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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weisenbach
Weisenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weisenbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 44′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 228 m ü. NHN
Fläche: 9,07 km2
Einwohner: 2489 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 274 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76599
Vorwahl: 07224
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 059
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 3
76599 Weisenbach
Website: www.weisenbach.de
Bürgermeister: Toni Huber
Lage der Gemeinde Weisenbach im Landkreis Rastatt
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Über dieses Bild
Blick vom Hohlohturm ins Murgtal und auf Weisenbach
Die Ortsmitte von Weisenbach mit der Pfarrkirche St. Wendelin

Weisenbach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der staatlich anerkannte Erholungsort Weisenbach ist die kleinste Gemeinde des Landkreises Rastatt und liegt im Nordschwarzwald im tief eingeschnittenen Tal des Flusses Murg in der Mitte zwischen Rastatt und Freudenstadt. Etwa zwei Drittel des Gemeindegebiets sind bewaldet. Nachbargemeinden sind Gernsbach im Norden und Forbach im Süden, beide im Landkreis Rastatt. Im Westen besteht auf dem Höhenzug beim Pass Rote Lache eine kurze Grenze zur Stadt Baden-Baden. Im Osten reicht die Weisenbacher Gemarkung am Hohloh bis auf eine Höhe von etwa 982 m. Die Murg erreicht das Gemeindegebiet im Süden in einer Höhe von etwa 220 m und verlässt es im Norden auf etwa 180 m. Die größte Ausdehnung der Gemarkung in Nord-Süd-Richtung beträgt 3,7 km, in Ost-West-Richtung 6,4 km.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

 
Au im Murgtal
Die Gemeinde besteht in ihrer jetzigen Form seit dem 1. Januar 1971.

Zur Gemeinde Weisenbach gehören die Dörfer Weisenbach, Au im Murgtal und die ehemalige Holtzmann-Werkssiedlung Neudorf.[3]

GeschichteBearbeiten

Weisenbach wurde erstmals im Jahre 1336 in einer Urkunde im Lehnsbuch des Bistums Speyer erwähnt. Im Zuge der baden-württembergischen Verwaltungsreform wurde am 1. Januar 1971 die damalige selbstständige Gemeinde Au im Murgtal nach Weisenbach eingemeindet.[4] 2001 begann man mit dem Bau des Baugebiets Birket.[5]

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Die Gemeinde ist Mitglied einer Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Gernsbach und Loffenau.

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Weisenbach führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[6]. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,6 % (2009: 63,1 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei Stimmen Sitze Ergebnis 2009
CDU 53,9 % 6 54,8 %, 7 Sitze
Freie Wähler Vereinigung 46,1 % 6 45,2 %, 5 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Toni Huber ist seit Dezember 1993 Nachfolger von Gerhard Feißt. Bei den Wiederwahlen 2001 und 2009 war Huber ohne Gegenkandidat.

PartnerschaftenBearbeiten

Weisenbach pflegt partnerschaftliche Beziehungen zum sächsischen Kriebstein und zum italienischen San Costanzo (bei Pesaro).

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • St.-Wendelinus-Kapelle auf einem Felsvorsprung links der Murg
  • Katholische Pfarrkirche St. Wendelinus, 1842/43 durch den Weisenbacher Baumeister Johann Belzer errichteter neugotischer Bau rechts der Murg, ersetzte einen barocken Vorgängerbau.[7]
  • Zehntscheune (Heimatstube)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Bahnhof Weisenbach

VerkehrBearbeiten

Weisenbach ist über die Stadtbahn Karlsruhe, die auf der Murgtalbahn verkehrt, an das Schienennetz angebunden. Die Bundesstraße 462 verläuft durch den Ort.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Das mittlere Murgtal mit seinen früher eigenständigen Gemeinden Bermersbach, Langenbrand, Au im Murgtal sowie Weisenbach war einst Standort eines der größten Papierhersteller Deutschlands – der E. Holtzmann & Cie. AG-Weisenbachfabrik mit insgesamt fünf Werken, drei davon im Murgtal, und über 5.500 Mitarbeitern. Dieser Papierkonzern hatte sogar eine eigene postalische Anschrift „7566 Weisenbachfabrik“, da sich das weitläufige Areal der Murgtal-Werksanlagen über die Gemarkungen von damals vier Kommunen erstreckte. Nach Übernahme der AG durch den finnisch-schwedischen Papierkonzern Stora Enso wurde das Areal mit seinen Werken 1995 stillgelegt. Das über 100 Jahre alte Traditionsunternehmen wurde komplett abgewickelt, einzig das Werk Wolfsheck, welches auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Forbach-Langenbrand liegt, blieb als Stora Enso-Produktionsstätte im Murgtal erhalten. Dieses Werk wurde allerdings von Stora Enso 2006 für eine symbolische €-Summe an Arques Industries verkauft. Ab 1. September 2006 wurde diese ehemalige Holtzmann-Produktionsstätte unter der eigens dafür gegründeten Firma Salto Paper Papiermühle Wolfsheck geführt. Im Juli 2007 wurde das Werk erneut an einen weiteren strategischen Investor verkauft,[8] der es 2008 stilllegte.[9]

Übrig geblieben aus dem Bereich Papier/Pappeverarbeitung und am Kernortsausgang Weisenbach Richtung Freudenstadt, direkt an der B 462 liegend, ist der Hersteller Katz GmbH & Co. KG, hervorgegangen aus den Katz International Coasters, wiederum hervorgegangen aus dem Außenwerk der ehemaligen Gernsbacher Katz Werke AG – der heute der weltweit größte Spezialhersteller für Getränkeglasuntersetzer (Bierdeckel) ist.

Ebenfalls mit einem so genannten Außenwerk angesiedelt ist der Kartonagen- und Verpackungshersteller Smurfit Kappa Baden Packaging. Dieser Werksteil befindet sich zwar aufgrund der Gemarkungsgrenze Weisenbach/Gernsbach auf Weisenbacher Gebiet, zählt aber produktionstechnisch zum Gernsbacher Hauptwerk.

Die Gemeinde erwarb den Werksteil Schlechtau des ehemaligen Holtzmann-Areals, der innerhalb der Gemarkungsgrenze liegt, um dort ein Gewerbegebiet einzurichten. Zunächst wurde der Gemeindebauhof aufgrund der besseren Raumverhältnisse und Lagermöglichkeiten dort neu angesiedelt.

Nach der Schließung der Papierfabrik als wichtigstem Arbeitgeber des mittleren Murgtals wandelte sich auch der Charakter Weisenbachs hin zur Wohngemeinde. Heute verdient die überwiegende Mehrheit der Weisenbacher Bewohner ihren Lebensunterhalt außerhalb der Gemeinde.

BildungBearbeiten

Mit der Johann-Belzer-Schule verfügt Weisenbach über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Dazu gibt es einen Kindergarten im Ort.

Sonstige InfrastrukturBearbeiten

Als technische Besonderheit gibt es in Weisenbach eine Hochspannungsleitung in einer seltenen Sonderbauweise, die Kompaktfreileitung Hilpertsau-Weisenbach.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Weisenbach (Hrsg.): Weisenbach – Geschichte unserer Gemeinde. 1986.
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 2, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 530–545.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Weisenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Kartendienste der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 172
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 500.
  5. http://www.weisenbach.de/,Lde/weisenbach_online/verwaltung/Weisenbach.html Porträt von Weisenbach
  6. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Clemens Kieser, Karlfriedrich Ohr, Wolfgang Stopfel, Martin Walter: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden. Konrad-Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1599-5, S. 336.
  8. Arques AG: ARQUES verkauft Salto Paper AG an strategischen Investor (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive) (Starnberg, 11. Juli 2007)
  9. Geschichte der Papierfabrik Wolfsheck, Projektgruppe Gewerbepark Wolfsheck, abgerufen am 18. Februar 2011
  10. Badische Biographien, Erster Teil, Heidelberg 1875, S. 70 (Digitalisat).