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Weischlitz

Gemeinde im Vogtlandkreis, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weischlitz
Weischlitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weischlitz hervorgehoben
Koordinaten: 50° 27′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 121,63 km2
Einwohner: 5876 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08538
Vorwahl: 037436
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 450
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Alten Gut 3
08538 Weischlitz
Website: www.weischlitz.de
Bürgermeister: Steffen Raab (FWW)
Lage der Gemeinde Weischlitz im Vogtlandkreis
TschechienBayernThüringenErzgebirgskreisLandkreis ZwickauAdorf/Vogtl.Auerbach/Vogtl.Bad BrambachBad ElsterBergen (Vogtland)BösenbrunnEichigtEllefeldElsterbergFalkenstein/Vogtl.Grünbach (Sachsen)HeinsdorfergrundKlingenthalLengenfeld (Vogtland)Limbach (Vogtland)MarkneukirchenMühlentalMuldenhammerNetzschkauNeuensalzNeumark (Vogtland)Neustadt/Vogtl.Oelsnitz/Vogtl.Pausa-MühltroffPlauenPöhlReichenbach im VogtlandWeischlitzRodewischRosenbach/Vogtl.Schöneck/Vogtl.Steinberg (Vogtland)Triebel/Vogtl.TheumaTirpersdorfTreuenWerdaKarte
Über dieses Bild

Weischlitz ist eine Gemeinde im Vogtlandkreis in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Gebiet der Gemeinde Weischlitz befindet sich im Vogtland, in einer bewaldeten Kuppenlandschaft mit Feldern und Wiesen, im äußeren Südwesten des Freistaates Sachsen, angrenzend an Bayern und Thüringen. Durch die Ortsteile Kürbitz und Weischlitz fließt, nach dem Verlassen der Talsperre Pirk, die Weiße Elster.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Weischlitz gehören die Ortsteile:

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeinden sind Rosenbach/Vogtl., Plauen, Oelsnitz/Vogtl., Bösenbrunn und Triebel/Vogtl. (alle Vogtlandkreis), Feilitzsch und Trogen im bayerischen Landkreis Hof sowie Gefell und Tanna im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

GeschichteBearbeiten

Weischlitz wurde im Jahre 1274 erstmals urkundlich erwähnt. Die Orte Ober- und Unterweischlitz gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen.[2] Die Gründung des Ortes Rodersdorf, erstmals erwähnt 1266, geht wahrscheinlich auf die Zeit der Besiedlung des Vogtlandes durch die Slawen und Sorben im 7. und 8. Jahrhundert zurück. Auch das 1225 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Kürbitz gibt Hinweis auf die slawische Besiedlung – „-itz“ ist eine Ortsnamenendung slawischen Ursprungs. Der Ortsteil Heinersgrün war in früheren Zeiten ein Besitz der oberfränkischen und vogtländischen Adelsfamilie von Feilitzsch. Im Jahre 1812 erreichten Napoleons Truppen auch den Ort Dröda und fügten dort mit Brandschatzung und Plünderung der Bevölkerung großen Schaden zu.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

Jahr 1998 2000 2002 2004 2007 2008 2012 2013
Einwohner 3.477 3.613 3.583 3.592 3.511 3.467 5.147 5.061

EingemeindungenBearbeiten

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Berglas[3] 01.04.1939 Eingemeindung nach Großzöbern
Burgstein[4] 01.01.2011
Dehles[4] 01.01.1994 Eingemeindung nach Reuth
Dröda[4] 01.01.1999 Eingemeindung nach Burgstein
Geilsdorf[4] 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Grobau[5] 04.07.1963 Eingemeindung nach Kemnitz
Großzöbern[4] 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Gutenfürst[4] 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Heinersgrün (mit Markusgrün)[4] 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Kemnitz[4] 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Krebes[4] 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Kloschwitz[4] 01.01.1999
Kobitzschwalde[4] 01.01.1994
01.04.1999
Eingemeindung nach Neundorf,
Umgliederung nach Weischlitz
Kröstau[5] 01.01.1974
Kürbitz[4] 01.01.1999
Mißlareuth[4] 01.03.1994 Eingemeindung nach Reuth
Oberweischlitz[5][6] 01.07.1950
Pirk[5] 01.01.1957 Eingemeindung nach Großzöbern
Ramoldsreuth[5] 01.09.1968
 
Eingemeindung nach Großzöbern,
zugleich Abbruch des Dorfes durch Bau der Feilebachtalsperre
Reinhardtswalde[5] 01.01.1957 Eingemeindung nach Dehles
Reuth[7] 01.01.2017
Rodersdorf[4] 01.01.1994
Rosenberg[3] vor 1880 Eingemeindung nach Oberweischlitz
Ruderitz[5] 16.05.1968 Eingemeindung nach Krebes
Schönlind[5] 01.01.1972 Eingemeindung nach Reuth
Schwand[4] 01.01.1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Spielmes (*)[3] 01.04.1928 Teileingliederung nach Reinhardtswalde
Steins[5][6] 01.07.1950 Eingemeindung nach Schwand
Thossen[5] 01.01.1974 Eingemeindung nach Reuth
Tobertitz[5] 01.01.1974 Eingemeindung nach Reuth

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 61,1 % (2009: 57,7 %)
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
76,2 %
12,4 %
4,3 %
n. k.
2,0 %
n. k.
1,2 %
3,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,4 %p
-1,7 %p
-0,4 %p
-3,5 %p
-0,5 %p
-1,5 %p
+1,2 %p
+3,9 %p
Sitzverteilung 2014 im Gemeinderat Weischlitz
  
Insgesamt 18 Sitze
  • FWW: 16
  • KW: 2

GemeinderatBearbeiten

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Weischlitz (FWW): 16 Sitze
  • Kürbitzer Wähler (KW): 2 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister der Gemeinde Weischlitz ist Steffen Raab (Freie Wähler). Er wurde am 31. Januar 2016 als einziger Kandidat mit 98,0 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,7 %.

InfrastrukturBearbeiten

BildungBearbeiten

Allgemeinbildende SchulenBearbeiten

In Weischlitz befinden sich eine Grundschule und eine Oberschule. Eine weitere Grundschule befindet sich im Ortsteil Krebes.

KinderbetreuungseinrichtungenBearbeiten

Kindergärten gibt es in Weischlitz sowie in den Ortsteilen Kürbitz und Rodersdorf, im Ortsteil Großzöbern gibt es eine Kindertagesstätte.

VerkehrBearbeiten

Der 1874 eröffnete Bahnhof Weischlitz liegt an der Bahnstrecke Plauen–Cheb, zudem endet hier die Bahnstrecke aus Gera Süd (auch als Elstertalbahn bezeichnet). Im Südosten hat Weischlitz eine direkte Anbindung an die Bundesautobahn 72. Die Ortsteile sind mit Buslinien im öffentlichen Personennahverkehr vernetzt.

SehenswertesBearbeiten

Sehenswert ist das unter Denkmalschutz stehende Alte Gut von Weischlitz, ein im Vogtland wohl einmaliges Ensemble von Herrenhaus und zwei Fachwerkscheunen. Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1995–1997 rekonstruiert. Im ehemaligen Herrenhaus hat die Gemeindeverwaltung ihren Sitz. Eine Scheune wird von der Gemeinde als Bürgerhaus und eine andere von einem Geldinstitut, der Sparkasse Vogtland, genutzt.

Der touristisch zertifizierte Ortsteil Kürbitz wird durch seine Sehenswürdigkeiten und kulturellen Veranstaltungen überregional wahrgenommen.[9]

Die Claraquelle, geweiht am 26. September 1928, am Talhang der Weißen Elster gelegen, zählt zu den Ausflugszielen.

Die Wallfahrtskapelle Santa Clara[10] in Heinersgrün liegt 540 Meter hoch. Ihre Errichtung geht auf Klarissen aus Hof zurück.[11]

Die Burg Türbel diente als Wehranlage zum Schutz des wichtigen historischen Handelsstraßenabschnitts zwischen Plauen und Hof.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Emil Kreller (1811–1882), Rittergutsbesitzer in Unterweischlitz und Politiker, MdL (Königreich Sachsen)
  • Heinrich Theodor Koch (1822–1898), Reichstags- und Landtagsabgeordneter, geboren in Kürbitz
  • Paul Hartwig (1915–2014), Marineoffizier, zuletzt Vizeadmiral der Bundesmarine und Befehlshaber der Flotte wurde am 14. September 1915 in Steins, heute Ortsteil von Weischlitz, geboren
  • Rudolf Schubert (* 1927) im Ortsteil Kobitzschwalde, Botaniker und Hochschullehrer
  • Siegfried Rudert (1932–1980), Maschinenbauingenieur und Professor für Automatisierungstechnik in Magdeburg, geboren in Großzöbern
  • Michael Ketting (* 1950), Ingenieur und Professor an der Ruhr-Universität Bochum; in Weischlitz von 2000 bis 2012 Generalbevollmächtigter und von 2012 bis 2015 Geschäftsführer der IAMT - Ingenieurgesellschaft für allgemeine Maschinentechnik mbH (Holding)

LiteraturBearbeiten

  • Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 105.
  • Matthias Donath: „Schlösser und Herrenhäuser im Vogtland.“ edition Sächsische Zeitung, Meißen 2011.
  • G. A. Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Nach der Natur neu aufgenommen von F. Heise, Architect, V. Section: Vogtländischer Kreis. Leipzig 1860, Rittergut Heinersgrün, S. 21–22

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. a b c Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  4. a b c d e f g h i j k l m n o Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  5. a b c d e f g h i j k Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  7. Sächsisches Amtsblatt Nr. 48/2016
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  9. Anonymus: Kürbitz - Ein Sagenhaftes Dorf. auf www.sachsensdoerfer.de
  10. Ernst Schäfer: Das Erzgebirge und sein Handwerk. Verlag der Nation, 3. Aufl. (o. J.), S. 24
  11. Internetseite der Kirchgemeinde Bobenneukirchen