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LebenBearbeiten

Bobeth kam als Sohn des Studienrates Dr.-phil. Johannes Bobeth und dessen Ehefrau Charlotte geb. Türk in Löbau zur Welt. Nach Ablegung der Reifeprüfung an der Deutschen Oberschule Löbau im Februar 1937 und nach Ableistung des Arbeitsdienstes studierte er ab dem Zwischensemester1937 Maschinenbau an der Technischen Hochschule Breslau. Nach der Vorprüfung widmete er sich vorwiegend dem Studium der Textilfachrichtung an den Technischen Hochschulen Aachen und Dresden. Anfang Februar 1941 diplomierte er an dem von Paul-August Koch geleiteten Lehrstuhl für Faserstoffkunde des Instituts für Textil- und Papiertechnik der Technischen Hochschule Dresden, an dem er anschließend Assistent wurde. Bobeth fertigte dort auch seine Dissertation zum Thema „Elastizitätsprüfung am laufenden Faden und am Fadenstück an“ und wurde im Mai 1943 von der Fakultät für Maschinenwesen der TH Dresden zum Dr.-Ing. promoviert.[1] Bobeth arbeitete an einem geheimen Forschungsauftrag des Reichsamtes für Wirtschaftsausbau mit.[2] Die Dissertation enthält auch einen Anhang zur „Anwendung der gewonnenen Erfahrungen auf Untersuchungen an Glasseiden und Kunstseiden-Cords (im Rahmen zweier kriegswichtiger Forschungsarbeiten)“, der aber „aus Rücksicht auf die notwendige Geheimhaltung nicht den Pflichtexemplaren beigefügt ist.“ 1941 trat er der NSDAP bei.[3]

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war Bobeth ab 1945 bei der Färberei Römer (später Löbauer Stückfärberei und Weberei)[4] sowie ab 1949 bei der VVB Weberei II in Bautzen tätig. Er wurde 1950 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Textilprüfung der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (in Pirna-Copitz und Dresden) und stieg 1952 zum Abteilungsleiter auf. Ebenfalls ab 1950 unterrichtete er als Lehrbeauftragter für Faserstoffmikroskopische Untersuchungen an der TH Dresden. Ab 1955 war Bobeth wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ministerium für Leichtindustrie der DDR und habilitierte sich 1956 mit der Arbeit Beiträge zur Verbesserung der Textilglasfaser-Produkte an der TH Dresden. Im Jahr 1957 wurde er als Nachfolger von Walter Frenzel zum Professor für Textilrohstoffe und Textilprüfung an die TH Dresden berufen (ab 1960 Professur mit Lehrstuhl). Im Jahr 1960 wurde er zudem Dekan der Fakultät für Technologie der TH Dresden und Direktor des Instituts für Textiltechnik; diese Funktion übte er bis 1968 aus.

Nach der 3. Hochschulreform war Bobeth von 1968 bis 1971 ordentlicher Professor für Textiltechnik; sein Nachfolger wurde Harald Perner (1927–2001).[5] Zwischen 1971 und 1988 war Bobeth als Honorarprofessor für Textiltechnik an der Sektion Verarbeitungs- und Verfahrenstechnik der TU Dresden tätig. Als Nachfolger von Walter Frenzel wirkte Bobeth zudem von 1959 bis 1981 als Direktor des Institutes für Technologie der Fasern der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

Bobeth war von 1962 bis 1984 Mitglied des Forschungsrates der DDR und ab 1967 Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften (Klasse für Mathematik, Physik und Technik).[6] Für seine „wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Prüfung der Faserstoffe, insbesondere der Glasfaserstoffe, die zu einer systematischen Gebrauchswertgestaltung und zur erheblichen Steigerung der Qualität und der Anwendung einheimischer Faserstoffe führte“, wurde Bobeth 1964 mit dem Nationalpreis der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik ausgezeichnet.[7] Er wurde 1969 zum Fellow of the Royal Textile Institute of Great Britain ernannt und erhielt 1989 die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes der Polnischen Textilfachleute.[8]

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

  • 1943: Elastizitätsuntersuchungen am laufenden Faden und am Fadenstück
  • 1955: Anorganische Textilfaserstoffe (m. Wolfgang Böhme, Jürgen Techel)
  • 1956: Beiträge zur Verbesserung der Textilglasfaser-Produkte
  • 1962–1965: Textilprüfung (Lehrbriefe)
  • 1964–1965: Textile Faserstoffe (Lehrbriefe)
  • 1964: Nutzungsmöglichkeiten der Textil-Mikroskopie
  • 1977: Beiträge zur Faserstoff-Technologie
  • 1980: Zur Quantifizierung des Gebrauchswertes, dargestellt am Beispiel textiler Werkstoffe
  • 1981: Technologien zur gezielten Erzeugung von Werkstoffstrukturen durch Kombination mechanischer und thermischer Behandlung

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. :Wolfgang Bobeth: Elastizitätsuntersuchungen am laufenden Faden und am Fadenstück. Von der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Hochschule Dresden zur Erlangung des Grades eines Doktor- Ingenieur (Dr.-Ing.) Genehmigte Dissertation, eingereicht am 3. März 1943, mündliche Prüfung am 22. Mai 1943, Anhang: Lebenslauf vom 31. Mai 1943
  2. [1]Lexikon der frühen Promovenden der TU Dresden, S. 77. Abgerufen am 5. März 2016.
  3. Harry Waibel: Diener vieler Herren. Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-63542-1, S. 45.
  4. Alte und neue Autoren der Melliand Textilberichte – Wolfgang Bobeth. In: Melliand Textilberichte International, Bd. 29, 1948, S. 184.
  5. Geschichte des Instituts für Textilmaschinen und textile Hochleistungswerkstofftechnik (Memento des Originals vom 15. Juli 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/tu-dresden.de auf den Seiten der TU Dresden, Stand 11. September 2013.
  6. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin (Hrsg.): Jahrbuch der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Akademie-Verlag, Berlin 1967, S. 72.
  7. Auszeichnungen zum 15. Jahrestag der DDR – „Deutscher Nationalpreis“. In: Berliner Zeitung, 6. Oktober 1964, S. 4.
  8. Günter Dörfel: Bobeth, Wolfgang. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  9. Ehrentafel. In: Neues Deutschland, 4. Dezember 1961, S. 2.