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Walter Hilbrands (* 5. Juli 1965 in Weener) ist ein deutscher evangelikaler Theologe. Seit 2016 ist er Dekan der Freien Theologischen Hochschule in Gießen.

Inhaltsverzeichnis

Leben und akademische KarriereBearbeiten

Walter Hilbrands wurde am 5. Juli 1965 im ostfriesischen Weener geboren. Er absolvierte im Jahr 1985 das Abitur am Ubbo-Emmius-Gymnasium in Leer und studierte anschließend von 1986 bis 1995 Evangelische Theologie in Krelingen, Gießen und an der Protestantse Theologische Universiteit im niederländischen Kampen. Dort war er noch bis 2005 als Assistent bei Professor Cornelis Houtman tätig. Von 1995 bis 1998 unterrichtete Hilbrands das Fach Altes Testament an der Bibelschule in Kirchberg an der Jagst.

Im Jahr 1998 wurde er als Dozent für Altes Testament und Hebräische Sprache an die FTH Gießen berufen, deren Abteilung Altes Testament er heute leitet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei den Themenbereichen Urgeschichte, Kohelet und Exegetische Methodik. Mit der Arbeit Heilige oder Hure? Die Rezeptionsgeschichte von Juda und Tamar (Genesis 38) von der Antike bis zur Reformationszeit wurde er im Jahr 2005 an der Protestantse Theologische Universiteit Kampen zum Doktor der Theologie promoviert.

Nachdem Hilbrands ab 2007 bereits als Studiendekan an der FTH Gießen tätig gewesen war, wurde er im Jahr 2016 zum Dekan der Hochschule ernannt.

Neben seiner Lehrtätigkeit war Hilbrands als Autor oder Herausgeber an zahlreichen theologischen Publikationen beteiligt. Er verfasste mehrere Beiträge zum Wissenschaftlichen Bibellexikon im Internet sowie diverse Schriften zu alttestamentarischen Themen. Nachdem er seit 2000 bereits die Rezensionen zum Alten Testament betreut hatte, bearbeitete er ab 2007 den Rezensionsteil des Jahrbuchs für Evangelikale Theologie redaktionell.

Seit mehr als 30 Jahren ist Hilbrands Mitglied im Arbeitskreis für evangelikale Theologie (AfeT) und nimmt gemeinsam mit anderen eine leitende Funktion in dessen Facharbeitsgruppe „Altes Testament“ (FAGAT) wahr. Er gehört dem europäischen Netzwerk Fellowship of European Evangelical Theologians (FEET) an und ist zudem Mitglied der Society of Biblical Literature (SBL).[1]

Walter Hilbrands ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Gießen.

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

als Autor
  • Heilige oder Hure? Die Rezeptionsgeschichte von Juda und Tamar (Genesis 38) von der Antike bis zur Reformationszeit. In: Contributions to biblical exegesis and theology. Band 48. Peeters Publishers, Leuven 2007, ISBN 978-90-429-1914-3 (Online).
  • mit Manfred Dreytza und Hartmut Schmid: Das Studium des Alten Testaments. Eine Einführung in die Methoden der Exegese. Bibelwissenschaftliche Monographien 10, 2., überarb. Auflage, R. Brockhaus, Wuppertal 2007, ISBN 3-417-29471-1
als Herausgeber
  • Walter Hilbrands (Hrsg.): Sprache lieben – Gottes Wort verstehen: Beiträge zur biblischen Exegese - Festschrift für Heinrich von Siebenthal. Brunnen, Gießen 2011, ISBN 978-3-7655-9247-8.
  • mit Tina Arnold und Heiko Wenzel: Herr, was ist der Mensch, dass Du Dich seiner annimmst...?: Beiträge zum biblischen Menschenbild. SCM R. Brockhaus, Wuppertal 2013, ISBN 978-3-417-29250-3.
Aufsätze
  • Walter Hilbrands: Das Verhältnis der Engel zu Jahwe im Alten Testament, insbesondere im Buch Exodus. In: The Interpretation of Exodus: Studies in Honour of Cornelis Houtman (= Riemer Roukema, Bert Jan Lietaert Peerbolte, Klaas Spronk [Hrsg.]: Contributions to biblical exegesis and theology. Band 44). Peeters Publishers, Leuven 2006, ISBN 978-90-429-1806-1, S. 81–96.
  • Walter Hilbrands: Zur Geschichte der reformierten Kirche in Weener. In: Kirchenrat der evangelisch-reformierten Gemeinde Weener (Hrsg.): Festschrift 300 Jahre Arp-Schnitger-Orgel. H. Risius, Weener 2010, S. 63–83.
  • Walter Hilbrands: Die Bedeutung der Struktur und Integrität des Predigerbuches für des Theologie. In: Siegbert Riecker/Julius Steinberg (Hrsg.): Das heilige Herz der Tora. Festschrift für Hendrik J. Koorevaar zu seinem 65. Geburtstag. Shaker, Aachen 2011, ISBN 978-3-8440-0584-4, S. 153–166.
  • Walter Hilbrands: Die Länge der Schöpfungstage. Eine exegetische und rezeptionsgeschichtliche Untersuchung von jom („Tag“) in Gen 1,1-2,3. In: Biblische Notizen. N.F. 149, 2011, S. 3–12.
  • Walter Hilbrands: Das Buch Genesis in der Forschung seit 1990. In: European Journal of Theology. Band 26/1, 2017, S. 4–14.
  • Walter Hilbrands: „With Psalms and Hymns“. The Reformation, Music and Liturgy. In: Pierre Berthoud, Pieter J. Lalleman (Hrsg.): The Reformation. Its Roots and Its Legacy. Shaker, Eugene/OR 2017, ISBN 978-1-4982-3569-3, S. 55–73.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Featured Author - Dr. Walter Hilbrands. In: paternosterperiodicals.co.uk. Abgerufen am 5. Juli 2018.