Wolfgang Rauls

deutscher Politiker, MdL

Wolfgang Heinrich Rauls (* 17. Juni 1948 in Rohrsheim) ist ein deutscher Politiker (NDPD, FDP), ehemaliger sachsen-anhaltischer Minister für Umwelt und Naturschutz sowie ehemaliger Bürgermeister der Stadt Gommern.

Wolfgang Rauls (1991)

Vom Parteimitglied zum MinisterBearbeiten

Rauls trat 1968 der NDPD bei und wurde nach einer lokalen Parteikarriere am 11. Februar 1990 zu deren letztem Vorsitzenden gewählt.

Nach dem Beitritt der NDPD zur FDP war er von 1990 bis 1994 sachsen-anhaltischer Minister für Umwelt und Naturschutz und in dessen erster und vierter Wahlperiode Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt. Nach dem Rücktritt von Europaminister Gerd Brunner wurde Rauls 1991 zusätzlich Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Rauls war in dieser Zeit Betroffener der sogenannten Ausspähaffäre.[1] Dieser Sachverhalt war auch Gegenstand eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Landtag von Sachsen-Anhalt.

Von 1993 bis 1997 war er Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Kampf um den LandesvorsitzBearbeiten

Einige Monate vor der Landtagswahl 1994 versuchte Rauls, den Vorsitzenden der FDP Sachsen-Anhalt, Peter Kunert, abzulösen, was jedoch misslang. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung zwischen dem linksliberalen Landesvorsitzenden, der die Wahl von Ministerpräsident Christoph Bergner ablehnte und den Austritt aus der Koalition ankündigte, und der Landtagsfraktion, die Christoph Bergner trotz des Votums des Landesvorstandes zum neuen Ministerpräsidenten mitwählte. Peter Kunert lehnte, unterstützt von Hans-Dietrich Genscher, eine Koalitionsaussage zugunsten der CDU ab und erklärte die Möglichkeit eines Eintretens in eine sogenannte Ampelkoalition. Um dies zu verhindern, schickte der rechtsliberale Parteiflügel Rauls in den Kampf um den Landesvorsitz. Rauls scheiterte jedoch mit 120 zu 154 Stimmen.[2]

Erneut AbgeordneterBearbeiten

Nach der Landtagswahl 2002 zog Rauls erneut in den Landtag Sachsen-Anhalts ein und widmete sich dort vor allem der Sozial- und Sportpolitik.

Am 9. Oktober 2005 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Gommern gewählt[3] und schied zum 1. Januar 2006 aus dem Landtag aus. Nachrücker im Landtag wurde Uwe Droese. 2012 wurde Jens Hünerbein (parteilos) zu seinem Nachfolger als Bürgermeister von Gommern gewählt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Wolfgang Rauls – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sachsen-Anhalt: Zu keinem Zeitpunkt. In: Der Spiegel. Nr. 38, 1993 (online).
  2. Roger Stöcker: Das Parteiensystem Sachsen-Anhalts : Eine Analyse der Ursachen seiner Entwicklung hin zur Stabilisierung. [Wiesbaden], ISBN 978-3-658-14018-2.
  3. Druckver. Abgerufen am 1. Juli 2019.