Wandelröschen (Gattung)

Gattung der Familie Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)

Die Wandelröschen (Lantana) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Die etwa 111 Arten sind hauptsächlich in der Neotropis verbreitet. Die vielen Sorten des Wandelröschens (Lantana camara) werden als Zierpflanzen verwendet.

Wandelröschen

Blütenstände einer Wandelröschen-Sorte (Lantana camara)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Gattung: Wandelröschen
Wissenschaftlicher Name
Lantana
L.

BeschreibungBearbeiten

 
Illustration von Lantana camara
 
Zweig mit gegenständigen Laubblättern und Fruchtständen mit unterschiedlichen Reifegraden der Früchte einer Wandelröschensorte (Lantana camara)
 
Graphium sarpedon an Blüten einer Wandelröschen-Sorte (Lantana camara)
 
Antillenhaubenkolibri (Orthorhyncus cristatus) an Blüten einer Wandelröschen-Sorte (Lantana camara)

Erscheinungsbild und BlätterBearbeiten

Bei Lantana-Arten handelt es sich meist um verholzende Pflanzen, die als Sträucher oder Kletterpflanzen; selten auch um kleine Bäume oder krautige Pflanzen wachsen. Die aromatischen Pflanzen sind fein behaart oder kahl. Die in der Jugend vierkantigen Sprossachsen sind rau oder manchmal leicht stachelig.[1]

Die gegenständig, manchmal auch zu dritt bis viert quirlig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die stets einfachen Blattspreiten sind bei den meisten Arten stark runzlig. Der Blattrand ist oft gekerbt.[1]

Blütenstände, Blüten und FrüchteBearbeiten

Auf Blütenstandsschäften stehen in dichten köpfchenförmigen Blütenständen oft viele Blüten zusammen, wobei die Einzelblüten höchstens kurz gestielt sind und das ovale bis lanzettliche Tragblatt die Kelchblätter überragt.

Die zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die relativ kleinen, häutigen Kelchblätter sind kurz. An Farben der Kronblätter kommt fast alles vor: weiß, gelb, rot, blau und violett; manche Arten haben auch zweifarbige Kronen. Oft verfärbt sich die Blütenkrone im Verlauf der Anthese, bei einigen Arten auch mehrmals. Die vier oder fünf Kronblätter sind zu einer engen Kronröhre verwachsen. Die Blütenkronen sind fast radiärsymmetrisch oder leicht zweilippig mit vier oder fünf ausgebreiteten Kronlappen. Es ist nur ein Kreis mit vier freien, fertilen Staubblättern vorhanden, sie sind auf der etwa auf der Mitte der Kronröhre inseriert und überragen die Blütenkrone nicht. Der Fruchtknoten ist zweikammerig.[1] Es ist nur eine Samenanlage je Fruchtknotenkammer vorhanden.[2] Der Griffel ragt nicht aus der Kronröhre heraus und endet in einer schiefen fast kopfigen Narbe.[1]

Die fleischigen Steinfrüchte enthalten einen ein- bis zweisamigen Steinkern.[1] Die Steinfrüchte färben sich bei Reife rot, violett bis metallisch schwarz.

ÖkologieBearbeiten

Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Vögel.

Systematik und VerbreitungBearbeiten

 
Eine Sorte des Wandelröschens (Lantana camara)
 
Blütenstand von Lantana involucrata
 
Zweig mit Laubblättern und Früchten von Lantana involucrata
 
Zweig mit gegenständigen Laubblättern und Blütenstand von Lantana montevidensis
 
Nicht alle Laubblätter von Lantana trifolia stehen zu dritt zusammen
 
Blütenstand von Lantana trifolia

Die Gattung Lantana wurde 1753 durch Carl von Linné aufgestellt.[3] Synonyme für Lantana L. nom. cons. sind: Camara Adans., Charachera Forssk., Riedelia Cham., Tamonopsis Griseb., Xeralis Raf.[4]

Die meisten der bis zu 150 Arten sind in der Neotropis verbreitet, einige wenige kommen vom tropischen bis Südlichen Afrika und vom Himalajaraum bis nach Thailand vor.[4] Wenige Arten sind weltweit in wärmeren Gebieten Neophyten.

Es gibt 110 bis 150 Lantana-Arten:[4]

QuellenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Shou-liang Chen, Michael G. Gilbert: Verbenaceae.: Lantana L., S. 2 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 17 - Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994, ISBN 0-915279-24-X.
  2. Lantana bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  3. Lantana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 1. Januar 2018
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du Rafaël Govaerts (Hrsg.): Lantana. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 1. Januar 2018.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Wandelröschen (Lantana) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien