Wohra ist mit etwa 1100 Einwohnern der nach Einwohnerzahl größte Ortsteil der Gemeinde Wohratal im hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf und gleichzeitig Verwaltungszentrum der Gemeinde. Der Ort liegt etwa 18 km nordöstlich von Marburg und etwa 4 km südlich von Gemünden (Wohra) am gleichnamigen Fluss Wohra. Neben der Gemeindeverwaltung befinden sich hier eine Grundschule sowie ein Kindergarten in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde.

Wohra
Gemeinde Wohratal
Koordinaten: 50° 56′ 0″ N, 8° 56′ 49″ O
Höhe: 230 m ü. NN
Einwohner: 1100 ca.[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1970
Postleitzahl: 35288
Vorwahl: 06453

GeschichteBearbeiten

Die erste Erwähnung Wohras erfolgte 775. Das Dorf kann damit eine über 1230-jährige Geschichte vorweisen und gehört zu den ältesten (nachgewiesenen) Orten der Region.

 
Michaeliskirche

Die Michaeliskirche in Wohra wurde in ihrer heutigen Gestalt im Jahre 1782 erbaut. Die Vorgängerbauten lassen sich aber bis ins 8. Jahrhundert nachweisen. Darauf weist auch das Patrozinium des Erzengels Michael hin, welches neben dem Apostel Petrus typisch für die Zeit des Bonifatius ist. Die Kirche wurde damals als Wehrkirche errichtet. Davon übrig ist noch die Umfassungsmauer des Kirchhofes. Ältestes heute noch existierendes Gebäude ist der Turm der Michaeliskirche, welcher laut Wappeninschrift 1510 von den Landgrafen von Hessen in ihrer Funktion als Grafen von Ziegenhain im gotischen Stil errichtet wurde.

Am 1. Juli 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Halsdorf und Wohra zur neuen Gemeinde Wohratal zusammengeschlossen.[2]

VerkehrBearbeiten

Verkehrsmäßig angeschlossen wird Wohra über die Landesstraßen 3073 und 3087. Der Ort war Haltepunkt an der Wohratalbahn, auf der der Personenverkehr 1972 eingestellt wurde.

LiteraturBearbeiten

  • Chronik der Gemeinde Wohratal, hrsg. vom Gemeindevorstand, Marburg 1995

WeblinksBearbeiten

 Commons: Wohra (Wohratal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Ortsteil im Internetauftritt der Gemeinde Wohratal, abgerufen im September 2015.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 402.