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Geografische LageBearbeiten

Wissenbach liegt im Tal der Dietzhölze im nördlichen Lahn-Dill-Kreis.

Der Ort wird eingerahmt vom Bomberg (508 m ü.NN) im Westen und der Eschenburg (589 m ü.NN), die manchmal auch als Eschenberg bezeichnet wird, im Osten. Die Eschenburg dient auch als Namensgeber für die Gesamtgemeinde, obwohl sie sich schon auf dem Gebiet der Stadt Dillenburg befindet. Wissenbach ist der Eschenburger Ortsteil mit dem größten Waldanteil.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden im Uhrzeigersinn beginnend, Eibelshausen, Eiershausen (beide Gemeinde Eschenburg), Nanzenbach, Frohnhausen (beide Stadt Dillenburg), Weidelbach (Stadt Haiger) und Ewersbach (Gemeinde Dietzhölztal).

 
Wissenbach, Ansicht aus Südost

GeschichteBearbeiten

Wissenbach wurde im Jahr 1290 erstmals unter dem Namen Wysenbach urkundlich erwähnt.[2]

1768 wurde in der Batzbachgrube mit dem Abbau von Schiefer begonnen. Diese Grube wurde erst 1997 gänzlich stillgelegt.

Am 20. Dezember 1773 brannte ein großer Teil des Dorfes ab.[3]

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Dillenburg–Ewersbach erhielt Wissenbach 1892 Bahnanschluss. Die Strecke wurde 1987 für den Personenverkehr und 2000 für den Güterverkehr stillgelegt.

Die 1899 gegründete Firma „Manderbach Fahrzeugbau“ fertigte von 1949 bis 1956 Lastkraftwagen in Wissenbach.

Im Jahr 1936 wurde auf der Eschenburg der Eschenburgturm eröffnet. Der 43 m hohe hölzerne Aussichtsturm wurde am 23. März 1945 durch amerikanische Jagdbomber zerstört.

GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolgte die Gründung der Gemeinde Eschenburg am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach.[4] Kraft Landesgesetz wurden dann die Gemeinden Eschenburg, Hirzenhain sowie Simmersbach und Roth des ehemaligen Landkreises Biedenkopf zur erweiterten Großgemeinde Eschenburg zusammengeschlossen.[5] Die Inkraftsetzung erfolgte zum 1. Juli 1974 durch den Regierungspräsidenten in Darmstadt.[6][4] Für alle sechs Ortsteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet.

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Wissenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[7][8]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Wissenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018
Jahr  Einwohner
1834
  
486
1840
  
498
1846
  
510
1852
  
506
1858
  
480
1864
  
532
1871
  
522
1875
  
468
1885
  
528
1895
  
531
1905
  
658
1910
  
718
1925
  
870
1939
  
927
1946
  
1.290
1950
  
1.325
1956
  
1.353
1961
  
1.384
1967
  
1.510
1970
  
1.521
1974
  
1.596
1980
  
1.676
1990
  
1.883
2000
  
1.892
2011
  
1.893
2015
  
1.901
2018
  
1.875
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [7][9]; nach 1970: Gemeinde Eschenburg

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[7]

• 1885: 439 evangelische (= 83,14 %), keine katholischen und 84 andere (= 16,86 %) Christen
• 1961: 1097 evangelische (= 79,26 %) und 142 katholische (= 10,26 %) Einwohner

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

Im südlichen Teil des Dorfes ist der Wissenbacher Schützenverein zu finden.

BauwerkeBearbeiten

Die evangelische Kirche wurde 1880/81 von Kirchenbaumeister Ludwig Hofmann zusammen mit seinem Bruder Karl Hofmann erbaut.

MuseumBearbeiten

Ein kleines Museum für Bergbau und Fernmeldetechnik ist in einer ehemaligen Trafostation untergebracht.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

EinrichtungenBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 253 (DillenburgFrankenberg) führt direkt durch den Ort. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung wünschen sich die Wissenbacher Bürger seit vielen Jahren eine Ortsumgehung. Die Entfernung bis zur Anschlussstelle Dillenburg an der Autobahn 45 beträgt etwa 7 km.

Darüber hinaus verfügte Wissenbach bis 1987 noch über einen Bahnanschluss über die Dietzhölztalbahn. Die Bahnstrecke ist seit 2001 stillgelegt. Allerdings gibt es Bestrebungen und eine Initiative, welche sich für den Erhalt und die Reaktivierung der Strecke für den SPNV und Güterverkehr einsetzt. Derzeit erfolgt der Freischnitt der Bahnstrecke auf dem südlichen Streckenabschnitt bis Frohnhausen.

BildungBearbeiten

In Wissenbach gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten.

Weiterführende Schulen können in Eibelshausen (Kooperative Gesamtschule), Frohnhausen (Haupt- und Realschule), sowie in Dillenburg (Gymnasium) besucht werden.

UnternehmenBearbeiten

Im Ort gibt es zwei Gewerbegebiete. In den dort ansässigen Unternehmen sind einige hundert Arbeitnehmer beschäftigt. Größte Industriebetriebe sind die Firmen Rittal und Giebeler.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Aus dem Ortsteil Wissenbach stammt der Violinist, Bratschist, Konzertdirektor und radikalpietistische Religionsstifter (Johann) Daniel Müller alias Elias / Elias Artista, geb. Wissenbach 10. Februar 1716, gest. nicht vor 1786 (in Riga?).
  • In Wissenbach wurde der NSDAP-Politiker Richard Manderbach (1889–1962) geboren.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistische Daten. In: Webauftritt. Gemeinde Eschenburg, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2019.
  2. Die Geschichte von Wissenbach, abgerufen im August 2018.
  3. Dillenburgische Intelligenz-Nachrichten des Jahres 1784
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356–357.
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237, § 27 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  6. Der Regierungspräsident: Benennung von Gemeindeteilen im Dillkreis vom 21. November 1974. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1974 Nr. 49, S. 2257, Punkt 1663 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 7,7 MB]).
  7. a b c Wissenbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Statistische Daten. In: Webauftritt. Gemeinde Eschenburg, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2019.