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Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung in Baden-Württemberg 1952

Wahl
Wahl zur Verfassunggebenden
Landesversammlung 1952
1956
Wahlbeteiligung: 63,66 %
 %
40
30
20
10
0
36,0
28,0
18,0
6,3
4,4
3,3
2,4
1,7
     
Insgesamt 121 Sitze

Die Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung fand am 9. März 1952 statt.[1] Der neu zu schaffende „Südweststaat“ hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen, er umfasste, der Größe nach, die noch bestehenden Länder Württemberg-Baden, Baden (Südbaden) und Württemberg-Hohenzollern.

Das Land Baden-Württemberg wurde am 25. April 1952 gegründet. Die Verfassungsgebende Landesversammlung wurde damit zum ersten Landtag.

Inhaltsverzeichnis

ErgebnisBearbeiten

Für die Wahl galt eine Sperrklausel von 5 % je Land.

Ergebnis der Wahl vom 9. März 1952
Partei Stimmen Anteil Sitze Direkt-
mandate
CDU 982.727 35,99 % 50 42
SPD 765.032 28,01 % 38 26
FDP/DVP 491.711 18,01 % 23 6
BHE 170.751 6,25 % 6
KPD 119.604 4,38 % 4
DG-BHE/DG 89.459 3,28 %
SRP 65.787 2,41 %
Zentrum 23.356 0,85 %
UWG 22.393 0,82 %
gültige Stimmen
 
2.730.820
 
100,00 %
97,88 %
121
 
74
 
ungültige Stimmen 59.052 2,12 %
Wähler
Wahlbeteiligung
2.789.872
 
100,00 %
  63,66 %
Nichtwähler 1.592.245 36,34 %
Wahlberechtigte 4.382.117 100,00 %

Ergebnis nach LändernBearbeiten

Partei Baden Württemberg-
Baden
Württemberg-
Hohenzollern
% Sitze % Sitze % Sitze
CDU 43,5 14 29,2 24 51,4 12
SPD 26,2 8 30,3 25 21,6 5
FDP/DVP FDP 15,9 4 DVP 19,2 15 FDP/DVP 16,1 4
BHE 5,0 6,7 5 6,2 1
KPD 03,1 5,1 4 3,3
DG DG-BHE 4,9 DG 1,1
SRP 3,9
Zentrum 4,4
UWG 1,5 0,8 0,3
Summe 26 73 22

Wahl des ersten LandtagsBearbeiten

Indirekt wurde mit dieser Wahl auch der erste Landtag des neuen Landes Baden-Württemberg bestimmt. Dies legte Artikel 93 der Landesverfassung fest:

„(1) Die Abgeordneten der nach § 13 des Zweiten Gesetzes über die Neugliederung in den Ländern Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern vom 4. Mai 1951 (BGBl. I S. 283) gewählten Verfassunggebenden Landesversammlung bilden nach Inkrafttreten dieser Verfassung den ersten Landtag.
(2) Die Wahlperiode dieses Landtags endet am 31. März 1956.“

– Artikel 93[2]

Bildung des Landes und erste LandesregierungenBearbeiten

Knapp sieben Wochen nach der Wahl der Verfassunggebenden Landesversammlung wurde das Land Baden-Württemberg am 25. April 1952 gegründet. Der Gründungsakt war eine Erklärung des direkt zuvor gewählten Ministerpräsidenten Reinhold Maier (FDP/DVP). Er sagte: „Meine sehr verehrten Abgeordneten. Gemäß § 14, Absatz 4, Satz 2 wird hiermit der Zeitpunkt der Bildung der vorläufigen Regierung auf den gegenwärtigen Augenblick, nämlich auf Freitag, den 25. April 1952, 12 Uhr 30 Minuten festgestellt. Mit dieser Erklärung sinngemäß § 11 des zweiten Neugliederungsgesetzes (sind) die Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem Bundesland vereinigt. (…)“[3] Dieser Moment war von tumultartiger Unruhe in der Versammlung überschattet, denn Reinhold Maier hatte die größte Fraktion, die CDU, bei der Koalitionsbildung übergangen.

Im neuen Bundesland bildeten zunächst FDP/DVP, SPD und BHE eine Regierungskoalition unter Reinhold Maier, der zuvor Ministerpräsident von Württemberg-Baden gewesen war. Am 7. Oktober 1953 wurde unter Gebhard Müller (CDU) eine Allparteienkoalition (ohne Beteiligung der KPD) gebildet. Müller war bis 1952 der Regierungschef von Württemberg-Hohenzollern (mit der Amtsbezeichnung „Staatspräsident“) gewesen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Baden-Württemberg 1952–2006. In: Lexikon Geschichte Baden-Württemberg. Abgerufen am 25. April 2013.
  2. Baden-Württemberg / Landesrecht BW Bürgerservice
  3. Politikthemen > Geschichtsdossiers bei der Landeszentralen für politische Bildung BW