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Walporzheim

Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler

Walporzheim ist ein Stadtteil und Ortsbezirk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Zum Ortsbezirk Walporzheim gehört auch der Stadtteil Marienthal.

Walporzheim
Koordinaten: 50° 31′ 51″ N, 7° 4′ 43″ O
Höhe: 110 m ü. NHN
Einwohner: 670 (31. Jan. 2011)
Postleitzahl: 53474
Vorwahl: 02641
Walporzheim (Rheinland-Pfalz)
Walporzheim

Lage von Walporzheim in Rheinland-Pfalz

Weinbau in Walporzheim
Weinbau in Walporzheim

Steile Felsformationen – am bekanntesten ist die „Bunte Kuh“ genannte Felsnase – bilden bei Walporzheim ein bis zu 200 Meter tief eingekerbtes, klammartiges Tal. Maschineneinsatz bei den Arbeiten im Weinberg ist fast nicht möglich.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Walporzheim wird im Jahr 893 erstmals im Prümer Güterverzeichnis urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zur Stadt Ahrweiler. Sanct Peter, das älteste Gasthaus an der Ahr, das 1805 in Privatbesitz überging, war gegen 1100 Bestandteil des Besitzes der Grafen von Are, bis es 1246 an das Kölner Domkapitel übertragen wurde. 1210 wurde Eigenbesitz u. a. in Walporzheim als Lehen vom Kloster Laach an den Trierer Erzbischof Johann I. übertragen,[1] der es an Graf Gerhard von Are zur Schirmvogtei weiterzugeben hatte.

Zu Zeiten Napoleons wurde aus Walporzheimer Wein Sekt hergestellt, der sich in England als Sparkling Wine from Walporzheim besonders gut verkaufte.[2] Am 19. März 1871 wurde die Walporzheimer Winzergenossenschaft gegründet, die zweitälteste an der Ahr.[3] 1927 hatte Walporzheim 380 Einwohner.[4]

St. JosefskapelleBearbeiten

St. Peter unmittelbar benachbart ist die Kapelle St. Josef. Erste Nachrichten dieser Kapelle datieren um 1660 im Zusammenhang mit der Lieferung von Klockwein, d. h. Glöcknerwein. Am 6. Dezember 1964 wurde eine neue, 180 Kilogramm schwere Glocke geweiht. 1988/89 wurde die St. Josefskapelle, ein einschiffiger verputzter Bruchsteinbau von 13 Metern Länge und 5,50 Metern Breite, renoviert. 1770 erfolgte der Neubau der Kapelle, was aus einer Einmeißelung über dem Portal hervorgeht. Die Kapelle erhielt zwei Glocken, St. Josef und St. Sebastianus. Am 20. Juli 1924 wurde der Anbau an die Kapelle geweiht. Am 6. Dezember 1964 wurde eine neue, 180 Kilogramm schwere Glocke geweiht. 1988/89 wurde die St. Josefskapelle renoviert. 2001 wurde die alte Orgel durch eine neue ersetzt.[5] Im Jahr 2017 wurde der „Freundeskreis der Kapelle St. Josef Walporzheim“ von Walporzheimern Bürgern gegründet. Ziel ist die Förderung des Gemeindelebens sowie zum Erhalt der Kapelle beizutragen.

WirtschaftBearbeiten

Wirtschaftlich am bedeutendsten für Walporzheim sind schon immer Weinbau und Weinhandel. Bekannt ist der Ort wegen seiner Lagen Domlay (9 ha), der Alten Lay (5 ha), dem Kräuterberg (3 ha), dem Himmelchen (10 ha), dem Pfaffenberg (18 ha) und besonders auch wegen der Gärkammer, die mit 0,6 ha die kleinste Lage weltweit ist. hauptsächlich wird Spätburgunder angebaut. Diese teils von Stütz- und Trockenmauern (29 Kilometer Gesamtlänge[6]) durchzogenen Weinberge sind in Steillage terrassenförmig angelegt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Felsformation „Bunte Kuh“ an der Straße nach Marienthal und Dernau
Die Walporzheimer St. Josefskapelle
Wegekreuz in Walporzheim


  • Felsformation „Bunte Kuh“ bei Walporzheim: Auf der Bunten Kuh wurden römische Münzen gefunden.
  • ehemaliger Bahnhof
  • Domherrenhof, Walporzheimer Straße 134
  • Hakenhof, Fachwerkhaus (Walporzheimer Straße 163) aus dem 18./19. Jahrhundert
  • Wegekreuz aus dem 18. Jahrhundert, Ecke Walporzheimer Straße/Pfaffenbergstraße

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rheinischer Antiquarius, Teil 3, Bd. 10, S. 112
  2. Ahr auf „www.wein-ziele.de“ (Memento vom 27. April 2013 im Internet Archive)
  3. Ignaz Görtz: 100 Jahre Winzergenossenschaft Altenahr, in: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler (HJbKAhrweiler), 1979, S. 148
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. ahrweiler.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Werner Schüller: Walporzheim – Kirche, Schule, Bräuche und Feste. In: Festschrift. 1924 (online [abgerufen am 18. Mai 2017]).
  6. Anne Lambertsen: Ortsportrait Walporzheim in Hierzuland, SWR Landesschau