Wodzisław Śląski

Stadt in Polen

Wodzisław Śląski [vɔˈd͡ʑiswaf ˈ ɕlɔ̃skʲi] (deutsch Loslau) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Schlesien.

Wodzisław Śląski
Wappen von Wodzisław Śląski
Wodzisław Śląski (Polen)
Wodzisław Śląski
Wodzisław Śląski
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Wodzisław Śląski
Fläche: 49,62 km²
Geographische Lage: 50° 0′ N, 18° 27′ OKoordinaten: 50° 0′ 0″ N, 18° 27′ 0″ O
Höhe: 290 m n.p.m.
Einwohner: 47.992
(30. Jun. 2019)[1]
Postleitzahl: 44-300
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SWD
Wirtschaft und Verkehr
Straße: GliwiceOstrava
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 47.992
(30. Jun. 2019)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2415041
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Mieczysław Kieca
Adresse: ul. Bogumińska 5
44-300 Wodzisław Śląski
Webpräsenz: www.wodzislaw-slaski.pl



GeographieBearbeiten

 
Loslau südöstlich von Ratibor auf einer Landkarte von 1905

LageBearbeiten

Die Stadt liegt in der Region Oberschlesien auf 275 m ü. NHN[2], rund 50 Kilometer südwestlich von Kattowitz sowie etwa 25 Kilometer nördlich von Ostrava (Ostrau) in unmittelbarer Nähe der tschechischen Grenze.

StadtgliederungBearbeiten

Auf Beschluss des Stadtrats vom 28. Juni 1996 wurde das Stadtgebiet von Wodzisław Śląski in neun Stadtteile gegliedert:

  • Jedłownik Osiedle
  • Jedłownik (Jedlownik)-Turzyczka (Klein Thurze)-Karkoszka (Krausendorf)
  • Kokoszyce (Kokoschütz)
  • Nowe Miasto (Neustadt)
  • Osiedle XXX-lecia-Piastów-Dąbrówki
  • Radlin II
  • Stare Miasto (Altstadt)
  • Wilchwy (Wilchwa)
  • Zawada

GeschichteBearbeiten

 
Marktplatz
 
Wohnsiedlung Piastów
 
Loslau um 1860, Sammlung Alexander Duncker
 
Dreifaltigkeitskirche, 14. Jahrhundert

Von 1464 bis 1483 war es Sitz des damals přemyslidischen Herzogtums Loslau. Ab 1515 war der Inhaber der Herrschaft Loslau ein Status minor, d. h. ein Stand ohne Stimmrecht auf den Fürstentagen, in Abgrenzung zu den Freien Standesherren.

Nach der Trennung Schlesiens von Österreich 1742 kam Loslau zu Preußen. Die Stadt gehörte seit 1818 zum Kreis Rybnik im Regierungsbezirk Oppeln der preußischen Provinz Schlesien.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Loslau eine evangelische Kirche, eine katholische Kirche, eine Synagoge, eine Lungenheilanstalt, eine Ziegelei, Bierbrauerei, Zigarrenfabrikation und war Sitz eines Amtsgerichts.[2]

Bei der nach dem Ersten Weltkrieg durchgeführten Volksabstimmung über die zukünftige staatliche Zugehörigkeit des Gebiets des Kreises Rybnik entschied sich eine Mehrheit für die Angliederung an Polen, so dass der größte Teil des Kreises, einschließlich der Stadt Loslau, 1921 an Polen abgetreten werden musste.

DemographieBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung bis 1922
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1742 kaum 700 zur Zeit der Trennung Schlesiens von Österreich[3]
1753 768 [3]
1780 883 [3]
1791 963 [3]
1800 1133 [3]
1812 1324 [3]
1820 1367 [3]
1825 1559 darunter 69 Evangelische, 252 Juden[4]
1830 1695 [3]
1840 1990 davon 87 Evangelische, 1582 Katholiken, 321 Juden[5]
1850 1776 [3]
1855 2277 ohne Schloss und Vorwerk Loslau (48 Einwohner)[6]
1860 2408 [3]
1861 2503 mit Schloss und Vorwerk Loslau, davon 112 Evangelische, 1990 Katholiken, 401 Juden[6]
1867 2349 am 3. Dezember[7]
1871 2401 darunter 120 Evangelische und 450 Juden (1300 Polen);[8] nach anderen Angaben 2401 Einwohner (am 1. Dezember), davon 67 Evangelische, 2022 Katholiken, 303 Juden[7]
1900 2701 meist Katholiken[2]
1905 3126 [9]
1910 3493 [9] ohne Schloss und Gutsbezirk Loslau mit (am 1. Dezember) 68 Einwohnern[10]

VerkehrBearbeiten

Die Stadt ist über die Autobahn A1 und die Straßen DK78, DW932, DW933 und DW936 an das überregionale Straßennetz angebunden.

Sie hat einen Bahnhof an der Strecke BohumínChałupkiWodzisławRybnikKattowitz

KulturBearbeiten

  • Museen Wodzisław, Kubsza 2 strasse
  • Kino, WCK Gladbeck platz
  • Stadion, Bogumińska 8 strasse

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Wodzisław Śląski unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Wodzisław Śląski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. a b c Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 12, Leipzig/Wien 1908, S. 718.
  3. a b c d e f g h i j Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 774.
  4. Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Melcher, Breslau 1830, S. 965.
  5. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 868-869.
  6. a b Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 737, Ziffer .
  7. a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 350–351, Ziffer 1.
  8. Gustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Band 2, G. F. O. Müller, Berlin 1874, S. 180-181, Ziffer 12.
  9. a b M. Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006)
  10. gemeindeverzeichnis.de