Wilhelm Roser

deutscher Chirurg
Wilhelm Roser auf einer Carte de Visite, Fotografie von Friedrich Brandseph um 1862, Albuminpapier

Wilhelm Ferdinand Roser (* 26. März 1817 in Stuttgart, Königreich Württemberg; † 16. Dezember 1888 in Marburg, Königreich Preußen[1]) war ein deutscher Mediziner, Chirurg und Augenarzt.

FamilieBearbeiten

Wilhelm Roser ist der Sohn des Staatsrates Karl von Roser und seiner Ehefrau Luise geb. Vischer (* 23. Juli 1796 in Calw; † 1. August 1841 in Stuttgart) einer Schwester von Emilie Vischer, der Ehefrau von Ludwig Uhland. Beide Frauen sind Töchter des Calwer Großkaufmann Johann Martin Vischer, der sich Ende des 18. Jahrhunderts von dem Hofbaumeister Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer in Calw ein prächtiges Stadtpalais im klassizistischen Stil erbauen ließ.

Wilhelm Roser wuchs mit drei Brüdern und zwei Schwestern auf. Einer der bekannten Nachkommen Wilhelm Rosers ist der Puppenspieler Albrecht Roser.

Wilhelm Roser war dreimal verheiratet. In seiner I. Ehe vom 9. Februar 1847 bis 4. Januar 1853 mit Fanny Weber (* 30. Juni 1827 in Tübingen; † 4. Januar 1853 in Marburg), Tochter des Gerichtspräsidenten von Weber in Tübingen, in II. Ehe vom 24. November 1855 bis 10. Februar 1870 mit Charlotte Haug (* 21. November 1833 in Tübingen; † 10. Februar 1870 in Marburg), der ältesten Tochter des Tübinger Historikers Carl Friedrich Haug,[2] und in III. Ehe vom 10. Oktober 1871 bis 16. Dezember 1888 mit Amalie Haug (* 10. September 1848 in Tübingen; † 21. Juni 1890 in Marburg), der zweitjüngsten Tochter des Tübinger Historikers Carl Friedrich Haug.

Wilhelm Roser hat aus seinen drei Ehen 13 Kinder. Seine jüngste Tochter wurde geboren, als Roser 65 Jahre alt war.[3] Wilhelm Roser ist verschwägert mit Carl Friedrich Haug junior, Karl von Riecke und Oskar von Bülow. Karl von Riecke verfertigte, basierend auf den lebenslangen genealogischen Forschungen seines Schwiegervaters Carl Friedrich Haug, eine Schrift zur Württembergischen Familien- und Landesgeschichtet.[4]

WerdegangBearbeiten

1834 nahm Wilhelm Roser, zusammen mit seinen engen Freunden Karl Reinhold August Wunderlich und Wilhelm Griesinger, an der Eberhard Karls Universität Tübingen das Studium der Medizin auf. Im Jahr 1839 wurde Roser mit seiner Inaugural-Dissertation: Die Humoralätiologie, von der Hohen Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen zum Doktor der Medizin promoviert.

In den folgenden Jahren unternahm Wilhelm Roser Studienreisen nach Würzburg, Wien, Paris und Halle an der Saale. In Wien lernte Roser Karl von Rokitansky und Josef von Škoda kennen. In Paris entstand die wissenschaftlich fruchtbare Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Auguste Nélaton. 1841 nach Württemberg zurückgekehrt, habilitierte sich Wilhelm Roser an der Eberhard Karls Universität im Fach Chirurgie und lehrte anschließend an der dortigen Medizinischen Fakultät als Privatdozent.

 
Wilhelm Rosers Grab auf dem Marburger Hauptfriedhof (2017)
 
Porträtbüste von Wilhelm Roser in Marburg, geschaffen von Max Lange

Von 1846 bis 1850 war Roser Oberamtswundarzt in Reutlingen. Dort erreichte ihn ein Ruf an die Philipps-Universität nach Marburg, auf den Lehrstuhl für Chirurgie in der Nachfolge seines Kollegen Eduard Zeis. Roser folgte dem Ruf an die Universität Marburg und begleitete den Lehrstuhl bis zu seiner Emeritierung. In Marburg etablierte er die Augenheilkunde. 1869 wurde Roser zum Geheimen Medizinalrat ernannt. Wilhelm Roser lebte bis zu seinem Tode im Jahre 1888 mit seiner Familie in Marburg.

Mit Karl Wunderlich und Wilhelm Griesinger gründete Wilhelm Roser 1841 das Archiv für physiologische Heilkunde.

EhrungenBearbeiten

FamilienbilderBearbeiten

WerkeBearbeiten

  • Handbuch der anatomischen Chirurgie. Tübingen 1844; 8. Aufl., 1884; frz. Übers., Paris, 1870; engl. Übers., London 1873.
  • Allgemeine Chirurgie. Tübingen 1845.
  • Chirurgisch-anatomisches Vademecum. Tübingen 1847; 9. Aufl., 1892.
  • Ueber die sogenannte Spezifität der Ophthalmien. Archiv für physiologische Heilkunde, 1847, p 101.
  • Die Lehre vom Hornhaut-Staphylom. Marburg 1851.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Wilhelm Roser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Staatsarchiv Marburg (HStAMR), Best. 915 Nr. 5669, S. 443 (Digitalisat).
  2. Karl Klüpfel: Haug, Karl Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 52–54.
  3. sämtliche Daten zur Genealogie sind nach den Aufzeichnungen aus dem Familienarchiv der Nachkommen des Regierungsrates Carl Friedrich Feuerlein angegeben.
  4. Altwirtembergisches aus Familienpapieren zum besten des Lutherstiftes einer Erziehungsanstalt für Pfarrerssöhne, verfasst und herausgegeben von Karl Viktor von Ricke [1]