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Was ich liebte

Buch von Siri Hustvedt

Was ich liebte ist ein Roman der amerikanischen Schriftstellerin Siri Hustvedt, der 2003 in London veröffentlicht wurde. Auf Deutsch erschien er im gleichen Jahr im Rowohlt-Verlag. Er erzählt in der ersten Person aus der Perspektive von Leo Hertzberg, einem in New York lebenden Kunsthistoriker. Im Laufe des ersten Teils erfährt man, dass Hertzberg 1930 in Berlin geboren wurde und dort in der Mommsenstraße aufwuchs. 1935 emigrierte er mit seinen Eltern, zunächst über Paris nach London, später nach New York.

Die Autorin lebt selbst seit 1978 in New York. In einer Diskussion über 9/11, den 11. September 2001 beschrieb sie New York als "ebenso sehr eine Idee wie ein tatsächlicher Ort".[1]

Das Buch folgt der Beziehung zwischen Leo und Bill Wechsler und der engen Verbindung ihrer beiden Familien. Im Mittelpunkt stehen die Themen Liebe, Verlust, Kunst und Psychologie.

Inhaltsverzeichnis

ZusammenfassungBearbeiten

Was ich liebte beginnt im Jahre 1975 mit der Beschreibung eines Gemäldes mit einer nackten Frau, über dem der Schatten des Künstlers zu sehen ist. Der Protagonist des Romans, der Kunsthistoriker Leon Hertzberg (Leo), kauft das Gemälde und befreundet sich einige Zeit später mit dem Künstler, Bill Wechsler. Bill ist zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt, wird aber im Laufe des Romans immer bekannter, nicht nur in der New Yorker Kunstszene, auch in Europa. Er ist mit Lucille, einer überempfindlichen Dichterin, verheiratet. Leos Frau ist die Anglistin Erica Stein; ihre Eltern stammen ebenfalls aus Berlin, sie selbst wurde am 7. November 1941 in New York geboren. Die beiden Paare werden Freunde und ziehen in den gleichen Wohnblock. Erica und Lucille werden im gleichen Zeitraum schwanger und bekommen im August 1977 jede einen Sohn – Matthew und Mark. Der erste Teil des Romans zeigt das ruhige, häusliche Leben der beiden Familien, das aus Leos Perspektive erzählt wird. Bill trennt sich schließlich von Lucille, nachdem er mit der jungen Violet Blom eine Beziehung begonnen hat. Violet ist auf dem am Anfang des Romans erwähnten Gemälde abgebildet.

Der Auftakt des zweiten Teils des Romans wirkt wie ein Paukenschlag[2]: Der Sohn von Leo und Erica, Matthew, stirbt plötzlich infolge eines Bootsunfalls. Ab diesem Zeitpunkt beschleunigt sich das Erzähltempo. Leo ist wegen des Todes seines Sohnes untröstlich und verliert die ebenfalls untröstliche Erica, die wegzieht. Eine nahe, aber problematische Beziehung entsteht zwischen Leo und Bill Wechslers Sohn Mark. Immer wieder missbraucht der zu Unehrlichkeit neigende Mark das Vertrauen seines Vaters, bis Leo bemerkt, dass Mark wohl nicht zu Zuneigung fähig ist.

Mark befreundet sich mit Teddy Giles, einem Performance- und Installationskünstler, dessen Kunst nur ein Ziel zu verfolgen scheint: Zu schockieren. Bill stirbt schließlich, und Leo versucht Mark zu finden und zu retten, der in Teddy Giles Szene verloren gegangen ist. Schließlich gesteht Leo Violet seine Liebe. Sie sagt ihm, dass sie eine Nacht zusammen verbringen könnten, dass sie dann aber wegziehen werde. Er lehnt ab und geht alleine in seine Wohnung zurück.

Eine Nebenfigur des Romans, Lazlo Finkelman, bewegt sich in ähnlichen Kreisen wie Teddy Giles und Mark, aber mit anderen Absichten und Werten. Am Ende des Romans findet Leo Trost beim Spielen mit dessen kleinem Sohn.

RezeptionBearbeiten

In der Zeit hat Michael Naumann den Roman sehr positiv rezensiert. Er wird von ihm als "gebildeter und kunstvoll konstruierter" Roman bezeichnet und er lobt ihn unter anderem wegen seines schnörkellosen Stils, "seiner unaufdringlichen Selbstreflexion, seiner mikroskopisch genauen Schilderung der seelischen Bewegungen seiner Figuren, seiner bisweilen kieselkühlen Darstellung der Lebensnöte dieser fünf Menschen".[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Siri Hustvedt, "Siri Hustvedt raconte le 11 septembre", booksmag, 11th September 2009 (englisch/französisch)
  2. Vgl. bspw. Robert Birnbaum, Author of What I Loved talks with Robert Birnbaum, Identity Theory, 6 May 2003 (englisch)
  3. Michael Naumann: Die Liebe vergeht, heimlich siegt die Trauer In: Die ZEIT vom 18. April 2008; abgerufen am 16. November 2013.

WeblinksBearbeiten