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Wolf Caspar von Klengel

kursächsischer Baumeister
Wolf Caspar von Klengel

Wolf Caspar Klengel, seit 1664 von Klengel, (* 8. Juni 1630 in Dresden; † 10. Januar 1691 ebenda) war ein deutscher Baumeister aus dem Kurfürstentum Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Er war der zweite Sohn des kursächsischen Rates Caspar Klengel. 1664 wurde er in den Adelsstand erhoben.

WerkeBearbeiten

Klengel gilt als Begründer der sächsischen Barockbaukunst und war kunstgeschichtlich der wichtigste sächsische Baumeister im 17. Jahrhundert. Er war Oberlandbaumeister (seit 1656) und Oberinspektor der Zivil- und Militärgebäude unter dem sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. (1613–1680).

Von 1664 bis 1667 erbaute Klengel das erste feste Opernhaus Dresdens, das Opernhaus am Taschenberg. Auf der Festung Königstein errichtete er 1667 bis 1669 die Johann-Georgenbastion vor der Georgenburg und stattete die 1515 erbaute St. Georgs-Kapelle 1671 bis 1676 neu aus (Turm, Dach, Altar, Kanzel).

1672 erbaute er die Kapelle des Schlosses Moritzburg und schuf die heute noch erhaltene Ausstattung. Weitere Werke sind das Hohe Haus (heute Spitzhaus) oberhalb der Hoflößnitz, 1674/76 die Erhöhung des Hausmannsturms des Residenzschlosses Dresden samt barocker Haube, 1677/78 das kurfürstliche Reithaus am Dresdner Schloss. Zwischen 1675 und 1686 wurde nach seinem Entwurf das kurfürstliche Hofgestüt Bleesern bei Wittenberg und 1684–1688 die Dreifaltigkeitskirche in Carlsfeld bei Eibenstock im Erzgebirge errichtet.

Vermutlich entwarf Klengel auch den Bauplan für das Herrenhaus des Rittergutes Hohenprießnitz, welches 1677–78 sein Bruder Christian von Klengel (1629–93) erbauen ließ sowie für die Dorfkirche in Eutzsch bei Wittenberg, die 1688 im Auftrag der Wittenberger Universität entstand. Möglicherweise war er auch am Entwurf des Palais im Großen Garten beteiligt, wofür es jedoch keine Nachweise gibt.

1688 war er Kommandant auf Schloss Sonnenstein bei Pirna und ließ es zur Festung ausbauen.

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

 
Gedenkstein am Körnerweg in Dresden
  • Walter May: Klengel, Wolf Caspar von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 40–42 (Digitalisat).
  • Viktor HantzschKlengel, Wolf Caspar von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 209–212.
  • Ernst Sigismund: Ein sächsischer Künstler und Soldat des 17. Jahrhunderts, in: Dresdner Geschichtsblätter 12, 1913, Nr. 3, S. 33–56.
  • Eberhard Hempel: Unbekannte Skizzen von Wolf Caspar von Klengel, in: Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Phil.-hist. Klasse, Bd. 59, H. 4, Berlin 1958.
  • Steffen Delang: Das Dresdner Schloß in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in: Das Dresdner Schloß. Monument sächsischer Geschichte und Kultur, Dresden 1989, S. 68–71.
  • Hermann Heckmann: Baumeister des Barock und Rokoko in Sachsen, Berlin 1996, S. 32–43.
  • Mario Titze: Baugeschichte und Baugestalt der Dreifaltigkeitskirche in Carlsfeld im Erzgebirge, in: Die Dresdner Frauenkirche, Jahrbuch Bd. 3, Weimar 1997, S. 131–141.
  • Mario Titze: Das ehemalige kurfürstlich-sächsische Gestüt Bleesern. Ein Bauwerk Wolf Caspar von Klengels, in: Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt, 1998/1, S. 53–59.
  • Günter Passavant: Wolf Caspar von Klengel, Dresden 1630–1691. Reisen – Skizzen – Baukünstlerische Tätigkeiten, München/Berlin 2001, ISBN 3-422-06299-8.
  • Stephan Reinert: Das ehemals Landsbergersche Spitzhaus – ein Bau Wolf Caspar von Klengels? In: Heinrich Magirius (Hrsg.): 600 Jahre Hoflößnitz. Historische Weingutanlage. Sandstein Verlag, Dresden 2001, ISBN 3-930382-60-1, S. 105–109.
  • Mario Titze: Neue Forschungen zum Vorwerk Bleesern, Ldkr. Wittenberg, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Heft 11/2002, S. 368–383.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wolf Caspar von Klengel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien