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Wenzigerode

Ortsteil der Gemeinde Bad Zwesten

Wenzigerode ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Zwesten im Schwalm-Eder-Kreis (Nordhessen). Es liegt nördlich der eigentlichen Ortschaft Bad Zwesten und hat etwa 180 Einwohner.

Wenzigerode
Gemeinde Bad Zwesten
Koordinaten: 51° 5′ 11″ N, 9° 10′ 31″ O
Höhe: 365 (330–400) m
Fläche: 1,99 km²[1]
Einwohner: 176 (18. Mrz. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34596
Vorwahl: 05621
Kirche in Wenzigerode
Wenzigerode von Nordwesten

Inhaltsverzeichnis

Geographie, Verkehr und TourismusBearbeiten

Wenzigerode liegt unmittelbar östlich außerhalb des Naturparks Kellerwald-Edersee im Hessenwald, auf einem flachen Rücken zwischen den beiden in unmittelbarer Ortsnähe entspringenden und nach Süden verlaufenden Bächen „Scherengraben“ im Westen und „Bach im Teichgrund“ im Osten, die den „Ebersberg“ (351,5 m ü. NN) westlich bzw. östlich umfließen und sich beim Herrenhaus Betzigerode vereinigen. Im Norden erhebt sich die „Katze“ (412,7 m ü. NN), im Südosten der Ebersberg.

Durch den Ort führt die Kreisstraße K 74 von der Bundesstraße 3 nordöstlich von Bad Zwesten über Betzigerode nach Bad Wildungen.

Der vom Projekt Ars Natura mit Kunstwerken ausgestattete Barbarossaweg führt nahe am Ort vorbei; der Kunstwanderweg Ars Natura X 8 a verläuft als Rundweg zwischen Wenzigerode und dem Kernort Bad Zwesten.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts Wencenrode datiert auf das Jahr 1349. Das Dorf war jahrhundertelang Adelsbesitz, wobei sich die meiste Zeit die Herren von Löwenstein und die Grafen von Waldeck die Herrschaft im Ort teilten. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts meldeten auch die Landgrafen von Hessen-Kassel ernsthafte Ansprüche an. Der Streit zwischen Waldeck und Hessen-Kassel eskalierte, und im Jahre 1705 besetzte der landgräfliche Amtmann von Borken das Dorf und nahm es für seinen Landesherrn in Besitz. Der daraufhin von Waldeck beim Reichshofrat in Wien eingelegte Protest endete nach elf Jahren damit, dass Wenzigerode 1716 Waldeck zugesprochen wurde. Dies war jedoch nicht das Ende des Streits, und nach mehr als zwanzig Jahren weiterer Auseinandersetzungen trat Fürst Karl August[3] von Waldeck und Pyrmont, der die Schuldenlast seines kleinen Landes zu reduzieren suchte, 1738 alle seine Rechte in Wenzigerode einschließlich des Kirchenpatronats für eine entsprechende Summe an Hessen-Kassel ab.

Mit der Annexion von Kurhessen 1866 durch Preußen kam auch Wenzigerode an Preußen. Seit der Auflösung Preußens gehört Wenzigerode zu Hessen.

Nach der Einrichtung des Fliegerhorsts Fritzlar im Frühjahr 1938 wurde ein etwa 6 ha großes Waldstück etwa 2 km nordöstlich von Wenzigerode, im Hinterwald, als Zielgebiet für Bombenabwürfe durch Junkers Ju 88 im Sturzkampfflug benutzt.[4]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die bis dahin selbständige Gemeinde am 31. Dezember 1971 nach Bad Zwesten eingemeindet.[5]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

  • 1724: 18
  • 1742: 16 Hausgesesse
  • 1775: 91
  • 1834: 128
  • 1885: 100
  • 1895: 96
  • 1910: 108
  • 1925: 188
  • 1939: 145
  • 1946: 250
  • 1950: 252
  • 1961: 191
  • 1967: 163
  • 2014: 176

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Wenzigerode, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 26. März 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Bad Zwesten in Zahlen im Internetauftritt der Gemeinde (Memento des Originals vom 28. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.badzwesten.de, abgerufen im Januar 2016
  3. Sein Vater, Friedrich Anton Ulrich, war 1712 in den erblichen Fürstenstand erhoben worden.
  4. Jürgen Preuß: 70 Jahre Flugplatz Fritzlar; Vom Kampfgeschwader 54 zum Hubschrauberregiment 36, 1938-2008. S. 18
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 392.