Walter Delius (Politiker)

deutscher Oberbürgermeister von Bremerhaven

Walter Delius (* 1. März 1884 in Siegen; † 18. Dezember 1945 in Bremen) war ein deutscher Verwaltungsjurist, Politiker und Oberbürgermeister von Wesermünde.

BiografieBearbeiten

Delius, Sohn von Anton Delius, der von 1881 bis 1919 Oberbürgermeister von Siegen war, studierte von 1903 bis 1906 Jura an der Universität Tübingen und an der Universität Münster. Nach bestandenem Staatsexamen und anschließender Referendarzeit promovierte er 1910 an der Universität Bonn zum Dr. Jur. Als Assessor war er bis 1912 in Gnesen tätig.

Von 1912 bis 1917 wirkte er als Stadtsyndikus und Stadtrat in Bremerhaven, seit 1914 mit dem Titel Stellvertretender Stadtdirektor. Am 1. November 1917 erfolgte seine Wahl zum Bürgermeister von Geestemünde, seit 1919 mit der Bezeichnung Oberbürgermeister. Er förderte hier die Hochseefischerei.

In den 1920er Jahren war er Mitglied der nationalliberalen Deutschen Volkspartei DVP. Die Stadt Wesermünde wurde 1924 in der preußischen Provinz Hannover durch Vereinigung der Städte Lehe und Geestemünde gebildet. 1925 kandidierte Delius für die DVP erfolglos für das Amt des Oberbürgermeisters von Hannover. Delius war von 1924 bis 1945 der erste Oberbürgermeister in Wesermünde. In dieser Zeit wurde der Fischereihafen weiter ausgebaut. 1921 bis 1932 gehörte er dem Provinziallandtag der Provinz Hannover an.

1933 verblieb Delius in seinem Amt. Er wurde 1937 Mitglied der NSDAP. Delius gelang es ab 1936, seine Vereinigungspläne von Wesermünde und Bremerhaven bei Hermann Göring und den Nationalsozialisten erfolgreich durchzusetzen. Am 1. November 1939 wurde auf Befürwortung von Delius die zu Bremen gehörige Stadt Bremerhaven – jedoch ohne das Hafengebiet – in das preußische Wesermünde eingegliedert. Delius blieb Oberbürgermeister des vergrößerten Wesermünde, sein Vertreter und Bürgermeister war Wilhelm Richter.

Im Zweiten Weltkrieg fungierte er zusätzlich von 1939 bis 1940 als kommissarischer Oberbürgermeister von Königshütte in Oberschlesien und danach als Stadtkommissar bei der deutschen Militärverwaltung in Antwerpen. Von 1942 bis 1945 war er wieder voll als Oberbürgermeister in Wesermünde tätig. 1945 starb er in alliierter Haft in Bremen.

EhrungenBearbeiten

Die Walter-Delius-Straße in Bremerhaven wurde nach ihm benannt.

LiteraturBearbeiten

  • Beatrix Herlemann, Helga Schatz: Biographisches Lexikon niedersächsischer Parlamentarier 1919–1945 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Band 222). Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2004, ISBN 3-7752-6022-6, S. 81.
  • August Meyer: Delius, Georg Wilhelm Oscar Walter. In: Historische Gesellschaft Bremen, Staatsarchiv Bremen (Hrsg.): Bremische Biographie 1912–1962. Hauschild, Bremen 1969, S. 106 (Sp. 2) bis S. 109 (Sp. 1).
  • Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.