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Werra-Suhl-Tal
Deutschlandkarte, Position der Stadt Werra-Suhl-Tal hervorgehoben

Koordinaten: 50° 56′ N, 10° 4′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Höhe: 236 m ü. NHN
Fläche: 77,67 km2
Einwohner: 6411 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99837
Vorwahlen: 036922, 036925 (Wünschensuhl)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 103
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
99837 Werra-Suhl-Tal
Website: www.vg-berka-werra.de
Lage der Stadt Werra-Suhl-Tal im Wartburgkreis
Bad LiebensteinBad SalzungenBarchfeld-ImmelbornBerka vor dem HainichBischofrodaButtlarCreuzburgDermbachDermbachEbenshausenEmpfertshausenFrankenrodaGeisaGerstengrundGerstungenHallungenHörselberg-HainichKrauthausenLauterbachLeimbachKrayenberggemeindeMihlaMoorgrundNazzaOechsenRuhlaSchleidSeebachTreffurtUnterbreizbachVachaWeilarWerra-Suhl-TalWiesenthalWutha-FarnrodaThüringenKarte
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Werra-Suhl-Tal ist eine Stadt im Wartburgkreis in Thüringen mit 6464 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2017). Sie entstand am 1. Januar 2019 durch den Zusammenschluss der Landstadt Berka/Werra mit den benachbarten Gemeinden Dankmarshausen, Dippach und Großensee.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Stadt Werra-Suhl-Tal liegt im äußersten Westen Thüringens, unmittelbar an der Landesgrenze zu Hessen. Die Lage an der Innerdeutschen Grenze prägte die Region über Jahrzehnte. Angrenzende Gemeinden sind Gerstungen im Norden und Osten, der Ortsteil Frauensee der Stadt Bad Salzungen sowie der Ortsteil Oberzella der Stadt Vacha im Süden, die hessische Stadt Heringen (Werra) im Südwesten sowie die Gemeinde Wildeck im Nordwesten. Das Stadtgebiet wird von der namensgebenden Werra von Süden nach Norden durchflossen, Zuflüsse sind unter anderem die namensgebenden Gewässer Suhl (Werra) und Suhl (Weihe).

Die Stadt liegt im Zentrum des Berka-Gerstunger Beckens. Untertage des Stadtgebietes befinden sich beträchtliche Kalisalzlagerstätten des Werra-Kalireviers, die früher in Abteroda, Dippach und Dankmarshausen abgebaut wurden.[2] Durch die Versenkung von Kalilaugen bei Springen und nach 1945 in der Horschlitter Mulde bei Horschlitt ist der Grundwasserleiter unter dem Stadtgebiet seit den 1960er Jahren stark salzhaltig.[3]

Von naturschutzfachlicher Bedeutung ist das Naturschutzgebiet Rhäden, das sich die Landesgrenze übergreifend nordwestlich von Dankmarshausen erstreckt, sowie das Naturschutzgebiet Werraaue bei Berka und Untersuhl.

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Berka/Werra, Dankmarshausen, Dippach, Fernbreitenbach, Gospenroda, Großensee, Herda (mit Hausbreitenbach und Kratzeroda), Horschlitt (mit Auenheim-Rienau), Vitzeroda (mit Abteroda und Gasteroda) sowie Wünschensuhl.[4]

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinden Berka/Werra, Dankmarshausen, Dippach und Großensee wurden seit 1994 in der Verwaltungsgemeinschaft Berka/Werra verwaltet. Im Rahmen der Gebietsreform Thüringen 2018 und 2019 verständigten sich die vier Kommunen, beim Freistaat Thüringen einen Antrag auf eine Fusion zur Stadt Werra-Suhl-Tal zum 1. Januar 2019 zu stellen und die Verwaltungsgemeinschaft Berka/Werra aufzulösen.[5]

Die Thüringer Landesregierung nahm das Vorhaben in das Zweite Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden auf[6], das am 13. Dezember 2018 vom Thüringer Landtag verabschiedet wurde und zum Jahreswechsel 2018/19 in Kraft trat.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Die erste Wahl des Stadtrates der neu gebildeten Gebietskörperschaft fand im Rahmen der Kommunalwahlen in Thüringen 2019 statt.[7] Bis zur Wahl eines Stadtrates bestand ein Übergangsgemeinderat, bestehend aus allen Gemeinderäten der aufgelösten Gemeinden.[8]

Der Stadtrat setzt sich aus 20 Mitgliedern zusammen und erhielt bei der Stadtratswahl 2019 folgende Zusammensetzung[9]:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,1 5
Die Linke / Offene Liste Die Linke 11,3 2
FW Freie Wähler 57,3 11
WHVV Wählergemeinschaft Heimat- und Verkehrsverein 2,3 1
PWST Pro Werra-Suhl-Tal 6,0 1
Wahlbeteiligung in % 63,9

BürgermeisterBearbeiten

Bei der Kommunalwahl 2019 wurde René Weisheit (Freie Wähler) mit 59,7 Prozent zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.[10] Weisheit war zuvor Bürgermeister der Stadt Berka/Werra.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

KulturdenkmaleBearbeiten

Die Ortsteile der Stadt Werra-Suhl-Tal weisen eine hohe Anzahl regionaltypischer Fachwerkhäuser auf, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. Bedeutende Bauwerke im Stadtgebiet sind:

  • Das Untertor in Berka, das letzte erhaltene von ehemals drei Berkaer Stadttoren, ist das bekannteste Gebäude im Stadtgebiet.
  • Die frühere Brauerei Berka dient heute als Sitz der Stadtverwaltung.
  • Das ehemalige Zechengebäude in Dankmarshausen zeugt vom Versuch, in dem Ort Kalisalze abzubauen.
  • Das Schloss Dippach wird heute als Kindertagesstätte genutzt.
  • Seit dem Mittelalter markiert das Vitzerodaer Kreuz einen wichtigen Grenzpunkt und Wegezollplatz an der Hohen Straße von Leipzig nach Frankfurt am Main.

SakralbautenBearbeiten

Fast alle Ortsteile der Stadt verfügen über evangelisch-lutherische Kirchgebäude:

Sakralgebäude anderer Religionsgemeinschaften sind im Stadtgebiet nicht vorhanden.

NaturdenkmaleBearbeiten

Die dreistufig gezogene Tanzlinde auf dem Dorfplatz von Großensee wurde 1966 als Naturdenkmal ausgewiesen.[12]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war das heutige Stadtgebiet kurzzeitig ein Schwerpunkt der Kaliindustrie mit Schachtanlagen in Abteroda, Dankmarshausen und Dippach. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges unterhielt die BMW Flugmotorenfabrik Eisenach ein Zweigwerk im ehemaligen Schacht Abteroda.

Heute ist vor allem das in den 1990er Jahren erschlossene Gewerbegebiet Auf der Dornenhecke in Berka von Bedeutung. Weitere Gewerbegebiete gibt es in Herda und Dippach.

Die Agrargenossenschaft Dankmarshausen hat Betriebsstätten in Horschlitt und Dankmarshausen und bewirtschaftet weite Teile der landwirtschaftlichen Flächen des Stadtgebietes.

TourismusBearbeiten

Durch das Stadtgebiet verläuft der Werratal-Radweg und der Themenwanderweg im Biotopverbund Grünes Band entlang der Landesgrenze. Erholungssuchenden steht das Naturschutzgebiet Rhäden mit einem dichten Netz an Wanderwegen offen. Von Bedeutung ist auch das Wasserwandern auf der Werra – Anlegestellen befinden sich in Dankmarshausen und Berka.

VerkehrBearbeiten

Die nächstgelegene Anschlussstelle 36 (Gerstungen) der A 4 befindet sich zwei Kilometer nördlich von Berka bei Gerstungen. Ein Abschnitt der Thüringer Bahn Eisenach – Bebra wartet mit Haltepunkten am Bahnhof Gerstungen und in Wildeck-Obersuhl auf. Die aufgelassenen Bahnhöfe von Berka/Werra und Dankmarshausen befanden sich an der heute noch für den Güterverkehr genutzten Bahnstrecke Gerstungen–Vacha. Von dieser ging eine Zweigstrecke zu den Kalischächten Dippach und Abteroda ab.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Geyer, Jahne, Storch: Geologische Sehenswürdigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach. In: Landratsamt Wartburgkreis, Untere Naturschutzbehörde (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Heft 8. Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach / Bad Salzungen 1999, ISBN 3-9806811-1-4, S. 105–108.
  3. TLUG Jena – Hydrogeologie, aufgerufen am 2. Januar 2019
  4. Hauptsatzung der Stadt Werra-Suhl-Tal vom 19. Januar 2019
  5. Rüdiger Schwanz: Bürgermeister besiegeln Stadt Werra-Suhl-Tal. Thüringer Allgemeine, 29. März 2018, aufgerufen am 2. Januar 2019
  6. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff., aufgerufen am 2. Januar 2019
  7. § 44 Abs. 1 des Thüringer Gesetzes zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019
  8. Birgit Schellbach: Die neue Stadt heiß Werra-Suhl-Tal. Thüringer Allgemeine, 8. August 2018, aufgerufen am 12. Januar 2019
  9. Wahlen in Thüringen, aufgerufen am 29. Mai 2019
  10. Bürgermeisterwahl 2019, aufgerufen am 28. Mai 2019
  11. Die Kirche auf eisenach.ekmd-online.de Abgerufen am 29. September 2014
  12. Biedermann: Naturdenkmale im Wartburgkreis. Landratsamt Wartburgkreis, 2014, S. 41.