Waddenhausen

Ortsteil von Lage (Lippe)

Waddenhausen ist ein Ortsteil der lippischen Stadt Lage in Nordrhein-Westfalen. Bis zur Eingemeindung nach Lage am 1. Januar 1970 war Waddenhausen eine selbstständige Gemeinde.[2]

Waddenhausen
Stadt Lage
Koordinaten: 52° 1′ 26″ N, 8° 45′ 52″ O
Höhe: 91 m ü. NHN
Fläche: 3,53 km²
Einwohner: 2223 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 630 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 32791
Vorwahl: 05232
Karte
Lage von Waddenhausen in Lage
Werresiek bzw. Waddenhauser See
Boulebahn auf dem neuen Dorfplatz
Dorfplatz mit Pavillon, Ehrenmal und Boulebahn. Der Dorfplatz wurde 2016/2017 von den Bürgern in Eigenleistung gebaut.
Die Friedhofshalle in Waddenhausen sollte 2017 abgerissen werden. Der Bürgertreff Waddenhausen e.V. und seine Mitglieder haben die Halle dann übernommen und im Mai 2017 mit der Sanierung begonnen.[1]

GeschichteBearbeiten

Der Name des Dorfes entstand aus dem altdeutschen Wort Vvadtenhuson, welches im Jahr 1070 das erste Mal auftauchte. Später entwickelte sich dieser Name zu Wadenhusen (1239) und zuletzt Waddenhausen (1550) weiter. Waddenhausen zählt zu den Urgemeinden und geht auf die ersten Ansiedlungen germanischer Stämme zurück.[3]

Es ist ein weitverbreitetes Irrtum, dass der Reinholdi-Markt auf Pottenhauser Grund stattfindet. In Wirklichkeit gehört das Grundstück, auf dem die Kirmes veranstaltet wird, zu Waddenhausen. Der Reinholdi-Markt findet am ersten Oktoberwochenende von Freitag bis Montag statt. Sollte der Tag der deutschen Einheit der vorige Donnerstag oder der folgende Dienstag sein, so wird auch dieser mit einbezogen. Es ist eine große Kirmes, bei der es jede Menge Fahrgeschäfte gibt, die traditionell jedes Jahr kommen.

Der „Reinholdi-Markt“ wird seit mehr als 75 Jahren dort abgehalten. Es begann mit einem „Luna-Park“, der vom Samstag, dem 13. bis Montag, dem 15. Oktober 1928 am Siekkrug von dem Wirt Reinhold Radtke veranstaltet wurde, um die Auslastung seiner Wirtschaft zu erhöhen.

Der Festplatz für den Reinholdi-Markt ist gegenüber dem Landgasthaus Siekkrug, welches seit 1601 besteht, zu finden. Der Siekkrug hingegen gehört zu Pottenhausen.

ReligionBearbeiten

Die evangelisch-reformierten Gläubigen in Waddenhausen gehören zur Kirchengemeinde in Sylbach.

BildungBearbeiten

In Waddenhausen gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten mit U-3-Betreuung.[4]

VerkehrBearbeiten

Direkt an der Stadtgrenze zu Bad Salzuflen liegt der Haltepunkt Sylbach der Bahnstrecke Herford–Altenbeken (KBS 405[5]). Er wird im Stundentakt von der RB 72 „Ostwestfalen-Bahn“ HerfordLageDetmoldAltenbekenPaderborn bedient. Wegen seiner Lage im Gebiet der Nachbarstadt ist er nur dem Tarifgebiet Bad Salzuflen zugeordnet; Tickets zum Stadttarif Lage haben also keine Gültigkeit für diese Bahnverbindung (umgekehrt ergibt sich daraus ein preiswerter Tarif für Fahrten nach Bad Salzuflen).

Waddenhausen ist stündlich durch eine Buslinie mit dem Stadtzentrum Lages und dem Bahnhof Oerlinghausen verbunden (zum Stadttarif).

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Hinter der örtlichen Grundschule befindet sich das kleinste Freibad des Kreises Lippe, die sogenannte "Pfütze".

VereineBearbeiten

In Waddenhausen gibt es mehrere Vereine, so den RSV Waddenhausen mit einem eigenen Lauf- und Radlertreff[6], den Bürgertreff Waddenhausen e.V. (Dorfgemeinschaft, Boulebahn, Dorfplatz und Friedhofshalle)[7] und die Kinder- und Jugendinitiative Waddenhausen e.V., die unter anderem das Freibad mit dem Spitznamen „Pfütze“ betreut.[8]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Reinhard Wilmbusse (* 1. Oktober 1932 in Waddenhausen; † 21. Februar 2014 in Lemgo) war ein deutscher Politiker und nordrhein-westfälischer Landtagsabgeordneter (SPD). Wilmbusse war von 1971 bis 1999 unter anderem Bürgermeister der Stadt Lemgo.
  • Ellen Stock (* 5. Juli 1966 in Lage) ist eine deutsche Politikerin und nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete. Sie ist wohnhaft in Waddenhausen.[9]

Teilnahmen an „Unser Dorf hat Zukunft“Bearbeiten

Waddenhausen nahm bereits zweimal am lippeweiten Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft teil. Im Jahr 2014 wurde Platz 25 von insgesamt 28 Platzierungen erreicht.[10] Drei Jahre später erzielte Waddenhausen Platz 11 von 18.[11] Der Fahrdienst „Sylbach kauft ein“, der auch auf Waddenhauser Gebiet stattfindet, erhielt einen Sonderpreis für „Innovative Mobilitätsideen für den ländlichen Raum“.[12]

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Brummermann: Erinnerungen an Waddenhausen. 2005.
  • Ilona Stehr: 'Bürgertreff Waddenhausen e.V.'. Ein Beispiel selbstorganisierter Freizeitkultur im Wohnumfeld. (= Freizeitpädagogik. Band 8/1986). 1986.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bürgertreff Waddenhausen e.V. rettet die Halle am Friedhof Waddenhausen. lippe-news.de, abgerufen am 20. Juli 2017.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 105.
  3. Sandra Castrup: Bürgertreff Waddenhausen setzt sichtbares Zeichen zur Ortsverschönerung. In: lz.de. 10. August 2015, abgerufen am 11. Juli 2017.
  4. Homepage Grundschule Waddenhausen, abgerufen am 21. April 2015.
  5. Der Sportverein aus Waddenhausen stellt sich vor. In: rsvwaddenhausen.de, abgerufen am 11. Juli 2017.
  6. Bürgertreff Waddenhausen In: bürgertreff-waddenhausen.de, abgerufen am 11. Juli 2017.
  7. Kinder- und Jugendinitiative Waddenhausen e. V. In: kiju-initiative.de, abgerufen am 11. Juli 2017.
  8. Ellen Stock: Über mich, letzter Aufruf: 2. Januar 2018
  9. Ergebnisse des 36. Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ In: kreis-lippe.de, 2014, abgerufen am 26. Juni 2017 (PDF; 74 kB).
  10. Ergebnisse „Unser Dorf hat Zukunft“ 37. Kreiswettbewerb Lippe In: kreis-lippe.de, 2017, abgerufen am 26. Juni 2017 (PDF; 39 kB).
  11. Sonderpreise Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017, Seite 2 In: kreis-lippe.de, abgerufen am 26. Juni 2017 (PDF; 72 kB).