Wiktor Uladsimirowitsch Scheiman

weißrussischer Politiker und Staatsmann

Wiktor Uladsimirowitsch Scheiman (weißrussisch Віктар Уладзіміравіч Шэйман; russisch Ви́ктор Влади́мирович Ше́йман; * 26. Mai 1958 im Rajon Woronowski, Hrodsenskaja Woblasz, Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik, UdSSR) ist ein weißrussischer Politiker und Staatsmann.

BiographieBearbeiten

Scheiman ist Absolvent der Höheren Panzerschule von Blagoweschtschensk und der Akademie des Innenministeriums der Republik Belarus. Den Militärdienst leistete er in den Luftlandetruppen der Sowjetunion ab und nahm in den 1980er Jahren an sowjetischen Militäroperationen in Afghanistan teil. Zum Zeitpunkt seiner Wahl zum Abgeordneten des Obersten Sowjets der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik der 12. Einberufung diente Scheiman im Jahr 1990 im Rang eines Majors als stellvertretender Kommandant der 38. belarussischen Luftangriff-Brigade.

Von 1990 bis 1994 war Scheiman Abgeordneter des Obersten Rates der Republik Belarus und zuständiger Sekretär der Kommission des Obersten Rates für die Fragen der Nationalen Sicherheit, Verteidigung und Kriminalitätsbekämpfung. Bei den Präsidentschaftswahlen 1994 stellte er sich eindeutig an die Seite von Aljaksandr Lukaschenka.

Zwischen Dezember 1995 und November 2000 bekleidete Scheiman den Posten des Staatssekretärs des Sicherheitsrates von Weißrussland. In diesem Zeitraum war er auch als Innenminister des Landes tätig.

Im November 2000 wurde Scheiman zum Generalstaatsanwalt von Weißrussland ernannt und blieb auf diesem Posten bis Ende 2004, bevor er in die Präsidialverwaltung wechselte. Im Dezember 2005 gründete er eine Initiativgruppe zur Unterstützung von Lukaschenka bei den Präsidentschaftswahlen 2006 und leitete persönlich seine gesamte Wahlkampagne.

Im März 2006 erhielt Scheiman eine neue Position als Staatssekretär des Sicherheitsrates von Weißrussland. Im Juli 2008 entließ Lukaschenka Scheiman von seinem Amt. Als Grund nannte der weißrussische Präsident die Explosion in Minsk während der Feierlichkeiten am Unabhängigkeitstag und die damit verbundenen Sicherheitslücken. Doch im Januar 2009 machte Lukaschenka Scheiman zu seinem Beauftragten für Sonderfragen. Vier Jahre später wurde er von dieser Position entbunden.[1]

KritikBearbeiten

Die Kritiker werfen Scheiman vor, sein Amt als Generalstaatsanwalt missbraucht zu haben, um die oppositionelle Zeitung „Swoboda“ zu schließen. Von politischen Oppositionsgruppen und internationalen Menschenrechtsorganisationen wird er zudem beschuldigt, die sogenannten „Todesschwadronen“ organisiert zu haben. Diese sollen nämlich für die Ermordung der Oppositionspolitiker und von Dmitri Sawadski, dem Korrespondenten des russischen Fernsehsenders Perwy Kanal verantwortlich gewesen sein.[2] 2006 wurde gegen Scheiman und 40 weitere Mitglieder der weißrussischen Regierung wegen der Wahlmanipulationen das Einreiseverbot in die Europäische Union und die USA verhängt. 2008 wurde er aus der Sanktionsliste gestrichen.[3]

2018 wurde Scheiman erneut auf die Sanktionsliste der EU und USA gesetzt. Die US-amerikanische Regierung behauptet, Scheiman sei eines der größten Hindernisse für die demokratischen Veränderungen in Weißrussland.[4]

PrivatesBearbeiten

Scheiman ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Виктор Шейман | НОВОСТИ | TUT.BY. Abgerufen am 16. Dezember 2018 (russisch).
  2. COUNCIL DECISION 2012/642/CFSP of 15 October 2012 concerning restrictive measures against Belarus. 17. Oktober 2012, abgerufen am 16. Dezember 2018 (englisch).
  3. Чем санкции Евросоюза отзовутся для Беларуси? 1. Februar 2011, abgerufen am 16. Dezember 2018 (russisch).
  4. Санкции против Виктора Шеймана. 12. März 2018, abgerufen am 16. Dezember 2018 (russisch).