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Wiesbaden-Schierstein

Stadtteil von Wiesbaden

Schierstein ist ein Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Wappen von Schierstein
Wappen von Wiesbaden
Schierstein
Ortsbezirk von Wiesbaden
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Über dieses Bild
Koordinaten 50° 2′ 40″ N, 8° 11′ 50″ OKoordinaten: 50° 2′ 40″ N, 8° 11′ 50″ O
Höhe 83–173 m ü. NN
Fläche 9,43 km²
Einwohner 10.207 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 1082 Einwohner/km²
Ausländeranteil 14,8 % (31. Dez. 2016)
Eingemeindung 28. Okt. 1926
Postleitzahl 65201, 65203[1]
Vorwahl 0611
Adresse der
Verwaltung
Karl-Lehr-Straße 6
65201 Wiesbaden
Website www.wiesbaden.de
Politik
Ortsvorsteher Urban Egert (SPD)
Stellv. Ortsvorsteher Walter Richters (Grüne)
Quelle: Landeshauptstadt Wiesbaden: EWZ - HW am 31. Dezember 2016 (Memento vom 23. Januar 2017 im Internet Archive)
Wiesbaden-Schierstein mit dem Schiersteiner Hafen

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Schierstein liegt etwa fünf Kilometer südwestlich der Innenstadt Wiesbadens am Rhein, unterhalb von Rhein-Kilometer 505. Schierstein hat zwischen der Reichsapfelstraße und dem Ufer einen Ortskern mit engen Gassen und vielen kleinen Häusern bis hinunter zur Hafenstraße. Diese dient als Uferpromenade am Schiersteiner Hafen, dessen Becken von vielen Bootsstegen und entsprechendem Bootsverkehr belebt wird. Wegen ihres mediterranen Flairs wird die platanenbestandene und verkehrsberuhigte Hafenpromenade „Schiersteiner Riviera“[2] genannt. Die sogenannte Dyckerhoff-Brücke überspannt die Hafeneinfahrt. Der Wiesbadener Zement-Hersteller Dyckerhoff hat diese Fußgängerbrücke zu seinem hundertjährigen Bestehen 1967 gestiftet. Mitten im Ortskern steht die Christophoruskirche im Baustil des Rokoko.

 
Der Kettenborn-Palais neben der ehemaligen Sektkelterei der Firma Söhnlein

Rings um den Ortskern haben sich Gewerbebetriebe angesiedelt. Im Westen lag die Söhnlein Rheingold Sektkellerei, deren Verwaltungsgebäude inzwischen als Rheingau-Palais für Büros der SGL Carbon genutzt wird. Nördlich der Bahnlinie haben sich vor allem die Glyco Metall-Werke ausgebreitet, nun ein Tochterunternehmen von Federal-Mogul. Am Osthafen befindet sich das Bürogebäude der Schufa Holding AG. Viele kleine und mittlere Unternehmen haben sich im Osten zwischen der Bahnlinie und dem Rheinufer angesiedelt an der Alten Schmelze, der Schoßbergstraße, der Rheingaustraße und der Äppelallee. Dieses Gewerbegebiet setzt sich östlich der Autobahn im benachbarten Stadtteil Biebrich fort.

Im Norden von Schierstein liegt die Siedlung Freudenberg, die zum Stadtteil Dotzheim gehört. Westlich grenzt Schierstein an den Weinort Walluf, dazwischen befindet sich das ausgedehnte Wasserschutzgebiet des Wasserwerks Schierstein,[3] dessen Gelände von Weißstörchen zur Brut genutzt wird.[4] Südlich des Hafens befinden sich Bauernaue und Bismarksaue[5], die die Hafeneinfahrt mit der Dyckerhoff-Brücke bilden. Die Rettbergsaue als eine der Rheinauen befindet sich ebenfalls teilweise auf Schiersteiner Gebiet und dient als Naherholungsgebiet.

GeschichteBearbeiten

 
Ansichtskarte (um 1908)

Aus der Gemarkung von Schierstein sind Funde der neolithischen Bandkeramischen Kultur und der Rössener Kultur bekannt. Im Bereich des Ortskernes von Schierstein befand sich in der Zeit der Michelsberger Kultur im 5./4. Jahrtausend vor Chr. ein Erdwerk, von dem 1913 ein ca. 120 m langer Teilabschnitt im Bereich der Ziegelei Dr. Peters dokumentiert wurde. Siedlungsfunde gibt es auch aus späteren Perioden der Hallstattzeit und der Latènezeit. In römischer Zeit befanden sich in der Gemarkung mehrere Gutshöfe vom Typus der Villa Rustica. Von einem dieser römischen Gutshöfe stammt eine Jupitergigantensäule, die heute in Kopie noch in der Wilhelm-Loos-Anlage[6] an der Hafenpromenade besichtigt werden kann.[7] Die Säule wurde am 28. Februar 221 n. Chr. von Viccius Seneca, einem Reiter der Legio XXII Primigenia, geweiht. Nördlich des Bahnhofes befand sich vom 5.-7. Jhd. ein Gräberfeld der Merowingerzeit, welches seit 1828 bekannt ist. Funde des Gräberfeldes sind im Heimatmuseum Schierstein aber auch im Museum für Vor- und Frühgeschichte (Berlin) zu sehen.

Urkundlich erwähnt wurde Schierstein bereits im Jahre 860. Der Name des Dorfes entwickelte sich von Skerdestein um 973 über Skerdisstein zu Scerstein im Jahr 1017[8] – was dem mundartlichen Scheerstaa ähnlich ist. Schierstein bedeutet Stein des Sherto – wobei Stein hier die Bedeutung von Burg hat.[9] Da Schierstein zum Kronland der fränkischen Könige gehörte, trägt es einen Reichsapfel im Wappen.[10]

Im Jahre 1926 erfolgte die Eingemeindung nach Wiesbaden. Schierstein zählt heute rund 10.000 Einwohner. Wegen der unmittelbaren Lage am Rhein nennt sich Schierstein genauso wie der Nachbarort Walluf „Pforte zum Rheingau“.[11]

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Hatte Schierstein 1834 noch über 1192 Einwohner, wuchs die Zahl im Laufe des 19. Jahrhunderts zeitgleich mit dem Aufstieg Wiesbadens zur Weltkurstadt beständig und erreichte im Jahr 1895 bereits 2976 Bewohner. In den nächsten 10 Jahren ergab sich eine erneute Steigerung um fast 50 % auf 4431 Einwohner 1905. 1925, kurz vor der Eingemeindung nach Wiesbaden, lebten 4896 Personen in Schierstein.[8] 2012 lebten 10.190 Menschen im Ortsbezirk.

ReligionBearbeiten

 
Der Rokokobau der Christophoruskirche im Ortskern

Um 860 ist in Schierstein die erste Kirche und Pfarrsprengel nachweisbar, die Kirche befand sich neben dem Zehnthof am damaligen westlichen Ortsrand. Nachdem sie 1732 teilweise einstürzte, wurde sie 1752 endgültig abgerissen und an anderer Stelle die Christophoruskirche errichtet, die 1754 eingeweiht wurde.[8] Die zugehörige evangelische Christophorusgemeinde verfügt neben der Rokoko-Kirche über ein Gemeindehaus mit Kindergarten am Hafen.[12] In Schierstein-Nord befindet sich mit dem Gemeindezentrum mit Kindergarten der Auferstehungsgemeinde eine weitere evangelische Gemeinde.[13] Die katholische Kirche St. Peter und Paul befindet sich nördlich des Ortskerns.[14] Sie ist seit Anfang 2013 Sitz der neuen Pfarrei St. Peter und Paul mit neun Kirchorten. Außerdem befindet sich seit August 2015 am Rande des Ortskerns die Adventgemeinde Wiesbaden, die das Kirchengebäude der Neuapostolischen Kirchengemeinde erwarb und vollständig renovierte.[15] Die Gottesdienste der Neuapostolischen Kirchengemeinde fanden bis Ende 2012 statt.[16] Ab dem 18. Jahrhundert bestand eine jüdische Gemeinde in Schierstein, deren letzte Mitglieder 1942 deportiert wurden. An die jüdische Vergangenheit Schiersteins erinnert noch eine Gedenkstätte, an der eine Rosette der 1858 eingeweihten, 1938 bei den Novemberpogromen abgebrannten und in den 1960er Jahren abgebrochenen Schiersteiner Synagoge ausgestellt ist.[17] Zwischen Schierstein und dem westlichen Nachbarort Walluf wurde 1890 ein jüdischer Friedhof angelegt, der bis 1922/23 belegt wurde.[18] Der Anfang der 1920er Jahre angelegte neue jüdische Friedhof befindet sich auf dem Gelände des seit 1898 bestehenden städtischen Friedhofs am Westrand des Ortes.[19] Am westlichen Ortsrand zwischen der Autobahn A66 und der rechtsrheinischen Bahnstrecke errichtet der marokkanische Kulturverein Masjid Badr seit Mitte 2012 ein muslimisches Gemeindezentrum.[20]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus Schierstein, Sitz der Ortsverwaltung[21]

WahlergebnisseBearbeiten

Nach den Kommunalwahlen in Wiesbaden ergab sich jeweils folgende Sitzverteilung im Ortsbeirat Wiesbaden-Schierstein (alle Angaben in Prozent, Anzahl Sitze in Klammern):[22]

CDU SPD GRÜNE FDP FW Sonstige Wahlbeteiligung Sitze gesamt
2016 32,3 (5) 39,7 (6) 17,7 (3) 10,2 (1) 44,2 15
2011 35,7 (5) 39,7 (6) 15,9 (3) 1,6 (–) 3,5 (1) 3,6 (–) 43,0 15
2006 39,5 (5) 47,3 (5) 09,5 (1) 2,7 (–) 1,0 (–) 41,9 11
2001 36,4 (4) 49,6 (5) 08,0 (1) 6,0 (1) 50,4 11
1997 35,0 (4) 50,8 (6) 10,5 (1) 3,6 (–) 65,2 11
1993 32,5 (3) 42,3 (5) 10,0 (1) 5,5 (1) 9,6 (1) 68,6 11
1989 32,6 (4) 55,4 (6) 07,1 (1) 5,0 (–) 74,3 11
1985 42,0 (6) 48,6 (8) 05,0 (1) 3,7 (–) 0,6 (–) 70,9 15
1981 45,9 (7) 46,0 (7) 7,3 (1) 0,8 (–) 69,1 15
1977 46,8 (7) 47,6 (8) 5,6 (1) 73,4 15
1972 34,3 (5) 59,2 (9) 6,5 (1) 77,9 15
Ortsbeiratswahl 2016
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
32,3 %
39,7 %
17,7 %
10,2 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-3,4 %p
± 0,0 %p
+1,8 %p
+8,6 %p
-7,1 %p

Ortsvorsteher in Wiesbaden-SchiersteinBearbeiten

  • 1946–1948 Jakob Oho (SPD)
  • 1948–1949 Otto Bergs (SPD)
  • 1949–1960 Alfred Schumann (SPD)
  • 1960–1970 Karl Pracht (SPD)
  • 1971–1972 Hans Römer (SPD)
  • 1972–1974 Lothar Körner (SPD)
  • 1975–1981 Norbert Wiese (SPD)
  • 1981–1985 Karl-Heinz Seibert (CDU)
  • 1985–2010 Dieter Horschler (SPD)
  • seit 2010 Urban Egert (SPD)[23]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MusikBearbeiten

In der Christophoruskirche ist mit der Schiersteiner Kantorei ein 1962 gegründeter Konzertchor beheimatet. In der Auferstehungsgemeinde und in St. Peter und Paul sind ebenfalls Chöre angesiedelt.[24] Der 1877 gegründete Männerchor Eintracht wurde 2005 zu einem gemischten Chor erweitert.[25]

SportBearbeiten

 
Wassersportfläche Schiersteiner Hafen

Das heute größtenteils als Yachthafen genutzte Hafenbecken ist gleichzeitig eine 1250 m lange Regattastrecke, welche überwiegend von Wassersportlern genutzt wird, die in mehreren örtlichen Wassersport-, Kanu- und Rudervereinen organisiert sind. Zudem hat sich Schierstein zu einem der deutschen Zentren des Drachenboot-Sports entwickelt, die im Hafenbecken trainierenden WVS Rheingauner wurden 2007 Weltmeister.[26] Von August 2007 bis August 2010[27] fand der Start des Ironman 70.3 Germany, der sich inzwischen zum größten Halb-Ironman der Welt[28] entwickelt hat, im Schiersteiner Hafen statt. Außerdem gibt es die Turngemeinde Schierstein 1848 mit Angeboten wie Handball, Leichtathletik, Tennis und Turnen, weiterhin sind dort mehrere Fußballvereine beheimatet: 1. FSV Schierstein 08, SV Schierstein 1913, SG Schierstein 1979 und FSV Hellas Schierstein 1968. Zu erwähnen sind noch die Freie Turnerschaft Schierstein 1913 mit Tischtennis und der Wassersportverein Schierstein 1921.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

1720 wurde ein Jahrmarkt an Schierstein verliehen.[8] Am Hafen findet jedes Jahr im Juli das „Schiersteiner Hafenfest“ mit seinem Drachenbootrennen statt, zu dem 2009 mehr als 200.000 Besucher kamen.[2] Zudem findet seit 2003 im zweijährigen Rhythmus der „Schiersteiner Jugendtag“ statt, der für Jugendliche von der AG Jugend des Ortsbeirats koordiniert wird. Angeboten werden Darbietungen und Mitmachaktionen der örtlichen Vereine, Gruppen und Firmen sowie lokaler Bands. Lediglich im Jahr 2011 ist die Veranstaltung wegen der hessischen Kommunalwahl am 27. März 2011 ausgefallen.[29][30] Außerdem gibt es seit 2006 alle zwei Jahre die „Schiersteiner Kulturtage“, die von der Volkshochschule Schierstein in Zusammenarbeit mit Vereinen und Kirchengemeinden veranstaltet werden.[31]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Nördlich der Schiersteiner Ortskerns verläuft parallel zum Rhein die Bundesautobahn 66, welche im Westen von Schierstein in die Bundesstraße 42 übergeht und in den Rheingau Richtung Rüdesheim führt. Nordöstlich von Schierstein befindet sich das Schiersteiner Kreuz, in dem sich die A 66 mit der A 643 schneidet, welche nach Süden mit der Schiersteiner Brücke den Rhein überquert und nach Mainz führt.

Bahnhof Wiesbaden-SchiersteinBearbeiten

 
Bahnhof Wiesbaden-Schierstein

Eisenbahntechnisch ist Schierstein mit dem Haltepunkt Wiesbaden-Schierstein an die rechte Rheinstrecke angeschlossen, welche den Wiesbadener Hauptbahnhof mit Niederlahnstein verbindet. Vom ehemaligen Bahnhof mit fünf Gleisen dienten zwei dem Personenverkehr, wobei das zweite über einen vom Hausbahnsteig abgehenden niveaugleichen Übergang erreicht wurde. Das traufständige Empfangsgebäude mit zwei übergiebelten Seitenrisaliten umfasste ursprünglich einen Warteraum mit Fahrkartenschalter sowie Wohnräume im Obergeschoss. Zudem befand sich hier ein Drucktastenstellwerk der Firma Siemens.[32] Neben dem Empfangsgebäude stand für den Stückgutverkehr ein Güterschuppen zur Verfügung. Östlich des Bahnhofs zweigten Industriegleise ab zur Alten Schmelze, zum Industriegebiet an der Hagenauer Straße sowie zum Raiffeisen-Werk und der Knochenmühle am Schiersteiner Hafen.

Nach mehreren Rückbaumaßnahmen, zuletzt im Oktober 2014, sind nur noch zwei Gleise an Außenbahnsteigen vorhanden.[33] Die Doppelblockstelle mit einfachem Gleiswechsel, die zur Sicherung des nahen Bahnübergangs der Freudenbergstraße diente, wurde stillgelegt, da unter anderem der Umbau zu einer automatischen Bahnübergangssicherung mit Gefahrenraum-Freimeldeanlage umgesetzt wurde [34]. Der Umbau des Bahnübergangs zu einer höhenfreien Querung wird wegen der teils langen Wartezeiten von Schiersteiner Politikern bereits länger gefordert. Das ehemalige Bahnhofsgebäude wurde 2014 verkauft[35], der ehemalige Wartesaal soll als Gewerbefläche vermietet werden[36].

NahverkehrBearbeiten

 
Bus der ESWE am Schiersteiner Hafen

Schierstein ist in das Tarifsystem des Rhein-Main-Verkehrsverbunds eingebunden. Am Bahnhof verkehrt der Stadtexpress 10 der VIAS über Rüdesheim nach Koblenz und über den Wiesbadener Hauptbahnhof nach Frankfurt am Main. Bis April 1955 endete in Schierstein die Linie 9 der Wiesbadener Straßenbahnen, die zum Mainzer Hauptbahnhof fuhr. Heute ist es über mehrere Buslinien der ESWE Verkehrsgesellschaft und des Omnibusverkehr Rhein-Nahe (ORN) an die Wiesbadener Innenstadt sowie Biebrich und Dotzheim angeschlossen. In der Gegenrichtung sind Rheingau und Taunus das Ziel der ORN-Busse. Mainzer Verkehrsgesellschaft und ESWE betreiben die Gemeinschaftslinien 9 nach Mainz-Hechtsheim und 45 über Mainz-Mombach zum Hauptbahnhof Mainz. In den Planungen für die Stadtbahn Wiesbaden war eine Anbindung Schiersteins im Gespräch.

Durch den Neubau der Schiersteiner Brücke und Sperrung der Mombacher Abfahrt bedient die Linie 45 bis zur Neueröffnung nur von Raiffeisenplatz zur Haltestelle Friedrich-Bergius-Straße.

FahrradBearbeiten

Schierstein verfügt nicht über ein Radwegenetz, Verbindungen zu den Nachbarorten sind jedoch ausgeschildert. Es liegt am Hessischen Radfernweg R3 zwischen Walluf und Biebrich. Zudem wurde entlang der Söhnleinstraße in den Jahren 2016/17 zwischen Walluf und Schierstein ein zweiter, asphaltierter Radweg/Gehweg gebaut. Über den Fahrradweg auf der Schiersteiner Brücke kann Mainz im Stadtteil Mombach und dort der Rheinradweg (D-Route 8) sowie die Rheinland-Pfalz-Radroute erreicht werden.

WirtschaftBearbeiten

Die Gemarkung zeichnet sich durch fruchtbare Böden aus, so dass Weinbau und Landwirtschaft von jeher die entscheidenden Wirtschaftsformen waren.[8] Heute werden 35 Hektar in der Weinlage Schiersteiner Hölle (2009 mit dem Schiersteiner Dachsberg zusammengelegt[37]) bewirtschaftet, in der Weißweine (Riesling, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauer Burgunder, Chardonnay, Silvaner) und Rotweine (Spätburgunder, Dornfelder, St. Laurent, Merlot) angebaut werden.[38] In der Stielstraße befinden sich die Glyco Metall-Werke (Gleitlager und Buchsen) von Federal-Mogul sowie die Ferrari Central / East Europe GmbH.[39] Am Hafen befindet sich der Sitz der Schufa Holding, in der Nachbarschaft der Deutschlandsitz von Dow Corning sowie die A. + E. Fischer-Chemie. Im Rheingaupalais an der Söhnleinstraße befindet sich die Zentrale des Carbon-Herstellers SGL Carbon SE.

BildungBearbeiten

In Schierstein befinden sich mit der 1963 als Volksschule am Freudenberg eingeweihten Joseph-von-Eichendorff-Schule[40] in Schierstein-Nord und der Hafenschule[41] im Ortskern zwei Grundschulen. Die Erich Kästner-Schule[42] ist eine Haupt- und Realschule, die am 14. Oktober 1970 eingeweiht wurde. Die Volkshochschule Schierstein versteht sich als Volkshochschule vor Ort und bietet Kurse für die Bevölkerung an.[43]

MilitärBearbeiten

 
Wappen der Flusspionierkompanie 851

In den 1920er Jahren waren in Schierstein erstmals französische und britische Truppen stationiert. Später wurde das Hauptquartier des Reichsarbeitsdienstes dort eingerichtet, im Zweiten Weltkrieg diente die Kaserne am Hafen[44] als medizinisches Versorgungsdepot.[45] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kommando und die „Unit Sugar“ der Rhine River Patrol, einer Einheit der United States Naval Forces Germany, in Schierstein eingerichtet. 1956 wurde die Kaserne an die Flusspionierkompanie 851[46] der Bundeswehr übergeben. Bis 1987 waren insgesamt 280 Mann in Schierstein stationiert.[47] Heute befinden sich am ehemaligen Standort der Kaserne Wohnhäuser sowie das Jan-Niemöller-Haus, ein Seniorenheim des EVIM.[48]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Beispiel für PLZ
  2. a b Schiersteiner Hafenfest: 200.000 feiern an der hessischen Riviera. In: Frankfurter Rundschau, 13. Juli 2009. Abgerufen am 25. Januar 2011
  3. Wasserwerk-Neubau in Schierstein – Grundwasser aus Mainz für Wiesbaden. In: Wiesbadener Kurier, 26. Juni 2010.
  4. Schiersteiner Störche, abgerufen am 25. Februar 2012
  5. Bismark statt Bismarck: Namenswirrwarr in Schierstein. In: Frankfurter Rundschau, 23. Januar 2010. Abgerufen am 11. März 2012
  6. Schiersteiner Ostermarkt in der Wilhelm-Loos-Anlage, pluspunkt schierstein, 25. März 2014
  7. Webseite der Landeshauptstadt Wiesbaden: Schierstein: Entstehung und Entwicklung bis zum 12. Jahrhundert. Abgerufen am 25. Januar 2012
  8. a b c d e „Schierstein, Stadt Wiesbaden“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 18. März 2016)
  9. Webseite der Landeshauptstadt Wiesbaden: Geschichte Schiersteins, abgerufen am 10. August 2011
  10. Geschichte Schiersteins auf den Seiten des Verschönerungsvereins, abgerufen am 25. Februar 2012
  11. Schierstein auf rheingau.de. Abgerufen am 25. Januar 2012
  12. Homepage der Christophorusgemeinde. Christophorushaus bei 50° 2′ 33″ N, 8° 11′ 42″ O, Kirche bei 50° 2′ 37,1″ N, 8° 11′ 43,9″ O.
  13. Homepage der Auferstehungsgemeinde. Gemeindezentrum bei 50° 3′ 22,9″ N, 8° 11′ 37,9″ O
  14. Homepage der Pfarrei St. Peter und Paul. Kirche bei 50° 2′ 49,2″ N, 8° 11′ 53,5″ O
  15. Artikel über die Einweihung des neuen Kirchengebäudes Das Gemeindezentrum bei 50° 2′ 40,2″ N, 8° 11′ 56,7″ O
  16. Bericht über den letzten Gottesdienst
  17. Schierstein mit Frauenstein (Stadt Wiesbaden): Jüdische Geschichte / Synagoge auf alemannia-judaica.de, Synagoge bei 50° 2′ 34″ N, 8° 11′ 43″ O
  18. Der jüdische Friedhof in Schierstein. In: alemannia-judaica.de. Siehe auch Fotos auf Commons.
  19. Friedhof Schierstein auf wiesbaden.de, abgerufen am 9. September 2012
  20. Marokkanischer Kulturvereins Masjid Badr. Gemeindezentrum bei 50° 2′ 56,6″ N, 8° 11′ 39″ O
  21. Ortsverwaltung Schierstein, 50° 2′ 44″ N, 8° 11′ 44″ O
  22. Ergebnisse der Ortsbeiratswahlen am 6. März 2016
  23. Horschler geht, Egert übernimmt. In: Wiesbadener Tagblatt, 12. Juni 2010.
  24. Katholischer Kirchenchor St. Peter und Paul, abgerufen am 11. März 2012
  25. Webseite des Gesangsvereins Eintracht, abgerufen am 4. November 2014
  26. Vereins-Geschichte: 90 Jahre Wassersport Verein Schierstein 1921 e. V., abgerufen am 7. Dezember 2014.
  27. Ironman 70.3: Triathleten schwimmen im Raunheimer See, nicht in Wiesbaden Wiesbadener Kurier vom 22. Dezember 2010
  28. Ab 2010 winkt in Wiesbaden EM-Titel. In: Wiesbadener Kurier vom 8. Juli 2009
  29. Schiersteiner Jugendtag: Spiel und Spaß am Hafenrondell. In: Frankfurter Rundschau, 29. Juni 2009. Abgerufen am 25. Januar 2012
  30. Schiersteiner Jugendtage. Abgerufen am 22. September 2012
  31. Schiersteiner Kulturtage. Abgerufen am 9. August 2012
  32. Liste deutscher Stellwerke, abgerufen am 23. März 2016
  33. ESTW Rechte Rheinstrecke; Neubau Außenbahnsteig Wiesbaden – Schierstein in Wiesbaden-Schierstein. In: bahnmarkt.eu. Abgerufen am 24. November 2011
  34. Optimierter Sollzustand: ESTW Rechte Rheinseite: Menden – Niederlahnstein – Wiesbaden-Schierstein. Abgerufen am 24. November 2011
  35. Alles andere als einladend. In: Wiesbadener Kurier, 18. Februar 2016. Abgerufen am 20. März 2016
  36. Schiersteiner Bahnhofsgelände. In: www.schierstein24.de. Abgerufen am 20. März 2016
  37. Waltraut Rohloff: Weinberge in Wiesbaden: Aus drei mach eins, Frankfurter Rundschau, 10. April 2009.
  38. Schierstein und seine Weinlagen (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive), abgerufen am 26. Februar 2012
  39. Glyco-Metall-Werke – Technischer Lehrgang: Gleitlager für Verbrennungsmotoren. Abgerufen am 25. Januar 2011
  40. Homepage der Joseph-von-Eichendorff-Schule, bei 50° 3′ 32″ N, 8° 11′ 52″ O
  41. Homepage der Hafenschule Wiesbaden, bei 50° 2′ 36″ N, 8° 11′ 42″ O
  42. Homepage der Erich Kästner-Schule mit Begründung für die Schreibweise ohne Bindestrich zwischen Vornamen und Namen, bei 50° 2′ 35″ N, 8° 11′ 31″ O
  43. Homepage der Volkshochschule Schierstein
  44. Kaserne bei 50° 2′ 33″ N, 8° 12′ 4″ O
  45. Schierstein Kaserne, Wiesbaden, Germany – A thumbnail history. Abgerufen am 26. Februar 2012
  46. Geschichte der Schiersteiner Kompanie, abgerufen am 26. Februar 2012
  47. Sven Rindfleisch: Artikel im Wiesbadener Kurier, archiviert auf flusspioniere-schierstein.de
  48. Jan-Niemöller-Haus auf den Seiten der EVIM, abgerufen am 28. August 2015