Als Wortform (grammatikalisch bestimmte Form) bezeichnet man im Unterschied zum Lexem ein flektiertes Wort, das durch grammatische Kategorien beschreibbar ist. Die Formen braucht, gebraucht, brauche sind Wortformen des Stamms brauch-. Die Ableitung brauchbar gehört jedoch nicht zu denselben. Alle Wortformen eines Lexems zusammengenommen bilden ein Flexionsparadigma. Durch diese Unterscheidung wird in der Sprachwissenschaft der fundamentale Unterschied zwischen Lexikon und Syntax definiert.

Die qualitative Scheidung zwischen Wortformen und Lexemen beruht jedoch nicht auf beweisbaren Sätzen, sondern ist eine Grundannahme, die die Sprachwissenschaft axiomatisch setzt. Karl Bühler[1] spricht in diesem Zusammenhang sogar vom „Dogma von Lexikon und Syntax“ und warnt davor, sich an diesem für die Sprachwissenschaft „bezeichnendsten Strukturgesetz“ zu vergreifen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Wortform – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Bühler: Die Axiomatik der Sprachwissenschaften. Klostermann, Frankfurt 1933.