Wilhelm Hofmann (Politiker)

deutscher Lehrer und Politiker (FDP/DVP)

Wilhelm Hofmann (* 24. Januar 1917 in Heilbronn; † 15. August 1995 ebenda) war ein deutscher Lehrer und Politiker (FDP/DVP). Von 1972 bis 1976 war er Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg.

LebenBearbeiten

Hofmann besuchte die Grundschule und das Gymnasium und absolvierte 1937 das Abitur. Es folgten Arbeitsdienst und Militärdienst als Wehrpflichtiger. 1939 bis 1947 war er als Soldat im Zweiten Weltkrieg, geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft und hatte als Kriegsversehrter einen Lazarett­aufenthalt.

An der Universität Tübingen studierte er von 1947 bis 1951 Geschichte, Germanistik, Englische Philologie und Philosophie. Mit einer Arbeit über Adel und Landesherrn am nördlichen Schwarzwald von der Mitte des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts[1] wurde er 1951 zum Dr. phil. promoviert.

1953 bis 1965 war Hofmann Lehrer für Geschichte, politische Wissenschaft, Deutsch und Englisch am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Heilbronn. Er war in dieser Zeit Mitbegründer der heimatgeschichtlichen Beilage Schwaben und Franken der Tageszeitung Heilbronner Stimme. Für ein von Wilhelm Mattes geplantes Heimatbuch der Stadt Heilbronn schrieb er 1960 ein im Manuskript 82 Seiten umfassendes Kapitel über Die Geschichte der Stadt Heilbronn vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart, das wie das gesamte Heimatbuch nach dem Tod von Mattes im selben Jahr unveröffentlicht blieb. Die fertiggestellten Manuskripte des Heimatbuches wurden von der Stadt Heilbronn gekauft und dem Stadtarchiv Heilbronn übergeben.

1966 wechselte Hofmann als Schulleiter im Rang eines Oberstudiendirektors ans Neue Gymnasium nach Stuttgart-Feuerbach. Nachdem zur Entlastung des überfüllten Neuen Gymnasiums 1975 das neue Solitude-Gymnasium in Stuttgart-Weilimdorf eröffnet worden war, wechselte Hofmann als Schulleiter mit einem Teil der Schüler und Lehrer dorthin.[2] 1980 trat er in den Ruhestand.

Hofmann war verheiratet und hatte drei Kinder. Von 1955 bis 1966 war er stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP in Heilbronn, ab 1971 war er im FDP-Landesvorstand. Dem Stuttgarter Gemeinderat gehörte er von 1968 bis 1972 an, ab 1971 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Über ein Zweitmandat vertrat er von 1972 bis 1976 den Wahlkreis Stuttgart IV im Landtag von Baden-Württemberg. Bereits zuvor war er vom Landtag zum Mitglied der vierten Bundesversammlung gewählt worden, die 1964 Heinrich Lübke als Bundespräsident wiederwählte.[3]

AuszeichnungenBearbeiten

1986 wurde Wilhelm Hofmann mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.[4] 1990 erhielt er die Reinhold-Maier-Medaille der Reinhold-Maier-Stiftung.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag der Dissertation Hofmanns im Katalog Der Deutschen Bibliothek
  2. „Offen für das Neue“ – Wie wir wurden, was wir sind. Eine Chronik des Neuen Gymnasiums (Memento des Originals vom 14. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.neues-gymnasium.de bei neues-gymnasium.de (abgerufen am 5. Januar 2013)
  3. Biografische Notiz auf www.kgparl.de, abgerufen am 17. Juli 2017.
  4. Liste der Ordensträger 1975–2019. (PDF; 180 kB) Staatsministerium Baden-Württemberg, abgerufen am 12. Juni 2019.

LiteraturBearbeiten

  • Handbuch des Landtags von Baden-Württemberg. 6. Wahlperiode 1972–1976. Landtag von Baden-Württemberg, Stuttgart 1972, S. 371 (Loseblattausgabe.).
  • Uwe Jacobi: Die vermißten Ratsprotokolle. 3. Auflage. Verlag Heilbronner Stimme, Heilbronn 1995, ISBN 3-921923-09-3, S. 49, 110.
  • Frank-Roland Kühnel: Landtage, Abgeordnete und Wahlkreise in Baden-Württemberg 1946 bis 2009. Von der Vorläufigen Volksvertretung Württemberg-Badens bis zum 14. Landtag von Baden-Württemberg. Landtag von Baden-Württemberg, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-923476-01-5, S. 198.
  • Josef Weik: Die Landtagsabgeordneten in Baden-Württemberg 1946 bis 2003. 7. Auflage. Landtag von Baden-Württemberg, Stuttgart 2003, ISBN 3-923476-03-5, S. 68.

WeblinksBearbeiten