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Wattenbach (Söhrewald)

Ortsteil der Gemeinde Söhrewald im nordhessischen Landkreis Kassel

Wattenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Söhrewald im nordhessischen Landkreis Kassel.

Wattenbach
Gemeinde Söhrewald
Koordinaten: 51° 12′ 47″ N, 9° 35′ 32″ O
Höhe: 336 m ü. NHN
Fläche: 4,25 km²[1]
Einwohner: 1140 (1970)[1]
Bevölkerungsdichte: 268 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 34320
Vorwahl: 05608

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Wattenbach ist der mittlere Söhrewalder Ortsteil. Er befindet sich in der bewaldeten Mittelgebirgslandschaft Söhre am nördlichen Mülmisch-Zufluss Wattenbach. Das Dorf liegt südlich des bewaldeten Bergrückens von Hambühlskopf (445,2 m ü. NN) im Westen und Brandt (441,6 m ü. NN) im Osten; nördlich dieses Rückens befindet sich der Söhrewalder Ortsteil Wellerode und wattenbachabwärts im Süden an der Einmündung in die Mülmisch der Ortsteil Eiterhagen.

Durch Wattenbach verläuft etwa in Nord-Süd-Richtung die Landesstraße 3236 (WellerodeEiterhagen), die nördlich der Ortschaft die in West-Ost-Richtung verlaufende L 3460 (WollrodeSt. Ottilien) kreuzt. Rund 2,8 km westlich des Dorfs liegt der teils zur Gemeinde Söhrewald gehörende Stellbergsee und etwa 1,5 km nordöstlich steht am Franzosentriesch (ca. 490 m ü. NN) der Sendeturm Söhrewald.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1323 erstmals urkundlich erwähnt als die von Meisenbug die Gerichtsbarkeit an die Landgrafschaft Hessen abtraten.[1]

Zur Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen gehörte Wattenbach zum Kanton Kaufungen.

Im Jahr 1836 wurde das Braunkohle-Bergwerk Stellberg (u. a. am heutigen Stellbergsee) erschlossen. Mit Eröffnung der Söhrebahn am 21. August 1912 wurde der Abbau rentabel, da jetzt für reibungslosen Transport der geförderten Kohle gesorgt war. Zudem konnten die reichen Basaltvorkommen abgebaut werden. Wattenbach wurde zu einem Bergmannsdorf. Der Abbau in der Zeche wurde 1967 eingestellt. Die Bergmannstradition wird bis zum heutigen Tag gepflegt.

GebietsreformBearbeiten

Am 1. Dezember 1970 wurde Wattenbach mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Eiterhagen und Wellerode im Rahmen der Gebietsreform zur Gemeinde Söhrewald zusammengeschlossen.[2]

Historische OrtsnamenBearbeiten

Wattenbach (1323); Wattenpach (1539) (Kasseler Salbuch); Wattenbach (1585)[1]

ReligionBearbeiten

Die Kirche (mit einem spätgotischen Westturm) stammt aus dem Jahr 1782. 1791 erhielt sie den heutigen Haubenhelm. Im Kirchenportal befindet sich ein großer weißer Stein, der wie eine Rübe aussieht. Die Bauarbeiter sollen diesen beim Bau der Kirche eingefügt haben, um auf die einseitige Verpflegung während des Baues hinzuweisen. Die Zuckerrübenernte soll im Jahr der Erbauung reichlich gewesen sein. Die Wattenbacher tragen daher den Spitznamen „Rübenesser“.[3]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Seit 1997/1998 existiert eine Windkraftpark mit fünf Windrädern mit den Namen „Frau Holle“, „Hänsel“ und „Gretel“, „Rumpelstilzchen“ und „Schneewittchen“ welche zusammen jährlich etwa 6,8 Mio. kWh Strom erzeugen.[4]

LiteraturBearbeiten

  • Carl Wilhelm Hermann Hochhuth: Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel, S. 196.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen, 1926, S. 496.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Wattenbach, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. Juli 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 400.
  3. Wattenbach – Regiowiki. In: regiowiki.hna.de. Abgerufen am 12. Oktober 2016.
  4. proplan.de: Windpark Wattenbach, abgerufen am 12. Oktober 2016