Wielichowo

Stadt in Polen

Wielichowo (deutsch: Wielichowo; 1943–1945 Wiesenstadt[2]) ist eine Stadt und Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde in Polen. Der Ort liegt im Powiat Grodziski der Wojewodschaft Großpolen.

Wielichowo
Wappen von Wielichowo
Wielichowo (Polen)
Wielichowo
Wielichowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Grodziski (Großpolen)
Fläche: 1,24 km²
Geographische Lage: 52° 7′ N, 16° 21′ OKoordinaten: 52° 7′ 8″ N, 16° 20′ 58″ O
Einwohner: 1755
(30. Jun. 2019)[1]
Postleitzahl: 64-050
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PGO
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 19 Ortschaften
15 Schulzenämter
Fläche: 107,43 km²
Einwohner: 6901
(30. Jun. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3005053
Verwaltung (Stand: 2006)
Gemeindevorsteher: Adam Łaniecki
Adresse: Rynek 10
64-050 Wielichowo
Webpräsenz: www.wielichowo.pl



Geographische LageBearbeiten

Wielichowo liegt nördlich des Obra-Bruchs am Obra-Kanal, etwa fünfzig Kilometer Luftlinie südwestlich der Stadt Posen und zehn Kilometer südsüdwestlich der Stadt Grätz (Grodzisk Wielkopolski).

GeschichteBearbeiten

 
Wielichowo nördlich des Obra-Bruchs am Obra-Kanal, südwestlich der Stadt Posen und südöstlich der Stadt Neutomischel auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
 
Rathaus der Stadt Wielichowo

Die Ortschaft gehörte früher zum Tafelgut des Posener Bischofs und war deshalb von manchen Lasten befreit, Abgaben, auf die sonst der polnische König Anspruch gehabt hätte. Der Bischof, der die Ortschaft zuerst förderte, soll ihr den Namen Czotkowice gegeben haben, der sich jedoch nicht durchsetzte. Bischof Stanisław I. aus dem Hause Ciolek z Zelichowa i Ostroleki (1428–1437) erwirkte bei der Erhebung zur Stadt 1429 von König Władysław II. für sie Magdeburger Recht, wie es bereits den Städten Posen und Kościan (Kosten) verliehen worden war. Der König erteilte der Stadt die Befugnis, einen Jahrmarkt und jeden Dienstag einen Wochenmarkt abzuhalten. Ein schneller wirtschaftlicher Aufstieg stellte sich jedoch nicht ein, zumal Juden in einer bischöflichen Stadt nicht Fuß zu fassen vermöchten. Die Stadt hatte eine Vorstadt (suburbium), zu der 21 Hufen gehörten.[3]

Am. 14. Januar 1797 gab König Friedrich Wilhelm II. die Stadt dem Geheimen Kabinettsrat von Beyer. Im 19. Jahrhundert kam die Stadt in den Privatbesitz des preußischen Generalmajors Friedrich Wilhelm Christian von Zastrow, danach an den Grafen Michael Mielzynski. Sie hatte im Jahr 1840 122 Wohnhäuser.[3]

Zu preußischer Zeit gehörte die Stadt seit 1815 zum Landkreis Kosten und von 1897 an bis 1918 zum Landkreis Schmiegel. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Wielichowo aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrag an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden.

1939 wurde die Region von der Wehrmacht besetzt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt im Frühjahr 1945 von der Roten Armee eingenommen.

EinwohnerzahlenBearbeiten

  • 1816: 538[3]
  • 1837: 962[3]
  • 1843: 1.118[3]
  • 1861: 1.444[3]
  • 1885: 1.720, davon 145 Evangelische und 32 Juden[4]

GemeindeBearbeiten

Zur Stadt- und Landgemeinde Wielichowo gehören neben der Stadt Wielichowo weitere 15 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[5] mit einem Schulzenamt:

  • Augustowo
  • Celinki (Celinki)
  • Dębsko
  • Gradowice
  • Łubnica
  • Piotrowo Wielkie
  • Prochy
  • Pruszkowo
  • Reńsko
  • Śniaty
  • Trzcinica (Trzcinica)
  • Wielichowo-Wieś
  • Wilkowo Polskie
  • Zielęcin (Zielecin)
  • Ziemin

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Borek, Helenopol, Mokrzec und Pawłówko.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 465.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. Anordnung über Ortsnamenänderung im Reichsgau Wartheland im Verordnungsblatt des Reichstatthalters im Warthegau vom 18. Mai 1943 (pdf; 1,8 MB)
  3. a b c d e f Wuttke (1864), S. 465.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. pos_schmiegel.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Das Genealogische Orts-Verzeichnis