Januar 2016 (englisch).
  11. Yannick Nézet-Séguin to Become Met Music Director in September 2018 auf: metopera.org, abgerufen am 29. Januar 2020
  12. Bette Nygaard King, Evan Ware: Yannick Nézet-Séguin (englisch, französisch) In: The Canadian Encyclopedia. 7. Januar 2019. Abgerufen am 29. Januar 2020.
  13. Die Met bekommt einen neuen Musikdirektor: Yannick Nezet-Seguin. DiePresse.com, 2. Juni 2016, abgerufen am 2. Juni 2016.
  14. Andreas Kluge: The Yannick Experience: "Der 100.000-Volt-Dirigent" (Fono Forum). In: Klassik Akzente. Universal Music Deutschland, 15. Oktober 2013, abgerufen am 23. Januar 2016.
  15. Manuel Brug: Handys im Konzert sind ausdrücklich erlaubt. Die Welt, 23. Mai 2015, abgerufen am 25. Juli 2015.
  16. Yannick Nézet-Séguin und die Zukunft der Metropolitan Opera New York. Deutsche Welle, 4. Juni 2016, abgerufen am 9. Juni 2016.
  17. Young Artists - Past Winners. Royal Philharmonic Society, abgerufen am 3. Juni 2016 (englisch).
  18. Les Prix du Québec. Prix Denise-Pelletier. Gouvernement du Québec, abgerufen am 3. Juni 2016 (französisch).
  19. L'UQAM décerne un doctorat honoris causa à Yannick Nézet-Séguin. Université du Québec à Montréal, 22. März 2011, abgerufen am 9. August 2017 (französisch).
  20. Echoklassik.de Klassik-Preisträger 2014 (Memento vom 21. Januar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 26. Oktober 2014
  21. Yannick Nézet-Séguin. Curtis Institute of Music, archiviert vom Original am 30. Juli 2017; abgerufen am 9. August 2017 (englisch).
  22. Rider announces honorary degree recipients for Commencement ceremonies. Rider University, 29. April 2015, abgerufen am 9. August 2017 (englisch).
  23. George Loomis: Yannick Nézet-Séguin. Artist of the Year 2016. Musical America Worldwide, abgerufen am 25. März 2016 (englisch).
  24. Orphée Russell: McGill University Confers Honorary Doctorate to Yannick Nézet-Séguin. McGill University, 25. Mai 2017, abgerufen am 9. August 2017 (englisch).
  25. Pressemitteilung des Rheingau Musik Festivals vom 22. Mai 2018