Yamamoto Kakuma

japanischer Politikwissenschaftler, Politiker und Lehrer

Yamamoto Kakuma (jap. 山本 覚馬; * 25. Februar 1828; † 28. Dezember 1892) war ein Samurai und Erzieher des Fürstentums Aizu und später Berater der Präfektur Kyōto zu Beginn der Meiji-Zeit.

Yamamoto Kakuma, 31. Dezember 1892 (nach seinem Tod)

LebenBearbeiten

HerkunftBearbeiten

Yamamoto Kakuma wurde 1828 in Aizu-Wakamatsu im Fürstentum Aizu als Sohn von Yamamoto Gonpachi (jap. 山本 権八, 1809–1868), einem Lehrmeister für Artilleriewesen und Samurai, und dessen Frau Saku (jap. 佐久, 1809–1896) in den Hoshina-Matsudaira-Klan geboren. Yamamoto hatte fünf Geschwister, von denen drei im Kindesalter starben. Seine zwei verbleibenden jüngeren Geschwister waren sein Bruder Saburō (jap. 三郎, 1848–1868) und seine Schwester Yae (jap. 八重, 1845–1932).

Frühe JahreBearbeiten

 
Südtor der Nisshinkan

Yamamoto war bereits als Kind äußerst begabt und lernte schon mit 4 Jahren zu lesen. Im Alter von 9 Jahren schrieb er sich in der Klan-Schule Nisshinkan (日新館) ein.[1] Mit 22 Jahren ging Yamamoto aufgrund seiner guten Noten nach Edo, um unter Katsu Kaishū und Sakuma Shōzan Rangaku („Hollandkunde“) und Militärkunst zu studieren. Mit 28 Jahren kam er zurück nach Aizu-Wakamatsu und unterrichtete dort Hōjutsu (Schießkunst) und Rangaku an der Nisshinkan. 1862 wurde er Assistent des Daimyō Matsudaira Katamori (1836–1893) in dessen Rolle als Kyōto Shugoshoku und nach Kyōto berufen. Am 20. August 1864 kam es zum Aufstand am Hamaguri-Tor, bei dem Yamamoto gegen die Chōshū-Truppen kämpfte.

Boshin-KriegBearbeiten

1868 brach zwischen dem Tokugawa-Shōgunat und der kaiserlichen Armee der Boshin-Krieg (1868–1869) aus. Bei der Schlacht von Toba-Fushimi im Januar, der ersten großen Schlacht des Boshin-Krieges, starb mit 20 Jahren Yamamotos jüngerer Bruder Saburō infolge einer Schussverletzung. Yamamoto selbst wurde während des Krieges in Kyōto gefangen genommen und erblindete fast infolge einer Verletzung. Sein Vater starb in einer Schlacht am 1. November 1868 in Aizu. Auch seine Schwester kämpfte, überlebte aber wie der Rest seiner Familie die einmonatige Belagerung der Burg Aizu-Wakamatsu, an deren Ende sich der Aizu-Klan den kaiserlichen Truppen ergab.

Arbeit als Berater der Präfektur KyōtoBearbeiten

 
Grabstein Yamamoto Kakumas

1869 wurde Yamamoto zum Berater des Gouverneurs der Präfektur Kyōto Masanano Makimura (1834–1896) ernannt. Neben seiner Arbeit als Politiker schrieb er auch Bücher.

1871 zogen seine Schwester Yae, seine Mutter Saku und seine Tochter Mine von Aizu-Wakamatsu zu ihm nach Kyōto. Yamamoto ließ sich christlich taufen. Auch seine Schwester ließ sich im Januar 1876 taufen und heiratete Niijima Jō (jap. 新島 襄, 1843–1890), einen Bekannten Yamamotos, der 1875 mit ihm eine Englischschule (Dōshisha Eigakko) eröffnet hatte, die sich später zur Dōshisha-Universität weiterentwickelte. Der Name Dōshisha bedeutet „Gemeinschaft Gleichgewillter“ im Sinne einer Vereinigung protestantischer Glaubensgenossen. Am 24. Oktober 1876 eröffnete auch die Dōshisha-Mädchenschule, deren Schulleiterin Yamamotos Mutter Saku wurde.

Am 28. Dezember 1892 starb Yamamoto im Alter von 64 Jahren.[2]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • 1873: The guide to the celebrated places in Kiyoto & the surrounding places for the foreign visitors

Darstellungen in der PopulärkulturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kakuma Yamamoto – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ふくしまと八重 八重を育てた「家族 (japanisch; "Fukushima und Yae – Yaes Erziehung (Familie)")
  2. 兄・山本覚馬について. Dōshisha-Universität, abgerufen am 19. September 2021 (japanisch).