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Wolfgang Wodarg

deutscher Politiker, MdB

Wolfgang Wodarg (* 2. März 1947 in Itzehoe) ist ein deutscher Politiker (SPD).

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und BerufBearbeiten

 
Gesundheitshaus bzw. Gesundheitsamt der Stadt Flensburg in der Norderstraße, wo Wodarg von 1983 bis 1994 als Amtsarzt arbeitete.

Nach dem Abitur 1966 absolvierte Wodarg ein Studium der Medizin in Berlin und Hamburg. 1973 erhielt er seine Approbation als Arzt. 1974 erfolgte seine Promotion zum Dr. med. an der Universität Hamburg mit der Arbeit „Psychische Krankheiten der Seeleute - Untersuchung über Selbsttötung, Alkoholismus und andere wichtige psychiatrische Erkrankungen“. Während seiner medizinischen Ausbildung war er beim Quickborner Team angestellt, wo er als Assistent von Eberhard Schnelle die Metaplan Methode (Entscheider-Training) entwickeln half.

Nach der Approbation war Wodarg als Schiffsarzt und, nach einer Forschungsreise nach Südamerika, als Hafenarzt in Hamburg tätig. Seine internistische und pneumologische Weiterbildung absolvierte er daraufhin im AK Wandsbek und in der Lungen-Fachklinik Großhansdorf.

Von 1983 bis 1994 arbeitet er als Amtsarzt in Flensburg. In dieser Zeit entwickelte er eine Gesundheitsverträglichkeitsprüfung (GVP) als Teil der kommunalen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), wurde Vorsitzender des Fachausschuss Gesundheitlicher Umweltschutz bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein und erhielt ein Stipendium für Epidemiologie an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA).

ParteiBearbeiten

Wodarg ist seit 1988 Mitglied der SPD. Von 1992 bis 2002 gehörte er dem Vorstand des SPD-Kreisverbandes Schleswig-Flensburg an. Vom 19. November 2005 bis zum 1. Dezember 2007 war Wodarg Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Flensburg.

Nachdem Wodarg schon seit 1990 dem Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten im Gesundheitswesen angehörte, wurde er hier 1994 zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden und 2002 zum Vorsitzenden des Bundesausschusses gewählt.

Wodarg trat auch als Gegner der Impfung gegen die Schweinegrippe auf.[1][2]

 
SPD-Bundestagswahlkampf auf dem Südermarkt mit Hans Eichel und Wolfgang Wodarg im Jahr 2002

AbgeordneterBearbeiten

Von 1986 bis 1998 gehörte Wodarg dem Gemeinderat seines Heimatortes Nieby an.

Von 1994 bis 2009 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war Wodarg von 1999 bis 2005 Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in der Enquête-Kommission Recht und Ethik (bis 2002) bzw. Ethik und Recht der modernen Medizin und Sprecher für Fragen der Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzgebiet.

Wodarg war von Anfang Gegner des GKV-Vertragswettbewerbs und setzt sich über sein Mandat hinaus für Landesarbeitsgemeinschaften der Kassen ein, die mit einem risikoadjustierten Landesgesundheitsfond gemeinsame Verträge auf Landesebene abschließen. Er stimmte deshalb 2007 gegen das Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) seiner Gesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Wolfgang Wodarg ist 1994 über die Landesliste Schleswig-Holstein und danach stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Flensburg - Schleswig in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2009 unterlag er im Wahlkreis Wolfgang Börnsen (CDU), so dass er dem 17. Deutschen Bundestag nicht mehr angehörte.

Seit 1999 gehörte Wodarg auch der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an. Seit 2002 war er dort stellvertretender Vorsitzender der sozialistischen Fraktion und seit 2006 außerdem Sprecher der deutschen Sozialdemokraten und stellvertretender Leiter der deutschen Delegation.

In Straßburg verfasste er Berichte zu zahlreichen Themen zur Bioethik, zur Gentechnik, zur Transplantationsmedizin,zu Palliativ-Care, zur Rolle der Medien für die Demokratie (Monitoring-Indikatoren) und zur Gefährdung des staatlichen Gewaltmonopols durch privaten Militärfirmen. Sein Antrag "Faked Pandemic" initiierte einen Untersuchung der Parlamentarischen Versammlung zur Rolle der Impfstoff-Hersteller beim Schweinegrippe-Fehlalarm der WHO.

Am 18. Juni 2009 war Wodarg einer von drei SPD-Abgeordneten, die im Bundestag gegen das umstrittene Zugangserschwerungsgesetz der großen Koalition stimmten.[3]

Gesellschaftliches EngagementBearbeiten

Wolfgang Wodarg ist:

EhrungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/die-industrie-hat-es-beeinflusst/
  2. http://www.neues-deutschland.de/artikel/164558.profitable-pandemiewarnung.html
  3. Deutscher Bundestag, Namentliche Abstimmung zum Zugangserschwerungsgesetz (Memento vom 10. Juli 2009 im Internet Archive), 18. Juni 2009