Hauptmenü öffnen

William Ged (* 1690 in Edinburgh; † 19. Oktober 1749 in Leith, Midlothian) war ein schottischer Goldschmied und Erfinder.[1]

LebenBearbeiten

Im Jahr 1725 patentierte er sein Verfahren zur Stereotypie. Er hatte die Typen des Holländers J. van der Mey (Vater des berühmten Malers) zusammengelötet. Seine Idee beruhte darauf eine komplette Typenseite in eine Form zu gießen.

Da er die Buchdrucker in Edinburgh nicht davon überzeugen konnte, ging er eine Partnerschaft mit mehreren Personen ein.

  • William Fenner, ein Schreibwarenhändler mit dem er von 1729 bis 1733 gemeinsam Druckplatten herstellte. Grundlage war ein Verfahren, das aus China und Japan bekannt war. Da sie Geldgeber für ihr Projekt benötigten nahmen sie weitere Partner auf.
  • John James (um 1673–1746),[2] ein Architekt aus Greenwich, der unter anderem die Pläne für den Bau der St. Mary’s Church in Twickenham entwarf.
  • Thomas James (Type-Founder = Schriftgießer, 1685–1738), dessen Bruder.
  • James Gadd [Ged], William Geds Sohn, ein Kapitän des Perth Regiments, der an dem Aufstand der Jakobiten im Jahr 1745 beteiligt war und des Hochverrats angeklagt wurde. Sein Leben wurde verschont, da seine Kenntnis der Druckmethode als nützlich angesehen wurde.[3]

Von der University of Cambridge erhielt Ged den Auftrag, Bibeln und Gebetbücher zu drucken, was aber durch Intrigen verhindert wurde. So zog er sich aus dem Buchdruck zurück und wurde Goldschmied und Juwelier.[4] 1736 vollendete er einen Sallust.[5] Andrew Wilson, der Drucker von Charles Stanhope, 3. Earl Stanhope[6] perfektionierte seine Erfindung.

Geds Sohn James half ihm im Alter von 10 bis 12 Jahren beim Druck des Sallust. Zudem hatte er eine Tochter, die seine Memoiren nach seinem Tod durch ein Kapitel ergänzte und herausgab. Ein weiterer Sohn war William Ged Jr. der nach Jamaika auswanderte, wo er als erfolgreicher Drucker arbeitete. Er schickte seinem Bruder James Geld, damit dieser die Werkzeuge und Druckmaschinen des Vaters mit zu ihm nach Jamaika bringen sollte. James beauftragte einen Freund mit der Verschiffung, doch die Waren gingen verloren. James Ged starb kurz nach seiner Ankunft auf Jamaika.

LiteraturBearbeiten

  • William Ged, Edward Rowe Mores: Biographical memoirs of William Ged – including a particular account of his progress in the art of block-printing. J. Nichols, London 1781 (archive.org).
  • William Owen, William Johnston: Ged (William). In: A new and general biographical dictionary: containing an historical and critical account of the lives and writings of the most eminent persons … Band 6. W. Strahan et al., London 1784, S. 61–62 (books.google.de).
  • Inventor of Stereotyping – William Ged. In: Scientific American. Band 20, Nr. 8, Februar 1869, S. 114–115, doi:10.1038/scientificamerican02201869-114a.
  • James Burnley: Ged, William. In: Leslie Stephen (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 21 (Garnett – Gloucester), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City / London 1890, S. 9798 (englisch).
  • John Carter: William Ged and the invention of stereotype. The Bibliographical Society, London 1960, OCLC 40550717.
  • Janet Backhouse: Reviews. In: The Library. s6-13, Nr. 2, 1991, ISSN 0024-2160, S. 158–159, doi:10.1093/library/s6-13.2.158.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ged, William. In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Band 11: Franciscans – Gibson. London 1910, S. 547 (englisch, Volltext [Wikisource]).
  2. Bertha Porter: James, John (d.1746). In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 29 (Inglis – John), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City / London 1892, S. 213215 (englisch).
  3. William Ged, Edward Rowe Mores: Biographical memoirs of William Ged – including a particular account of his progress in the art of block-printing. J. Nichols, London 1781 (archive.org).
  4. William Ged – Scottish goldsmith. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 7. Mai 2019 (englisch).
  5. Metz, Küntzel: Geschichte des Buchhandels und der Buchdruckerkunst. S. 273 (books.google.de).
  6. openlibrary.org