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Ein Weinberghüter (auch Wengertschütz, Wengerter oder Saltner genannt) ist ein Helfer des Weinbauern, der mit einer Ratsche, Wengerter-Peitsche oder Schreckschusspistole die Vögel vertreibt.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Weinhüter von Meran, Zeichnung von Albert Kretschmer (1887)

Die erste Erwähnung eines Weinberghüters findet sich in der österreichischen Weinbauordnung des Jahres 1352,[1] die detaillierte Vorschriften zum Hütewesen und strenge Strafen vorsah. Bereits der, der nur drei Weintrauben stahl, war ein „schädlicher Mann“ und jeder, der mit einer Waffe einen Weinberg betrat, durfte getötet werden.

Rechtschaffene Männer wurden mit der Weinbergwache beauftragt und diese Tätigkeit brachte gesellschaftliches Ansehen.

In Tirol schützten die Saltner von Mariä Himmelfahrt bis zur Weinlese die Trauben vor Tieren und Dieben. Das seit dem 16. Jahrhundert nachweisbare Amt erfuhr im 19. Jahrhundert neue Aufmerksamkeit durch den aufkommenden Tourismus. Die Schilderungen von furchterregenden, mit Tiertrophäen geschmückten Saltnern in den Reiseführern führte dazu, das solche Kostüme tatsächlich etabliert und als Touristenattraktion zur Schau gestellt wurden.[2] Das Kostüm bestand in der Regel aus ledernen Bundhosen und einem breiten, bestickten Gürtel, einer Kette mit Eberzähnen oder Gebissen von Nagetieren und einem mit Hahnen-, Pfauen- und Spielhahnfedern geschmückten Hut.[3][4]

ArbeitsweiseBearbeiten

Das Erzeugen von Geräuschen hat das Ziel, die Weinberge vor Vögeln (vor allem Stare, Amseln und Wacholderdrosseln) und anderen Tieren zu schützen. Auch Rehe und Dachse mögen die Trauben, und so heißt es in einem alten Wengerterspruch: „alles was ein Arsch hat, frisst auch Trauben“[5].

Aktuelle SituationBearbeiten

Früher wurden die Trauben mit Holzrätschen bewacht, heute sind es zunehmend Pistolenschüsse, mit denen die Tiere vertrieben werden. Die Weinberghüter erhalten dazu vom Bürgermeister eine spezielle Berechtigung, die Waffe, mit der sie Platzpatronen abschießen, tragen zu dürfen.

 
Schussapparat zur Vogelabwehr im Weinberg

Immer öfter kommen für die Vertreibung der Vögel automatisierte Dauerbeschallung mit Schussapparaten und Vogelschreigeräten sowie in geringerem Maße andere Methoden (z. B. Netze) zum Einsatz (siehe auch Pflanzenschutz)[6]. Bei den automatisierten akustischen Methoden entstehen erhebliche Gewöhnungseffekte, die die Wirksamkeit stark relativieren. Als eingeschränktes Ziel gilt somit eher die Schadensverteilung in größere Flächen hinein. Eine echte Vertreibung der Vögel und Verhinderung/Verminderung von Vogelfraß kann durch automatisierte akustische Methoden im Unterschied zum Einsatz eines leibhaftigen Weinbergshüters nicht erreicht werden.[7] Allein das Erscheinen sich bewegender Personen in der Nähe von Weinbergen führt bereits zur Abschreckung fressgieriger Vogelschwärme oder auch kleiner Vogelgruppen.

Weinberghüter tragen heute teilweise nur noch zu Repräsentationszwecken den Namen[8] und ihre Rätschen sind bei Festen und Umzügen im Einsatz[9].

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.vkz.de/de/heute/redaktion/serien/von-der-rebe-ins-glas/september-die-weinberghut-im-wandel-der-zeit/
  2. Meraner Weinberghüter („Saltner“), Germanisches Nationalmuseum
  3. Der Saltner, Tourismusverein Kaltern am See
  4. Ludwig von Hörmann: Die Saltner. In: Eduard Amthor (Hrsg.): Der Alpenfreund, Monatshefte für Verbreitung von Alpenkunde unter Jung und Alt in populären Schilderungen aus dem Gesammtgebiet der Alpenwelt und mit praktischen Winken zur genußvollen Bereisung derselben. Band 5, Gera 1872, S. 41–47 (online)
  5. Archivlink (Memento des Originals vom 3. Mai 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.das-bottwartal.de
  6. http://www.starenabwehr.de
  7. http://www.starenabwehr.de/knol-google-volxheim.pdf
  8. http://www.stadt-erlenbach.de/Weinbau/Festweinprobe2005/Wengertschuetz.htm@1@2Vorlage:Toter Link/www.stadt-erlenbach.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. http://zaberbote.de/kultur/schutz-fuer-die-reife-frucht-10-2007