William Heirens

US-amerikanischer Serienmörder

William Heirens (* 15. November 1928 in Chicago, Illinois; † 5. März 2012 ebenda[1]) war mutmaßlich ein US-amerikanischer Serienmörder.

LebenBearbeiten

Heirens beging mutmaßlich nach Feststellung des Gerichts am 5. Juni im Jahre 1945 seinen ersten Mord, indem er einer 43-jährigen Frau die Kehle durchschnitt, als sie ihn beim Einbruch in ihre Wohnung überraschte. Am 10. Dezember desselben Jahres beging er seinen zweiten Mord. Er rammte einer Frau ein Messer in den Kopf und tötete die Schwerverletzte mit zwei Kopfschüssen. Nach dem Mord legte er die Leiche in eine Badewanne, umwickelte ihr Gesicht mit Tüchern und hinterließ an der Wand eine mit Lippenstift geschriebene Botschaft für die Polizei: For heaven’s sake catch me before I kill more I cannot control myself. (dt. „Um Gottes Willen, verhaftet mich, bevor ich erneut töte. Ich habe mich nicht unter Kontrolle.“).[2] Den dritten und letzten Mord beging Heirens am 6. Januar 1946. Er entführte ein sechsjähriges Mädchen, zerstückelte die Leiche und entsorgte die Leichenteile in einem Abwasserschacht.[3]

Es hatte zunächst mehrere Verdächtige gegeben. Am 26. Juni 1946 wurde Heirens von der Polizei bei einem Einbruch verhaftet. Unter anderem nach Verabreichung von Natriumpentothal, einer so genannten Wahrheitsdroge, gestand Heirens am 30. Juli 1946 er habe eine gespaltene Persönlichkeit und auch die Diebstähle gestand er, jedoch nicht die Taten. Man machte ihm dann ein Angebot, er solle gestehen und entgehe somit der Todesstrafe. Seine Anwälte haben ihm daraufhin den Tathergang auswendig lernen lassen. Vor dem Prozess aber leugnete er die Taten begangenen zu haben. Worauf der Staatsanwalt ihm mit der Todesstrafe drohte. Weil er sein Leben retten wollte gestand er die Tat. Als er in die Zelle abgeführt wurde, fragte ihn der Beamte ob sein jüngstes Opfer sehr leiden musste. Worauf Heirens antwortete: „ich kann Ihnen darauf keine Antwort geben. Ich war es nicht. Sagen Sie ihren Eltern, sie sollen auf ihre andere Tochter gut aufpassen. Der wahre Mörder läuft immer noch frei herum“.[4]

Heirens saß danach über 65 Jahre im Gefängnis und beteuerte seine Unschuld. Auch wenn manche Experten von seiner Unschuld aufgrund Schizophrenie ausgingen, wurden sämtliche Begnadigungsgesuche abgelehnt. Heirens war zuletzt der am längsten gefangene Häftling der USA. Er verbrachte in seinem Leben insgesamt dreimal so viele Jahre im Gefängnis wie in Freiheit.

Fritz Lang übernahm Motive dieses Serienmord-Falls in seinen Film Die Bestie (While the City Sleeps) (USA 1956).[5]

Der Fall wird auch in der Dokumentations-Serie "A Crime to Remember" in der Folge "Im Strudel der Presse" thematisiert, welche aus Sicht eines Journalisten jener Zeit erzählt und das Vorgehen der "Sensationspresse" hinterfragt und gleichzeitig kritisiert.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Steve Mills, Ryan Haggerty: William Heirens, known as the 'Lipstick Killer,' dead. In: Chicago Tribune. 6. März 2012, abgerufen am 10. November 2020.
  2. Douglas Martin: William Heirens, the ‘Lipstick Killer,’ Dies at 83. In: The New York Times. 7. März 2012, abgerufen am 10. November 2020.
  3. 'Lipstick Killer' William Heirens. In: Chicago Tribune. 21. November 2013, abgerufen am 10. November 2020.
  4. Supreme Court of Illinois: People v. Heirens. In: Justia US Law. 23. September 1954, abgerufen am 10. November 2020.
  5. Mary Wisniewski: William Heirens, the "Lipstick Killer," dies at 83. In: Reuters. 6. März 2012, abgerufen am 10. November 2020.