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Walter Pöltner

österreichischer Jurist, Spitzenbeamter und Politiker

Walter Pöltner (* 29. Februar 1952 in Wien) ist ein österreichischer Jurist, Spitzenbeamter und Politiker (ehemals SPÖ). Vom 22. Mai 2019 bis zum 3. Juni 2019 war er österreichischer Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

AusbildungBearbeiten

Pöltner ist der Sohn eines Schmiedes bei den Österreichischen Bundesbahnen, sein Großvater war Dachdeckermeister im Burgenland.[1]

Bei der Semperit AG machte er von 1967 bis 1970 eine Lehre zum Industriekaufmann[2] und blieb dort bis 1980 als Sachbearbeiter. Im Semperit-Haus an der Wiedner Hauptstraße in Wien (heute Sitz der Bundeswirtschaftskammer) waren die Klimaanlagen sein Zuständigkeitsbereich. Über den Zweiten Bildungsweg maturierte er im Jahr 1981 und studierte danach Rechtswissenschaften. 1986 promovierte er zum Dr. iur..

Berufliche LaufbahnBearbeiten

Anschließend arbeitete Pöltner bis 1991 in der Bundesarbeiterkammer, ab 1989 als deren Leiter der Abteilung Sozialversicherung.[1]

Im Jahr 1990 wurde Pöltner von Josef Hesoun, dem damaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales, in dessen Ministerium geholt und war zwischen 1991 und 1994 Ministersekretär. Im Jahr 1993 war Pöltner an der Einführung des Pflegegeldes beteiligt.[1] Zwischen 1994 und 2002 war Pöltner Gruppenleiter in der Sektion II und 1. Stellvertreter der Sektionsleitung.

Unter dem freiheitlichen Sozialminister Herbert Haupt wurde Pöltner im Jahr 2002 zum Sektionschef der Sektion II Sozialversicherung. In dieser Position verblieb er auch unter den folgenden Ministern bis zu seinem Ruhestand 2015.

Pöltner wirkte im Ruhestand als Berater der Ministerin Beate Hartinger-Klein[1] Sie machte ihn gemäß § 538z Abs. 8 ASVG zum kommissarischen Leiter des Organisationsbüros der Überleitungskonferenz, mit der aus dem bisherigen Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger der verkleinerte Dachverband der Sozialversicherungsträger entsteht.[3] Dies geschieht gleichzeitig gemäß § 538t Abs. 8 ASVG mit der Entstehung der Österreichischen Gesundheitskasse, in der mit Wirksamkeit 1. Jänner 2020 die bisherigen neun Gebietskrankenkassen der Bundesländer zusammengeführt werden. In der Funktion des kommissarischen Leiters sollte Pöltner bis 30. Juni 2019 tätig sein und durch den mit 1. Juli 2019 zu bestellenden Büroleiter des zukünftigen Dachverbandes (§ 538z Abs. 7 ASVG) abgelöst werden. Diese Funktion wurde durch seine Bestellung zum Minister vorzeitig beendet und danach nicht mehr wiederaufgenommen.

Politik und WissenschaftBearbeiten

In politischer Funktion saß Pöltner zumindest während der Zeit der schwarz-blauen Regierungskoalition als „roter [SPÖ-]Gemeinderat in Schwadorf, das war dem Schüssel völlig wurscht“.[1] Nach aktuellen Berichten (Mai 2019) „soll er [mittlerweile] aus der SPÖ ausgetreten sein“[4]

Pöltner lehrt als Honorarprofessor für Sozialrecht an der Universität Salzburg.[5]

PrivatpersonBearbeiten

Walter Pöltner ist verheiratet und Vater eines Sohnes und einer Tochter.[6] Berichte über seine Person erwähnen in der Regel seine musikalischen Interessen.[1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Karl Ettinger: Walter Pöltner: Der unorthodoxe Mister Pension. „Semperitler“, Hausmann, Clapton-Fan, Sektionschef: Walter Pöltner verhandelte alle Pensions-Reformen der vergangenen Jahre. Und eckt dabei auch bei seinen roten Genossen an. In: Die Presse, Printausgabe. 8. August 2010, abgerufen am 24. Mai 2019.
  2. Vgl. Industriekaufmann/-frau zur Lehrausbildung auf der Website Berufslexikon. Arbeitsmarktservice (AMS) (Hrsg.), ohne Datum abgerufen am 24. Mai 2019.
  3. Sozialversicherung: Zwei kommissarische Leiter. In: Oberösterreichische Nachrichten. 19. März 2019, abgerufen am 21. Mai 2019.
  4. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Mittwoch die Übergangsminister ernannt, die den Platz der zurückgetretenen FPÖ-Regierungsmitglieder einnehmen. In: NÖN.at/APA, 22. Mai 2019, abgerufen am 22. Mai 2019.
  5. Walter PÖLTNER. Universität Salzburg, abgerufen am 21. Mai 2019.
  6. Karin Pollack: Arbeit und Blues. In: MANZintern. Abgerufen am 21. Mai 2019.