Witoszów Dolny

Dorf in Polen

Witoszów Dolny [ˈpʂɛnnɔ] (deutsch Nieder Bögendorf) ist ein Dorf in der Landgemeinde Świdnica (Schweidnitz) im Powiat Świdnicki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Witoszów Dolny
Wappen fehlt
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Witoszów Dolny (Polen)
Witoszów Dolny
Witoszów Dolny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Świdnica
Gmina: Świdnica
Geographische Lage: 50° 49′ N, 16° 27′ OKoordinaten: 50° 49′ 25″ N, 16° 26′ 34″ O
Einwohner: 1401
Postleitzahl: 58-125
Telefonvorwahl: (+48) (+48)74
Kfz-Kennzeichen: DSW
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ŚwidnicaWrocław
Nächster int. Flughafen: Breslau



Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Witoszów Dolny

LageBearbeiten

Witoszów Dolny liegt etwa 3 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Świdnica (Schweidnitz) und 54 Kilometer südlich der Bezirkshauptstadt Breslau.

GeschichteBearbeiten

Im Zuge der Ostkolonisation gründeten deutsche Siedler auf einem Waldstück der Stadt Schweidnitz das Dorf Bogindorf. Eine Pfarrkirche unter dem Patronat des Klarenkloster zu Breslau[1] besteht seit 1265/68. 1536 wurde die Kirche von Bögendorf als eine der ersten im Schweidnitzer Land protestantisch.[2] Nieder Bögendorf ist ein alter Rittersitz. 1550 besaß das Dominium Hans von Seidlitz auf Ludwigsdorf und 1594 Friedrich von Seidlitz auf Ludwigsdorf. Letzterer trat die Lehnshoheit 1635 an Mathäus von Püschel ab. Dessen Tochter Rosina Katharina heiratete Jakob Schober. Von den Schobern hat die Lehnsgerechtigkeit Hubert von Prentner auf Zilzendorf erkauft.

Seit 1620 übte die Stadt Schweidnitz die Grundherrschaft über ganz Bögendorf aus. Im Zuge des dreißigjährigen Krieges wurde der Ort stark mitgenommen. 1636 musste die Pfarrkirche den Katholiken zurückgegeben werden.[3] Da alle Bewohner 1651/52 Protestanten waren, blieb sie zunächst unbenutzt. Mit der Übernahme der Kirche 1662/65 durch die Jesuiten[4] zogen auch wieder Katholiken nach Bögendorf. Die Bevölkerungsmehrheit blieb bis zur Vertreibung Protestantisch. Ganz Bögendorf war evangelisch zur Friedenskirche Schweidnitz gepfarrt.[5] Im Siebenjährigen Krieg, mit der Belagerung der Festung Schweidnitz durch preußische Truppen, legte Friedrich II. 1762 sein Hauptquartier von Peterswaldau in das Bögendorfer Schloss.[6]

Das Dorf wurde 1785 in drei Teile gegliedert: Nieder- und Ober Bögendorf und der Pfarrwidmut. 1785 zählte Bögendorf 1 großes und 8 kleinere Lehngüter, 40 Häusler, 1 Wassermühle, 861 Bewohner, 44 Bauern und 12 Gärtner. 1845 waren es in Nieder Bögendorf 115 Häuser mit 1117 Einwohnern, davon 995 Evangelische und 122 Katholische, 1 evangelische Schule, 1 Brennerei, 1 Wassermühle. Es arbeiteten 64 Baumwollstühle und 30 Leinwandstühle.

Mit der Übernahme 1945 durch sowjetischen Truppen und polnische Administration wurde Nieder Bögendorf in Witoszów Dolny umbenannt. Die deutschen Einwohner wurden bis Oktober 1947 zum größten Teil vertrieben und durch Polen ersetzt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

GalerieBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Ernst Sigismund Schober (1681–1749), königlicher Amtsadvokat, Kirchendeputierter und Rechtskonsulent, Lehensherr auf Bögendorf

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Witoszów Dolny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jörg Deventer: Gegenreformation in Schlesien. Böhlau, 2003, ISBN 978-3-412-06702-1 (google.de [abgerufen am 29. Januar 2019]).
  2. Adolf Schimmelpfennig: Schweidnitzer Chronisten des XVI. Jahrhunderts. Max, 1878 (google.de [abgerufen am 29. Januar 2019]).
  3. Chronik der Kirchen Schlesiens, mit Abbildungen. Erster Band. 1844 (google.de [abgerufen am 29. Januar 2019]).
  4. Jörg Deventer: Gegenreformation in Schlesien. Böhlau, 2003, ISBN 978-3-412-06702-1 (google.de [abgerufen am 29. Januar 2019]).
  5. Landkreis Schweidnitz – AGOFF. Abgerufen am 30. Januar 2019 (deutsch).
  6. Sammlung der neuesten Staats-Schrifften zum Behuf der Historie des jetzigen Krieges in Teutschland. (google.de [abgerufen am 29. Januar 2019]).
  7. Bögendorf(Witoszow Dolny). Abgerufen am 30. Januar 2019.