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Wessjoly (russisch Весёлый, deutsch Linkehnen, litauisch Linkainys) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Oserkowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Oserki (Groß Lindenau)) im Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau).

Siedlung
Wessjoly/Linkehnen
Весёлый
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gwardeisk
Frühere Namen Lyncayn (nach 1353),
Lincain (nach 1414),
Linkenen (vor 1785),
Linkehnen (bis 1946)
Fläche 0,129 km²
Bevölkerung 19 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40159
Postleitzahl 238223
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 206 816 012
Geographische Lage
Koordinaten 54° 38′ N, 20° 57′ OKoordinaten: 54° 38′ 15″ N, 20° 57′ 4″ O
Wessjoly (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Wessjoly (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Wessjoly liegt südlich des Pregels (russisch: Pregolja) und südwestlich der Rajonshauptstadt Gwardeisk (Tapiau) an der russischen Fernstraße R 508. Die nächste Bahnstation ist der Ostanowotschny punkt „O.p. 1252 km“ an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode), einem Teilstück der einstigen Preußischen Ostbahn.

GeschichteBearbeiten

Das bis 1946 Linkehnen[2] genannte Dorf mit Gut, Ziegelei und Försterei erfuhr seine erste Erwähnung im Jahre 1353. Das Gut gehörte im 18. Jahrhundert den Nachfahren des Bürgermeisters im Kneiphof, Königsberg, Carl Droste vom Fisch (der vermutlich vom westfälischen Adelsgeschlecht Droste zu Hülshoff abstammte), dann dem preußischen Adelsgeschlecht Knobloch (Adelsgeschlecht), genannt von Droste. 1874 wurde der Ort in den neu gebildeten Amtsbezirk Starkenberg[3] (russisch: Krasny Bor) eingegliedert, der bis 1945 bestand und zum Kreis Wehlau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählze Linkehnen 130 Einwohner[4].

Am 30. September 1928 gab Linkehnen seine Eigenständigkeit auf, als es sich mit dem Dorf Gauleden (heute russisch: Tumanowka), der Domäne Gauleden und dem Gutsdorf Kapkeim (Wischnjowoje) zur neuen Landgemeinde Gauleden zusammenschloss.

Im Jahre 1945 wurde Linkehnen mit dem nördlichen Ostpreußen als Kriegsfolge der Sowjetunion zugeordnet und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Wessjoly“. 1945 „wechselte“ das Dorf vom Kreis Wehlau in den neu geschaffenen Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau) und wurde in den Saretschenski selski sowjet (Dorfsowjet Saretschje (Pregelswalde)) eingegliedert. Heute ist Wessjoly aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[5] mit seinen 19 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1]) eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) charakterisierte Ortschaft innerhalb der Oserkowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Oserki (Groß Lindenau)).

KircheBearbeiten

Bis 1945 war Linkehnen mit seiner fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung in das Kirchspiel der Kirche Starkenberg (heute russisch: Krasny Bor) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Wehlau (Snamensk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Wessjoly im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Gwardeisk (Tapiau), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[6] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Linkehnen
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Starkenberg
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Wehlau
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst gesetz Nr. 592 vom 24. Februar 2005, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten