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Tief im Wald ist ein deutscher Fernsehfilm von Tim Trageser aus dem Jahr 2016. Es handelt sich um den zweiten Filmbeitrag der ARD-Krimireihe Wolfsland mit Götz Schubert und Yvonne Catterfeld in den Hauptrollen.

Folge der Reihe Wolfsland
OriginaltitelTief im Wald
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Molina Film
im Auftrag von Degeto
Länge88 Minuten
EinordnungFolge 2 (Liste)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
15. Dezember 2016 auf Das Erste
Stab
RegieTim Trageser
DrehbuchSönke Lars Neuwöhner
Sven S. Poser
ProduktionJutta Müller
MusikAndreas Weidinger
KameraEckhard Jansen
SchnittClaudia Wolscht
Besetzung
Chronologie

← Vorgänger
Ewig Dein

Nachfolger →
Wolfsland: Der steinerne Gast

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Viola Delbrück und Butsch Schulz ermitteln ihren zweiten gemeinsamen Fall und haben noch immer damit zu tun, sich als Team zusammenzufinden. Eine Joggering wird stranguliert aufgefunden und nach Lage der Dinge war es kein Suizid. Während Delbrück und Schulz noch die Spuren sichern, macht ein scheinbar verwirrter Mann auf dem Polizeirevier eine Aussage. Er sei Hobbyfotograf und hätte dabei einen Werwolf beobachtet, wie er ein Opfer angefallen und ins Gebüsch gezerrt hätte. Die Beamten nehmen Emmerich nicht ernst und schicken ihn nach Hause. Noch am gleichen Abend wird er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Delbrück ist sich sicher, dass er ihren Mörder gesehen und fotografiert hatte und deshalb umgebracht wurde.

Unerwartet erhalten die Ermittler Unterstützung von Delbrücks „Noch-Ehemann“, der forensischer Psychiater ist und sich spontan beim Dienststellenleiter gemeldet hatte, um zu helfen. Butschs Kollegin ist entsetzt dem Mann gegenüberzustehen, vor dem sie aus Hamburg weggegangen ist. Sie fühlt sich nicht nur bestalkt, sondern regelrecht bedroht, traut sich aber niemandem davon etwas zu sagen. Wie sooft stellt sie Privates hintenan und stimmt zu, sich von dem Kriminal-Experten helfen zu lassen. Björn Delbrück beeindruckt die Kollegen mit seinem Fachwissen und ist sich sicher, dass sich eine Serie von Morden entwickeln wird. Damit sollte er recht behalten, denn schon am nächsten Tag wird eine Studentin stranguliert aufgefunden. Ein Zeuge will einen weißen Transporter zur Tatzeit gesehen haben.

Butsch und Delbrück versuchen herauszufinden, woher der Mörder von Emmerichs Aussage wusste. Einer der Beamten gibt zu, am Abend bei seinem Tauchclub davon berichtet zu haben. Anhand der dort anwesenden Personen stoßen die Ermittler auf den Hausmeister Fabian Nickritz, der mit seiner Mutter und vielen Katzen in einem einsamen Bauernhaus lebt. Doch Björn Delbrück schließt ihn als Täter aus, weil er es für ausgeschlossen hält, dass der gesuchte Täter mit Katzen zusammen leben kann. Dagegen ist er sich sicher, dass der Gesuchte vor seinen Morden bei Prostituierten versucht haben dürfte seine Sexualität auszuleben. So recherchieren die Ermittler in diese Richtung und können so erneut die Spur zu Fabian Nickritz finden. Als sich Butsch in dessen Haus heimlich umsieht, findet er tatsächlich Emmerichs Digitalkamera mit den Beweisfotos. Daraufhin wird das ganze Haus von der Spurensicherung durchsucht und sie finden Nickritz erhängt auf dem Dachboden und seine Mutter in der Tiefkühltruhe, da sie bereits schon vier Wochen tot ist. Revierleiter Ebertin sieht den Tod der Mutter als auslösenden Faktor für Nickritz und hält den Fall für gelöst. Viola Delbrück hat Zweifel, weil in Nickritz Abschiedsbrief nichts von einem Schuldeingeständnis steht, sondern nur, dass er ohne seine Mutter nicht weiterleben könne. Die Kamera könnte ihm jemand untergeschoben haben. Ihr Mann bestärkt sie in dieser Annahme und so ist sie davon überzeugt, dass der Polizist Patrick Frenzel, der die Anzeige von Emmerich aufnehmen sollte, ihr gesuchter Serienmörder ist. Durch die Benutzung eines Taucheranzugs ist zu erklären, warum an den Tatorten keine DNA-Spuren gefunden wurde und warum Emmerich einen Werwolf gesehen haben will. Da Butsch noch mit privaten Problemen beschäftigt ist, will sie Frenzel allein stellen. Das kostet sie beinahe das Leben. Zum Glück trifft Butsch rechtzeitig ein, um sie zu retten. Obwohl Frenzel flieht gelingt es den beiden ihn zu finden und festzunehmen.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Tief im Wald wurde vom 31. März bis zum 28. April 2016 in Görlitz und Umgebung gedreht und am 15. Dezember 2016 um 20.15 Uhr auf Das Erste erstausgestrahlt.

KritikBearbeiten

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv befand: „‚Tief im Wald‘, der zweite Film aus der neuen ARD-Reihe ‚Wolfsland‘, wirkt insgesamt stimmiger als der erste. Das Drehbuch betont zwar nach wie vor die Gegensätze zwischen dem ungleichen Ermittlerpaar Butsch und Viola, aber diesmal erzählt das Autorenduo Poser & Neuwöhner eine ungleich fesselndere Krimigeschichte.“ Denn „Mehrfachtäter sind für Krimis ein dankbares Sujet, weil sich die Spannung von selbst einstellt.“[1]

Bei der Frankfurter Rundschau meinte Harald Keller: Der Film gibt sich „zwar einige Mühe, seinem Titel durch einige Szenen mit Wölfen halbwegs gerecht zu werden. […] Zu einem handfesten Krimi reicht es aber dennoch nicht, obwohl es bisweilen sogar echten Witz gibt und die Filmmusik recht gut geworden ist. Der Rest wirkt leider ziemlich lustlos.“[2]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben die beste Wertung (Daumen nach oben) und schrieben: „Dem Fall tut es sehr gut, dass die Figuren bereits etabliert sind. So entsteht mehr Dynamik als im Auftakt zur Reihe. Die Inszenierung von Krimiroutinier Tim Trageser (‚Tatort: Höllenfahrt‘) findet nicht immer die richtige Balance zwischen Ernst und Komik, aber die Kabbeleien des ungleichen Ermittlerduos sind durchaus amüsant geschrieben.“. Fazit: „Spannung und Dialogwitz lassen Teil eins hinter sich.“[3]

Die Berliner Zeitung schrieb: „‚Wolfsland‘ ist ein düsterer, durchaus humorvoller Krimi mit einem starken Ermittler-Gespann und einer mittelmäßigen Handlung. Sollte aus dem Zweiteiler eine Reihe werden - Potenzial ist da.“[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tilmann P. Gangloff: Catterfeld, Schubert, Zirner, Neuwöhner/Poser, Trageser. Der Serienkiller von Görlitz Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 12. November 2018.
  2. Harald Keller: Rätselhafte Dreierbeziehung bei fr.de, abgerufen am 13. November 2018.
  3. Tief im Wald bei TV Spielfilm, abgerufen am 25. Oktober 2018.
  4. Filmkritik bei berliner-zeitung.de, abgerufen am 13. November 2018.