Welterbe in Indonesien

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Zum Welterbe in Indonesien gehören (Stand 2019) neun UNESCO-Welterbestätten, darunter fünf Stätten des Weltkulturerbes und vier Stätten des Weltnaturerbes. Indonesien ist der Welterbekonvention 1989 beigetreten, die ersten vier Welterbestätten wurden 1991 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2019 eingetragen, eine Stätte steht auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes.[1]

WelterbestättenBearbeiten

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Indonesien in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1  Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Nationalpark Ujung Kulon
(Lage)
1991 N 608 Der Nationalpark Ujung Kulon liegt sich an der Südwestspitze der Insel Java. Die Welterbestätte umfasst auch das nördlich davon gelegene Naturschutzgebiet Krakatau.
Nationalpark Komodo
(Lage)
1991 N 609 Der Nationalpark Komodo liegt im Bereich der Kleinen Sunda-Inseln. Ursprünglich wurde er zum Schutz der Komodowarane gegründet, diese leben nur hier.
Hindutempel von Prambanan
(Lage)
1991 K 642
Buddhistische Tempelanlagen von Borobudur
(Lage)
1991 K 592
Paläontologische Stätte Sangiran 1996 K 593 Die Ausgrabungsstätte befindet sich auf Java und ist etwa 48 km² groß.
Nationalpark Lorentz 1999 N 955
Tropische Regenwälder von Sumatra 2004 N
(R)
1167 Nationalpark Gunung Leuser, Nationalpark Kerinci-Seblat und Nationalpark Barisan Selatan
Kulturlandschaft der Provinz Bali: Das Subak-System als Manifestation der Tri Hita Karana-Philosophie 2012 K 1194 Zum Subak-System auf der Insel Bali gehören der Verband der Landbesitzer, eine Anzahl von vielerorts terrassierten Reisfeldern (sawah) und das hierfür notwendige Bewässerungssystem. Die Welterbestätte umfasst ein Gebiet von 19.500 Hektar mit fünf Reisterrassen und ihren Wassertempeln.
Bergbauerbe der Zeche Ombilin in Sawahlunto 2019 K 1610 Kohlenbergbau um die Stadt Sawahlunto, gegründet von der niederländischen Kolonialmacht

TentativlisteBearbeiten

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle WelterbekandidatenBearbeiten

Mit Stand 2019 sind 19 Stätten in der Tentativliste von Indonesien eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2017.[2] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

f1  Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Nationalpark Betung Kerihun 2004 N 1871 Grenzüberschreitender Regenwald auf Borneo
Nationalpark Bunaken
(Lage)
2005 N 2002
Raja-Ampat-Inseln
(Lage)
2005 N 2003
Nationalpark Taka Bone Rate 2005 N 2005
Nationalpark Wakatobi
(Lage)
2005 N 2006
Derawan-Inseln 2005 N 2007
Traditionelle Siedlungen von Tana Toraja 2009 K 5462 Umfasst zehn traditionelle Siedlungen oder deren Teile wie Begräbnis- oder Zeremonialstätten im Regierungsbezirk Tana Toraja auf der Insel Sulawesi
Stätte von Bawomataluo
(Lage)
2009 K 5463 traditionelle Siedlung im Süden der Insel Nias
Muara-Takus-Komplex 2009 K 5464
Muaro-Jambi-Tempelkomplex 2009 K
Trowulan – Ehemalige Hauptstadt des Königreiches Majapahit 2009 K 5466 Die Stadt Trowulan auf der Insel Java war die Hauptstadt des von 1293 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts bestehenden Majapahit-Reiches
Prähistorische Höhlenstätten in Maros-Pangkep 2009 N 5467 Höhlen mit prähistorischen Fundstätten im Kalksteingebirge Maros-Pangkep
Sangkulirang–Mangkalihat-Karst: Gebiet prähistorischer Felsenkunst 2015 K 6009 Stätten mit Felsbildern und Petroglyphen im Sangkulirang–Mangkalihat-Karst im Osten der Insel Borneo
 
Rathaus von Batavia
(weitere Bilder)
Altstadt von Jakarta und vier vorgelagerte Inseln
(Lage)
2015 K 6010 Das heutige Jakarta war unter der Bezeichnung Batavia bis zur Unabhängigkeit Indonesiens die Hauptstadt von Niederländisch-Indien. In den Vorschlag eingeschlossen sind die vor der Küste von Jakarta liegenden Inseln Onrust, Kelor, Cipir und Bidadari aus der Inselgruppe Seribu.
Altstadt von Semarang 2015 K 6011
Traditionelle Siedlungen in Nagari Sijunjung 2015 K
Historische und marine Landschaft der Banda-Inseln 2015 N 6065 Der 2005 eingereichte Vorschlag der Banda-Inseln als Naturerbestätte wurde 2015 durch einen Vorschlag für eine gemischte Kultur- und Naturerbestätte ersetzt.
 
Sultanspalast
Historische Altstadt von Yogyakarta 2017 K 6206 Historisches Zentrum der Stadt Yogyakarta, Hauptstadt des teil-autonomen Sultanats Yogyakarta
Kebun Raya Bogor 2018 K 6353 Kebun Raya Bogor ist ein botanischer Garten in Bogor, der von den Niederländern Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt wurde.

Ehemalige WelterbekandidatenBearbeiten

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt.[3] Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.

f1  Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Nationalpark Lore Lindu
(Lage)
1991–1991 K/N 610 Entscheidung 1991 vertagt
Antike Stadt Banten
(Lage)
1995–2015 K 286
Tempelkomplex Ratu Boko 1995–2015 K 287
Große Moschee von Demak
(Lage)
1995–2015 K 289 Moschee in der Altstadt von Demak, eine der ältesten Moscheen in Indonesien.
Waruga-Gräberkomplex 1995–2015 K 292
Komplex traditioneller Häuser und Megalithen in Ngada 1995–2015 K 293
Hinduistischer Tempelkomplex Penataran 1995–2015 K 294
Hindutempel Sukuh 1995–2015 K 295
Pura Besakih
(Lage)
1995–2015 K 296
Fort Belgica 1995–2015 K 297
Palastkomplex Pulau Penyengat 1995–2015 K 298
Elefantenhöhle 1995–2015 K 299
Historischer Park Gunongan 1995–2015 K 300

WeblinksBearbeiten

 Commons: Welterbestätten in Indonesien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Indonesien auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Indonesien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 3. März 2018 (englisch).
  2. Tentativliste von Indonesien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 3. März 2018 (englisch).
  3. Former Tentative Sites of Indonesia. In: World Heritage Site. Abgerufen am 3. März 2018 (englisch).