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Wolfgang Hagen (* 28. Februar 1950 in Bedburg-Hau) ist ein deutscher Rundfunkmitarbeiter, Verlagslektor, Medienwissenschaftler und Hochschullehrer an der Leuphana Universität Lüneburg.

Der Arztsohn Hagen studierte nach dem Abitur 1968 am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (Kleve) Germanistik, Philosophie, Musikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Komparatistik in Wien (zur Wehrdienstvermeidung) und Berlin und promovierte 1977 in Philosophie bei Margherita von Brentano. Im Jahr 2001 habilitierte er sich an der Universität Basel. Von 1970 bis 1972 arbeitete er im Merve-Verlag Berlin, 1978 war er Kulturredakteur bei Radio Bremen, 1979 bis 1984 Redakteur und Moderator der Sendung SFBeat des Sender Freies Berlin. Von 1985 bis 2002 arbeitete er als Leiter der Abteilung Kultur Aktuell, 1986 als Moderator von 3 nach 9, dann als Gründungs- und Programmchef von Radio Bremen Vier, dem ersten Jugendprogramm der ARD. Von 2002 bis 2012 war er Leiter der Kultur- und Musikabteilungen sowie Leiter der Medienforschung im Deutschlandradio Kultur. Ab 2003 lehrte er als Privatdozent für Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2012 bis 2013 war Wolfgang Hagen Professor für Rhetorik an der Leuphana Universität Lüneburg, seit 2013 ist er Medienwissenschaftler der Leuphana Universität.

Der vielseitig kompetente Autor befasst sich in seinen Studien z. B. mit der Geschichte des Radios seit 1920 in den USA und Deutschland. Das staatlich geführte deutsche Radio und das amerikanische Kommerzradio unterscheiden sich vor allem durch die „Modalitäten der Programmgestaltung“, die sich oft auf unterschiedliche technische Entwicklungen (z. B. Radiotelefonie, Formate wie ›Serials‹, ›DeeJays‹, ›Top Forty‹) zurückführen lassen. Erst mit der Gründung der BRD trat hier die Staatsallmacht über das Radio zurück, es begann auch in Europa die Zeit des Massenmediums, das in den 1980er Jahren dominant wurde.

Das Princeton Radio Research Project 1938 begann mit der medienorientierten Sozialforschung. Zwischen Projektleiter Paul Lazarsfeld und Theodor W. Adorno, dem Leiter der Music Studies, kam es zu einer Diskussion der Möglichkeit einer solchen Wissenschaft der Massenmedien überhaupt. Der Begriff stammt aus der Werbung und wurde erst seit ca. 1950 durch Harold A. Innis und Marshall McLuhan analysiert. „Gegenwartsvergessenheit“ (Innis) erzeugen sie, wenn mit Niklas Luhmann gilt, dass wir von Welt nur wissen, was wir durch die Massenmedien wissen. Jedes Medium kommt nur vermittels eines anderen vor, ein Medium kann immer nur ein anderes, nie aber sich selbst, die eigene Apparatur beobachten: es ist also selbst- oder gegenwartsvergessen.

Hagen ist mit der Journalistin Nathalie Wappler verheiratet.[1]

SchriftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Claudia Blumer: Neue SRF-Direktorin: Von Ostdeutschland zurück nach Zürich. In: Tages-Anzeiger vom 6. November 2018, abgerufen am 11. November 2018.