Wiktor Wassiljewitsch Solotow

russischer Offizier, Direktor der Nationalgarde Russlands und Mitglied des Sicherheitsrates Russlands

Wiktor Wassiljewitsch Solotow (russisch Виктор Васильевич Золотов; * 27. Januar 1954 in Sassowo) ist ein russischer Armeegeneral und der derzeitige Direktor der Nationalgarde Russlands und Mitglied des Sicherheitsrates Russlands.

Wiktor Solotow (2020)

BiografieBearbeiten

Solotow wurde in eine Arbeiterfamilie geboren und arbeitete als Stahlarbeiter.[1]

In den 1990er-Jahren wurde er als Leibwächter des Bürgermeisters von Sankt Petersburg Anatoli Sobtschak eingestellt. Bei dieser Aufgabe traf er Wladimir Putin, der zu dieser Zeit Vizebürgermeister war. Solotow wurde ein Sparringspartner des zukünftigen Präsidenten Russlands im Boxen und Judo, und „wenn Putin in der Öffentlichkeit erschien, konnte Solotow direkt hinter ihm gesehen werden“.[1] Solotow gilt seitdem als einer von Putins engsten Vertrauten. Auch Solotow stammt wie Putin aus dem Dienst des KGB.[2] Von 1996 bis 1999 arbeitete er in der Sicherheitsfirma Baltik-Escort als persönlicher Leibwächter des russischen Geschäftsmanns Roman Tsepow.

Von 2000 bis 2013 war Solotow Chef des Sicherheitsdienstes des russischen Ministerpräsidenten und Präsidenten Putin. Er kommandierte Sicherheitsoffiziere, die in Russland als „Männer in Schwarz“ bekannt sind, weil sie schwarze Anzüge und schwarze Sonnenbrillen trugen.[1] 2014 wurde er Erster Stellvertretender Innenminister der Russischen Föderation ernannt und Oberbefehlshaber der inneren Truppen des Innenministeriums.

Im April 2016 wurde Solotow zum Oberbefehlshaber der russischen Nationalgarde ernannt und durch ein Präsidialdekret zum Mitglied des Sicherheitsrates ernannt.[3]

Im April 2018 verhängten die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen ihn und 23 weitere russische Staatsangehörige.[4][5]

2018 erlangte Solotow durch eine im Internet verbreitete Videobotschaft breite öffentliche Aufmerksamkeit, in der er den Oppositionellen Alexei Nawalny bedrohte, nachdem dieser von Korruption innerhalb der Nationalgarde berichtet hatte. Ein Vertrauter Solotows war demnach zum einzigen Lebensmittellieferanten der Garde avanciert und die Einkaufspreise hatten sich anschließend zum Teil verdoppelt.[6][7]

Aufgrund der Inhaftierung von Alexei Nawalny im Jahr 2021 verhängte die Europäische Union (EU) Anfang März 2021 Einreisesperren in die EU und Kontensperrungen gegen ihn als den Befehlshaber der russischen Nationalgarde.[8]

Russischer Überfall auf die UkraineBearbeiten

Solotow war der erste ranghohe General aus Wladimir Putins Sicherheitsapparat, der am 14. März 2022, am Tag 19 des Krieges eingestand, dass Russland bei seiner Invasion nicht so vorankomme wie geplant. Präsident Putin hatte zuvor stets geäußert, alles laufe nach Plan – auch zeitlich.[9]

WeblinksBearbeiten

Commons: Viktor Zolotov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Pete Earley. Comrade J.: The Untold Secrets of Russia's Master Spy in America after the End of the Cold War, Putnam Adult (24 January 2008), ISBN 0-399-15439-6, S. 298–301.
  2. Margarete Klein: Russlands neue Nationalgarde. Eine Rückversicherung für Putin gegen Massenproteste und illoyale Eliten. SWP 2016
  3. Former chief of Putin's security service appointed Russian National Guard chief — Kremlin. Abgerufen am 1. Januar 2021.
  4. OFAC Recent Actions | U.S. Department of the Treasury. Abgerufen am 1. Januar 2021.
  5. USA verhängten Sanktionen gegen sieben russische Oligarchen und 17 Beamte der "Kremlin-Liste". Abgerufen am 1. Januar 2021 (russisch).
  6. Maxim Kireev: "Ein Hauch von Zarenreich: General fordert Oppositionellen zum Duell" mdr.de vom 19. September 2018, abgerufen am 25. Februar 2022
  7. Udo Lielischkies: Im Schatten des Kreml, Droemer, ISBN 978-3-426-27774-4 Seite 27
  8. Fall Nawalny: USA verhängen im Fall Nawalny Sanktionen gegen Russland. In: DER SPIEGEL. Abgerufen am 4. März 2021.
  9. Carolin Ströbele: Moskau - Weiter starker ukrainischer Widerstand in Luhansk www.zeit.de, abgerufen am 14. März 2022