Weserstraße (Bremerhaven)

Straße in Bremerhaven, Stadtteil Wulsdorf

Die Weserstraße ist die Hauptstraße im Bremerhavener Stadtteil Wulsdorf. Sie führt in Nord-Süd-Richtung von der Georgstraße zur Stadtgrenze weiter in Richtung Bremen. Sie gliedert sich in die Teilbereiche Georgstraße bis Lindenallee (Zentrum) und Lindenallee bis Stadtgrenze.

Weserstraße
Wappen
Straße in Bremerhaven
Basisdaten
Stadt Bremerhaven
Stadtteil Wulsdorf
Neugestaltet 19. Jahrhundert
Querstraßen Hoebelstr., Gärtnerstr., Kosebrokerstr., Heidacker, Nordernfeldstr., Südernfeldstr., Memel Str., Radellstr., Ringstr., Reithstr., Bielefelder Str., Ahnthöhe, Osnabrücker Str., Rohrstr., Sandfahrel, Grodenstr., Thunstr., Lindenallee, Kreuzackerstr., Sandbredenstr., Hackfahrel, Am Jedutenberg, Steinacker., Bremer Str., Deichhämme, Tränkestr., Nückeler Weg, Loxstedter Weg, Bohmsiel
Nutzung
Nutzergruppen Autos, Fahrräder und Fußgänger
Straßen­gestaltung vierspurige Straße
Technische Daten
Straßenlänge 3800 Meter

Die Querstraßen wurden benannt als Hoebelstraße, Gärtnerstraße, Kosebrokerstraße, Heidacker, Nordernfeldstraße, Südernfeldstraße (alle als Flurbezeichnung), Memel Straße, Radellstraße, Ringstraße, Reithstraße, Bielefelder Straße, Ahnthöhe, Osnabrücker Straße, Rohrstraße nach einem Bach, Sandfahrel und Grodenstraße beide als Flurbezeichnungen, Thunstraße, Lindenallee nach dem Baum, Kreuzackerstraße, Sandbredenstraße und Hackfahrel als Flurbezeichnungen, Am Jedutenberg nach dem Ortsteil und einem künstlich aufgeworfenen Hügel als Jedutenhügel, Steinacker (Flurbezeichnung)., Bremer Straße, Deichhämme, Tränkestraße, Nückeler Weg, Loxstedter Weg, Bohmsiel; ansonsten siehe beim Link zu den Straßen.

GeschichteBearbeiten

Die Weserstraße wurde nach dem parallel führenden Strom Weser benannt. Zuvor wurde sie schlicht Chaussee genannt.

EntwicklungBearbeiten

Das 1139 erstmals erwähnt Dorf Wulsdorf wurde 1840 zur Landgemeinde. Eine Wegeverbindung, später Chaussee, von Bremen nach Geestendorf bestand schon im Mittelalter. Um 1850 entstand die Landstraße nach Beverstedt. An ihrer Einmündung, der Lindenstraße zur Weserstraße (zumeist auch Chaussee genannt), entwickelte sich ein neues Zentrum des Ortes. Durch die Hafenentwicklung in Geestemünde und Bremerhaven und dem Fischereihafen erfuhr auch Wulsdorf einen kräftigen Auftrieb.
Die rund 3,8 Kilometer lange Chaussee musste im 19. Jahrhundert ausgebaut werden und wurde zum Rückgrat von Wulsdorf. 1891 wurde die Schule an der Weserstraße erstellt; heute Altbau der um 1932 so benannten Fichteschule. Der Wulsdorfer Friedhof entstand seit 1870.

1896 wurde die Wulsdorfer Chaussee über eine neue Bahnbrücke (Rampe) nach Geestemünde zur Georgstraße geführt. 1908 kam das Straßenbahndepot und 1916 das Postamt. 1913 standen die ersten Gaslaternen. Begehrtes Ausflugsziel war das Café Simon an der Chaussee.

Seit 1920 war Wulsdorf (4930 Einwohner) Ortsteil von Geestemünde und ist seit 1971 Stadtteil von Bremerhaven (2001: 11.220 Einwohner).

Die Reichsstraße 6, später Bundesstraße 6, zu der die Weserstraße gehört (e) führt seit 1934 von Wesermünde bis Breslau und seit 1937 von Wesermünde über Langen nach Cuxhaven. Ende der 1970er Jahre, nach Eröffnung der Bundesautobahn 27, wurde Teile der B 6 durch die A 27 ersetzt.

Im Zweiten Weltkrieg war die Straße von den Luftangriffen auf Wesermünde weitgehend verschont geblieben.

VerkehrBearbeiten

Seit 1881 gab es eine Pferdestraßenbahn in Bremerhaven, die erst ab 1891 zur Schweizer Halle am Pferdebahndepot Wulsdorfer Chaussee führte. Von 1898 bis 1908 wurde sie zu einem elektrischen Straßenbahnbetrieb mit fünf Linien umgebaut.
1908 konnte das Straßenbahndepot an der Weserstraße in Betrieb genommen werden. Von 1908 bis 1960 führte eine elektrische Straßenbahnlinie als Linie 3 durch Wulsdorf, die die Verbindung mit Geestemünde und der heutigen Stadtmitte herstellte. 1911 wurde sie zum Kleinbahnhof an der Weserstraße verlängert. Die Niederweserbahn verband seit diesem Jahr Bremen-Vegesack via Sandstedt mit Wulsdorf. In den letzten Jahren des Betriebes dieser Bahn fuhr sie noch bis 1964 von Sandstedt nach Wulsdorf und weiter zum Hauptbahnhof.

Heute (2018) verkehren hier die Buslinien 505 (Wulsdorf – Hauptbahnhof – Rotersand – Stadtmitte – LangenDebstedt), 506 (Wulsdorf, Bahnhofstraße – Hauptbahnhof – Stadtmitte – Rotersand – Langen) und 511 (Schnellbus: Leherheide Ost – Rotersand – Stadtmitte – Wulsdorf) der BremerhavenBus der Bremerhavener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (BVV).[1]

Gebäude und AnlagenBearbeiten

An der Straße befinden sich sehr uneinheitlich ein- bis fünfgeschossige Wohn- und Wohn- und Geschäftshäuser sowie zwei Hochhäuser.

BaudenkmaleBearbeiten

 
Dionysiuskirche
 
Villa Busse
  • Nr. 169: Bremerhavener Friedhof in Wulsdorf, 93.660 m² groß, entstand ab 1870/71 nach Plänen des Gartenarchitekten Wilhelm Benque als Parkfriedhofs. 1888 wurde nach dem Entwurf vom Stadtbaumeister Luis Löschner die Kapelle im neuromanischen Stil errichtet. Die Einfriedungsmauer kam 1914. Ein Wohnhaus für den Gärtner von 1920 am Haupteingang nach Plänen von Julius Hagedorn übernahm auch die Funktion einer Wartehalle. 1930 wurde ein Krematorium im Untergeschoss der Friedhofskapelle integriert.[2]
  • Nr. 237: 2- bis 3-gesch. historisierende Villa Busse von 1895 nach Plänen von Georg Fäsenfeldt im Schweizerhausstil bzw. dem der Neorenaissance für den Reeder Friedrich Busse; 1920 erwarb der Maschinenbauer Conrad Schlotterhose die Villa.[3]
  • Am Jedutenberg 2/Bremer Straße: Dionysiuskirche (Wulsdorf), 1313 urkundlich erwähnt, romanische Feldsteinkirche vom 11. Jahrhundert mit Westturm und freistehendem Glockenturm; 1949 erfolgte die Wiederherstellung des Altaranbaus.[4]

Erwähnenswerte GebäudeBearbeiten

  • Nr. 16: 2-gesch. Wohnhaus
  • Nr. 40: 3-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende
  • Nr. 56: Standort von 1952 bis 1961 des früheren Kinos Kurbel bzw. Kamera-Filmtheater, das 230 Plätze hatte.[5]
  • Nr. 57: 2-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende
  • Nr. 77: Früher war hier das begehrte Ausflugsziel Café Simon, heute ein maßstabsprengendes 11-geschossihe Hochhaus mit Vorplatz
    • Lindenallee 1: 1- bis 2-gesch. Filiale der Volksbank Bremerhaven-Cuxland
    • Lindenallee 2–4: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus mit Läden und Praxen
  • Nr. 83: 2-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende ´
  • Nr. 85: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus
  • Nr. 86: 2-gesch. Gaststätte
  • Nr. 89: 2-gesch. Wohnhaus mit kleinem Türmchen
  • Nr. 90: Einkaufszentrum
  • Nr. 94a: 2-gesch. Bürohaus mit der Filiale der Sparkasse Bremerhaven
  • Nr. 98: 2-gesch. Wohnhaus
  • Nr. 152: 3-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende
  • Nr. 152/160: Brücke über die Bahnlinie der ehem. Niederweserbahn zum Fischereihafen
  • Nr. 169: Wulsdorfer Friedhof, siehe oben
  • Nr. 237: Villa Busse, siehe oben

DenkmaleBearbeiten

 
Wulsdorfer Gefallenendenkmal

LiteraturBearbeiten

  • Harry Gabcke, Renate Gabcke, Herbert Körtge, Manfred Ernst: Bremerhaven in zwei Jahrhunderten; Band I bis III von 1827 bis 1991. Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft, Bremerhaven 1989/1991, ISBN 3-927857-00-9, ISBN 3-927857-37-8, ISBN 3-927857-22-X.
  • Wolfgang Brönner: Bremerhaven. Baudenkmäler einer Hafenstadt, Bremen 1976.
  • Werner Kirschstein: Seestadt Bremerhaven. Historische Bauwerke einer Hafenstadt, Bremerhaven 2001

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paul Homann: Bremerhavener Streckennetze. Abgerufen am 20. April 2019.
  2. Denkmaldatenbank des LfD: 3388
  3. Denkmaldatenbank des LfD: 1648
  4. Denkmaldatenbank des LfD: 1647
  5. Filmtheater Bremen in Filmtheater Square bzw. Hans Happel: Kinos in Bremerhaven.

Koordinaten: 53° 30′ 4″ N, 8° 36′ 1″ O