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Wie d’Warret würkt

Film von Walter Lesch (1933)

Wie d’Warret würkt ist der Titel eines Schweizer Dialekttonfilms der Praesens Film AG Zürich, den Walter Lesch[1] und Richard Schweizer 1933 nach eigenem Drehbuch für Lazar Wechslers Gesellschaft Praesens Film AG Zürich inszenierten.[2] Vorlage war das Alt-Zürcher Lustspiel Wie d’Warret würkt des Schweizer Zeichners und Dichters August Corrodi (1826–1885).[3]

Filmdaten
OriginaltitelWie d’Warret würkt
ProduktionslandSchweiz
OriginalspracheSchweizerdeutsch
Erscheinungsjahr1933
Stab
RegieWalter Lesch
Richard Schweizer
DrehbuchWalter Lesch
Richard Schweizer
ProduktionLazar Wechsler
MusikRobert Blum
Paul Schoop
KameraEmil Berna
SchnittKäthe Mey
Besetzung

ausserdem Lisa Burkhart, Traute Carlsen, Gerda Forrer, Jakob Guggi, Dora Hauth, Trudi Stössel und Robert Trösch.

Neben prominenten Schweizer Dialektdarstellern wie Mathilde Danegger, Heinrich Gretler und Emil Hegetschweiler wirkten auch Kabarettisten wie der Schweizer Max Werner Lenz und der Deutsche Felix Bressart, eigentlich Salomon Breslauer, der 1933 auf der Durchreise eine Rolle beim Schweizer Film erhielt,[4] mit.

Das Kabarett prägte damals die Schweizer Unterhaltungskultur[5] und diente auch als Grundlage für diesen Film, der als Dialektschwank angelegt war.

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

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HintergrundBearbeiten

Wie d’Warret würkt war eine Produktion der Praesens-Film AG Zürich. An der Kamera stand Emil Berna, den Schnitt besorgte Käthe Mey. Die Musik schrieben Robert Blum und Paul Schoop. Paul Schoop (1907–1976), ein Schweizer Komponist, war der Bruder des mit der Schauspielerin Trude Berliner verehelichten Malers Max Schoop und der Tänzerinnen und Schauspielerinnen Hedi und Trudi (eigentlich Gertrude) Schoop.[6] Der Film erlebte seine Uraufführung für die Schweiz am 1. Dezember 1933 in Zürich im Grosskino Apollo.

RezeptionBearbeiten

Wie d’Warret würkt begründete zu Beginn der 1930er Jahre das Genre des Schweizerfilms,[7] der sich durch Komik und den Gebrauch des schweizerdeutschen Dialekts auszeichnet[8], was ihn einerseits konkurrenzlos, andererseits aber ungeeignet für einen Export macht. Die Idee zu dem Film soll Lazar Wechsler von Leopold Lindtberg erhalten haben.[9]

Der Schweizer Schriftsteller Edwin Arnet, Lokalredaktor der Neuen Zürcher Zeitung, bemängelte den filmsprachlich noch nicht entwickelten Erzählstil: «Die Bilder liegen nebeneinander, Szene folgt auf Szene im Stakkato-Stil, oft fehlt das Ineinandergreifen...».[10]

Ein Exemplar des Drehbuches zu Wie d’Warret würkt aus dem Nachlass von Emil Hegetschweiler wird derzeit im Stadtarchiv Zürich aufbewahrt.[11]

LiteraturBearbeiten

  • Hans Amstutz, Ursula Käser-Leisibach, Martin Stern (Hrsg.): Schweizertheater: Drama und Bühne der Deutschschweiz bis Frisch und Dürrenmatt 1930–1950. (= Band 6 von Theatrum Helveticum, ISSN 1662-0143) Chronos, Zürich 2000, ISBN 3-905313-45-6, S. 334.
  • Karin Baumgartner, Margrit Zinggeler (Hrsg.): From Multiculturalism to Hybridity: New Approaches to Teaching Modern Switzerland. Cambridge Scholars Publishing, Newcastle upon Tyne 2010, ISBN 978-1-4438-2519-1, S. 198.
  • Beiträge zur Schweizerdeutschen Mundartforschung, Band 17. (= Band 17 von Die Stellung der Mundart in der deutschsprachigen Schweiz: Studien zum Sprachbrauch der Gegenwart.) Huber, Frauenfeld 1969, S. 371.
  • August Corrodi: Wie d’Warret würkt: Lustspiel in vier Acten. Verlag Schröter, Zürich 1884.
  • Horst O. Hermanni: Von Jean Gabin bis Walter Huston, Das Film ABC Band 3. Verlag BoD – Books on Demand, 2009, ISBN 978-3-8334-2377-2, S. 193.
  • Jan-Christopher Horak: Fluchtpunkt Hollywood: eine Dokumentation zur Filmemigration nach 1933. MAkS, Münster 1986, ISBN 3-88811-303-2, S. 60.
  • Olivier Moeschler: Cinéma suisse: Une politique culturelle en action : l’Etat, les professionnels, les publics. (= Band 77 von Collection Le savoir Suisse, ISSN 1661-8939) Collection le savoir suisse, Lausanne 2011, ISBN 978-2-88074-916-3, S. 24, 31.
  • Eugen Müller: Schweizer Theatergeschichte: ein Beitrag zur Schweizer Kulturgeschichte. Band 2 von Neue Schauspiel-AG Zürich: Schriftenreihe des Schauspielhauses Zürich. Verlag Emil Oprecht, Zürich 1944.
  • Thomas Pfister: Der Schweizer Film während des III. Reiches: Filmpolitik und Spielfilmproduktion in der Schweiz von 1933 bis 1945. T. Pfister, 1986, S. 78 und 108.
  • Christian Schmid: Moritz Ruckhaeberle. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • F. A. Stocker: Das Volkstheater in der Schweiz. H.R. Sauerländer & cie., 1893, S. 157, 160, 178.
  • Mariann Sträuli, Karin Beck, Halina Pichit, Nicola Behrens, Christian Casanova, Max Schultheiss: Kinofieber: 100 Jahre Zürcher Kinogeschichte. Beitrag zum Schweizerischer Archivtag, Samstag, 17. November 2007 (online).
  • Schweizer Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur. Band 20. Gesellschaft Schweizer Monatshefte, 1941.
  • Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 22–23 und 114 (Felix Bressart), 119 (Traute Carlsen), 216 (Heinrich Gretler).
  • Werner Wider, Felix Aeppli: Der Schweizer Film 1929–1964: Schweiz als Ritual. Bd. 1 Darstellung. Limmat Verlag, Zürich 1981, S. 64, 88–89.
  • Werner Wider, Felix Aeppli: Materialien. Band 2 von Der Schweizer Film 1929–1964: die Schweiz als Ritual. Limmat Verlag, Zürich 1981, S. 135, 306, 445.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lesch gründete 1933 mit Otto Weissert zusammen das Cabaret Cornichon, dessen Leitung er auch übernahm.
  2. vgl. Weniger S. 22–23
  3. vgl. Müller S. 362
  4. vgl. Weniger S. 23 u. 114 f.
  5. vgl. Schweizer Monatshefte 1941, S. 79: «Z.B. spielte das Cornichon-Ensemble im Corso-Theater das Alt-Zürcher Lustspiel Wie d’Warret würkt von August Corrodi (1826–85), das trotz seines Alters und seines leicht moralischen Einschlags erheiternder wirkte als die verschweizerten Possen und Schwänke.»
  6. vgl. auch Artikel in der NDB[1], [2] und [3] sowie bei steffi-line [4]
  7. vgl. Moeschler S. 28
  8. vgl. filmpodium.ch[Archivierte Kopie (Memento2des Originals vom 17. April 2015 im Webarchiv archive.is)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.filmpodium.ch]: «1933 war die Praesens-Film mit Wie d’Wahrheit würkt das Wagnis eingegangen, einen Film ausschliesslich für den Deutschschweizer Markt zu produzieren und hatte damit ein erfolgreiches Filmgenre begründet, die Dialektkomödie.»”
  9. so Moeschler S. 31
  10. vgl. Wider-Aeppli S. 64
  11. vgl. VII. 140. Emil Hegetschweiler (1887–1959) vom 8. Mai 2009 / 20 / Dr. Claudia Caduff © Stadtarchiv Zürich, S. 20 – PDF des Verzeichnisses on line unter [5]