Hauptmenü öffnen

GeografieBearbeiten

An Westhoffen führt die Elsässer Weinstraße vorbei.

GeschichteBearbeiten

MittelalterBearbeiten

Westhofen war ein Lehen des Reichs an die Herren von Lichtenberg.[1] Die Erstbelehnung erfolgte am 21. Oktober 1302.[2] In der Herrschaft Lichtenberg war es dem gleichnamigen Amt Westhofen zugeordnet.[3] 1332 erhielt Westhofen Stadtrecht, und zwar das von Hagenau.[4]

Als 1480 mit Jakob von Lichtenberg das letzte männliche Mitglied des Hauses verstarb, wurde das Erbe zwischen seinen beiden Nichten, Anna und Elisabeth, geteilt. Anna hatte Graf Philipp I. (d. Ä.) von Hanau (1417–1480) geheiratet, über die das Amt Westhofen an die aus dieser Ehe entstehende Grafschaft Hanau-Lichtenberg kam.

NeuzeitBearbeiten

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg führte 1545 in seiner Grafschaft die Reformation durch, die nun lutherisch wurde.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und Westhofen unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe – und damit auch Westhofen – 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Amt Westhofen Bestandteil Frankreichs und in den folgenden Verwaltungsreformen aufgelöst.

Westhoffen gehörte dem 1992 gegründeten Gemeindeverband Communauté de communes des Coteaux de la Mossig an, der 2017 in der Communauté de communes de la Mossig et du Vignoble aufging.

Bevölkerungsentwicklung[5]Bearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Westhoffen
Jahr 1798[6] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2011 2013
Einwohner 2.383 1.322 1.348 1.386 1.416 1.460 1.590 1.605 1.620 1.668 1.671

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Synagoge
 
Gemeindekelter

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Victor Nessmann (1873–1944), von 1899 bis 1940 Pastor der evangelisch-lutherischen Gemeinde[7]
  • Victor Nessmann (1900–1944), Sohn des Pastors, in Westhoffen aufgewachsen, Arzt, Résistancekämpfer und Opfer des Nationalsozialismus, Namensgeber der Place Dr Nessmann

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In: Schriften der Erwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage, Im Text unverändert, um eine Einführung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938. Band 10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985, ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten).
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Westhoffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eyer, S. 57, 128.
  2. Eyer, S. 130.
  3. Knöpp, S. 17; Matt, S. 9; Eyer, S. 239.
  4. Eyer, S. 228f.
  5. Westhoffen auf der Seite des INSEE
  6. Matt, S. 9.
  7. Westhoffen, paroisse luthérienne