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Wichmannshausen ist der nach der Kernstadt größte Stadtteil von Sontra im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Wichmannshausen
Stadt Sontra
Koordinaten: 51° 6′ 29″ N, 9° 58′ 12″ O
Höhe: 207 (199–227) m ü. NHN
Fläche: 13,21 km²[1]
Einwohner: 888 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36205
Vorwahl: 05658

Geographische LageBearbeiten

 
St. Martin in Wichmannshausen
 
Blick ins NSG- und FFH-Gebiet Boyneburg und Schickeberg bei Breitau

Wichmannshausen liegt zwischen dem Ringgau im Ostsüdosten, dem Richelsdorfer Gebirge im Süden und dem Stölzinger Gebirge im Westen rund 5 km (Luftlinie) nordnordöstlich von Sontra. Durchflossen wird es von der Sontra, in die hier die Ulfe mündet. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 27, auf die – jeweils außerhalb der Ortslage – südlich die B 400 und nördlich die B 7 treffen.

Zum Ort gehört auch das südöstlich gelegene Gut Boyneburgk, ein ehemaliges Rittergut mit etwa 150 m südlich des Gutes gelegenem kleinen Herrenhaus, Schloss Boyneburgk genannt.

GeschichteBearbeiten

Das Dorf wurde erstmals im Jahr 1272 erwähnt. Die Schreibweise des Ortsnamens wechselte vom damaligen Wichmanneshusen zu Wychman(s)husen (1335), Wichmershusen (1440) und Weichmanshusen (1527), ehe sich die heutige Schreibweise durchsetzte. Das Dorf war im Besitz der Herren von Boyneburg und gehörte zum teilautonomen Gericht Boyneburg. Als solches stand es neben den benachbarten landgräflichen Ämtern Sontra und Eschwege, ohne in diese integriert oder diesen unterworfen zu sein.[2] Ende des 18. Jahrhunderts gehörte ein Teil des Dorfes zum Amt Bischhausen (bei Waldkappel), da Hessen seit 1650 1/4 davon den von Boyneburg abgekauft hatte.[3]

Die bis dahin selbstständige Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. August 1972 ein Stadtteil von Sontra.[4]

ReligionBearbeiten

1272 wird zum ersten Mal ein rector ecclesia, also ein Pfarrer, genannt. Die Martinskirche stand unter dem Patronat des Cyriakusstiftes in Eschwege. Sie hat einen Chorturm aus dem 13. Jahrhundert. Heute bildet der Ort mit Mitterode und Hoheneiche ein Kirchspiel.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

InfrastrukturBearbeiten

In Wichmannshausen steht ein Dorfgemeinschaftshaus mit einem Raum für die Jugend.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wichmannshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Wichmannshausen im Internetauftritt der Stadt Sontra, abgerufen im August 2018
  2. Thomas Diehl: Adelsherrschaft im Werraraum. Das Gericht Boyneburg im Prozess der Grundlegung frühmoderner Staatlichkeit (Ende des 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts), Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen, Darmstadt und Marburg 2010, ISBN 978-3-88443-314-0 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 159).
  3. Wichmannshausen, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 22. Januar 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hersfeld und Rotenburg (GVBl. II 330-13) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 217, § 3 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).