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Wachstumszwang

Mechanismus, der es für Privathaushalte, Unternehmen oder einen Staat notwendig macht, ökonomisch zu wachsen.
Es ist umstritten, welche Bedeutung Wachstumszwänge für den Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts pro Kopf haben.

Wachstumszwang (englisch growth imperative) ist ein Begriff aus der Wirtschaftstheorie. Damit werden einerseits Mechanismen auf der Mikroebene bezeichnet, die es für Privathaushalte oder Unternehmen zwingend notwendig machen, Konsum oder Umsatz zu steigern, um die wirtschaftliche Existenz nicht zu gefährden. Auf der Makroebene beschreibt ein politischer Wachstumszwang Situationen, in dem Wirtschaftswachstum notwendig ist, um wirtschaftliche und soziale Instabilitäten zu vermeiden, so dass andere politische Ziele wie Klimaschutz oder eine Reduktion von Ungleichheit dem Wachstumsziel untergeordnet werden. Wachstumskritiker fordern in Anbetracht überschrittener planetarer Grenzen daher politische Maßnahmen, um Wachstumszwänge zu überwinden.

In den gängigen neoklassischen, keynesianischen und endogenen Wachstumstheorien wird nicht von einem Wachstumszwang ausgegangen[1][2] bzw. wird er explizit verneint wie von Robert Solow, dem Erfinder des Solow-Modells.[3] In der Neoklassik ist das Festhalten am Wirtschaftswachstum eine Frage der Nutzenmaximierung, einer Entscheidung zwischen heutigem und zukünftigem Konsum.[4] Andere soziologische und politische Theorien halten das Streben nach maximalem Profit, soziale Einflüsse, Kultur (Konformität) oder politische Ideologien für maßgeblich, die jedoch nicht als Zwang angesehen werden. Diskutiert werden mögliche Wachstumszwänge in der marxistischen Theorie und der Ökologischen Ökonomik sowie in politischen Debatten, wobei umstritten ist, ob und für wen ein Wachstumszwang vorliegt und welcher Mechanismus dafür verantwortlich wäre.[1]

Bedeutung und DefinitionenBearbeiten

Der Begriff des Wachstums (Expansion) bezieht sich einerseits in der Volkswirtschaftslehre bzw. der Wirtschaftspolitik auf das Wirtschaftswachstum (Makroökonomie), andererseits in der Betriebswirtschaftslehre auf das Unternehmenswachstum und in der Konsumsoziologie bzw. Haushaltstheorie auf die Steigerung des Konsums (Mikroökonomie).

Auf makroökonomischer bzw. politischer Ebene wird der Begriff des Wachstumszwangs von einigen Autoren verwendet, wenn es keine akzeptable politische Alternative zu wirtschaftlichem Wachstum gibt,[5] weil ausbleibendes Wachstum zu ökonomischer und sozialer Instabilität[6][7] bis hin zu „schweren ökonomischen Krisen“[8] führen würde. Die Alternative zu Wachstum wäre dann keine stabile stationäre Wirtschaft, sondern unkontrollierte Schrumpfung.[9][10] Die Konsequenzen eines Verzichts auf Wachstum wären dann derart inakzeptabel, dass Wachstum politisch alternativlos erscheint.

Dieses makroökonomische Phänomen muss laut Christoph Deutschmann allerdings auf der Mikroebene untersucht werden. Es gilt zu erklären, wie und warum die individuellen Akteure (Firmen, Konsumenten) handeln und wie dies mit den kollektiven Strukturen wechselwirkt.[11][12] Der Begriff eines sozialen Zwangs wird in den Sozialwissenschaften verwendet, wenn situationsbedingte Umstände[13] oder starker sozialer Druck[14] das Verhalten bestimmen.[1] Nach der marxistischen Theorie des „grow or die“ wird dieser Zwang dadurch hervorgerufen, dass ohne Wachstum die Firma im Wettbewerb nicht überleben kann.[15][16] Ähnlich spricht der Umweltökonom Hans Christoph Binswanger für Firmen erst dann von einem Wachstumszwang, wenn sie durch stetig sinkende Profite und letztendlich den Bankrott existentiell bedroht sind, in anderen Fällen verwendet er den schwächeren Begriff Wachstumsdrang.[9][17][18][19]:21 Oliver Richters und Andreas Siemoneit haben diese Definition verallgemeinert, dass der Begriff des Zwangs nur bei existentiellen Bedrohungen der Akteure gerechtfertigt sei, wenn nämlich physiologische oder soziale Grundbedürfnisse gefährdet sind, weil ein Verlust des Einkommens oder soziale Exklusion drohen.[1][20][21] Ein mikroökonomischer Wachstumszwang bestünde dann, „wenn ein Akteur ständig seine ökonomischen Anstrengungen erhöhen muss, um sein Einkommen zu sichern.“[22]

Mikroökonomische TheorienBearbeiten

FirmenBearbeiten

 
Das Kapital von Karl Marx enthält die erste, bis heute umstrittene Theorie eines Wachstumszwangs.

Als erster[1][4] Vertreter eines Wachstumszwangs gilt Karl Marx. Im Kapitalismus sei Nullwachstum nicht möglich, denn „Akkumulation ins Unendliche ist sein inneres Gesetz.“[23]

„Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.“

Unternehmenswachstum sei demnach notwendig, um das Überleben der Firma sicherzustellen („grow or die“[15][16]). Dementsprechend vertreten[1] einige Autoren die Position, der Wachstumszwang ließe sich nur durch die Überwindung marktwirtschaftlicher Strukturen entschärfen, bzw. durch die Zurückdrängung profitorientierter Unternehmen, die den Mehrwert für sich vereinnahmen.[15][16][25][26][27] Andere Autoren kritisieren diese marxistische Perspektive: Ein Unternehmen könne ohne Wachstum profitabel sein, wenn der positive Bilanzgewinn an die Eigentümer ausgeschüttet würde. Erst wenn der Jahresüberschuss dauerhaft thesauriert werden müsse, bestünde ein Wachstumszwang für Unternehmen.[1][28] Wenn ein Unternehmen betriebswirtschaftlich einen bilanziellen Gewinn ausweist, habe es im volkswirtschaftlichen Sinne noch keinen ökonomischen Gewinn erzielt, weil eine Eigenkapitalrendite und ein Unternehmerlohn daraus gezahlt werden müssten – der Gewinn stünde also gar nicht notwendigerweise für Wachstum zur Verfügung. Daher sei eine Marktwirtschaft mit profitorientierten Unternehmen durchaus mit Nullwachstum kompatibel, wie das auch in den Modellen der neoklassischen Theorie der Fall ist (→ Nullgewinnbedingung).[1][29][2]

 
Umstrittene Frage: Wird technischer Fortschritt primär durch Ideen oder Ressourcenverbrauch angetrieben?

Auf der Basis von Konzepten der Evolutionsökonomik verweisen wiederum andere Autoren darauf, dass Firmen durch ungünstige Rahmenbedingungen durchaus abhängig von Wachstum werden können.[30] Joseph A. Schumpeter[31] hatte die schöpferische Zerstörung beschrieben, in der die Existenz von Unternehmen gefährdet ist, die im Innovationswettbewerb nicht mithalten können. Daher ergebe sich die Notwendigkeit, in neue Technologien zu investieren und die Produktion auszudehnen[6][7][28][32] – welche Investitionen sich lohnen würden, sei aber nur unter Berücksichtigung der Wachstumstheorie zu verstehen.[1] Innerhalb der neoklassischen Wachstumsbuchhaltung ist weitgehend unumstritten, dass nur technischer Fortschritt und neue Kombinationen von Produktionsfaktoren dauerhaftes Wachstum von Unternehmen und des Pro-Kopf-Einkommens in Volkswirtschaften möglich machen.[2][33][34] Es ist aber seit Jahrzehnten umstritten,[1][35] welchen Beitrag die einzelnen Produktionsfaktoren zum Wachstum leisten: Während die endogene Wachstumstheorie die Rolle von Humankapital (Ideen, Bildung, Innovationen) hervorhebt,[36][37] betonen Vertreter der ökologischen Ökonomie bzw. Umweltökonomik die Bedeutung des Verbrauchs von Energie sowie natürlichen Rohstoffen, die häufig nichterneuerbar seien (z. B. fossile Energieträger).[38][39][40][41] Während aus der Humankapital-Perspektive kein ökologisch schädlicher Wachstumszwang entsteht, betont die Ressourcen-Perspektive, dass Rohstoffverbrauch für Firmen lukrativ ist, weil sie dadurch teure Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzen können. Daher investieren sie beständig in neue ressourcenintensive Technologien und das zur Entwicklung nötige Humankapital, wodurch der Ressourcenverbrauch steige und Fortschritte bei der Energieeffizienz kompensiere.[1][42]

Uneinigkeit herrscht außerdem, ob diese Abhängigkeiten auf Ebene des Unternehmens überwunden werden können – so dies denn von den Eigentümern bzw. dem Management gewünscht ist. Vorschläge umfassen neue Management-Praktiken, Änderungen der Produktpalette, Lieferketten und Vertriebswege,[6][43] sowie die Gründung von Solidar-Unternehmen, Kollektivunternehmen[27][2] und Genossenschaften.[44][45] Andere Autoren fordern institutionelle Lösungen: eine Reform des Aktienrechts, um den juristischen Zwang von Aktiengesellschaften zur Gewinnmaximierung zu überwinden,[46] eine Reform des Wettbewerbsrechts, um die Externalisierung auf Kosten der Gemeingüter zu verhindern,[47] oder eine institutionelle Begrenzung und Verteuerung des Ressourcenverbrauchs durch ökologische Steuerreform oder Emissionsrechtehandel (englisch Cap and Trade), damit technische Innovationen einen stärkeren Fokus auf Ressourcenproduktivität statt auf Arbeitsproduktivität setzen könnten.[1][32]

PrivathaushalteBearbeiten

 
Smartphone und Auto: freiwilliger Konsum oder eine notwendige Steigerung der eigenen Produktivität?

Ein Zwang für Privathaushalte, ihr Einkommen und ihre Konsumausgaben zu steigern, wird seltener diskutiert.[48][49] In der neoklassischen Haushaltstheorie versuchen Haushalte, ihren Nutzen zu maximieren, wobei sie im Gegensatz zur Profitmaximierung der Firmen keinen Marktzwängen unterliegen.[1] Daher wird hier nicht von einem Wachstumszwang ausgegangen, sondern von einer freien und individuellen Entscheidung zwischen heutigem und zukünftigem Konsum.[4] Diese „intertemporale Optimierung“ wird beispielsweise durch die Keynes-Ramsey-Regel abgebildet.[50] In der Konsumsoziologie gibt es diverse Theorien der Konsumgesellschaft, die den Einfluss sozialer Normen auf Konsumentscheidungen untersuchen. Beispiele sind der bereits 1899 von Thorstein Veblen in seinem Buch Theorie der feinen Leute[51] thematisierte Geltungskonsum oder der Positionswettbewerb, der von Fred Hirsch im Jahr 1976 im Buch Soziale Grenzen des Wachstums[52] beschrieben wurde. Einige Autoren vertreten die Position, dass der Vergleich mit anderen und die ungerechte Verteilung von Einkommen und Macht zu einem Wachstumszwang führen. Die Konsumenten müssten immer mehr arbeiten und konsumieren, um ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Teilhabe zu erreichen,[53] weil die wirtschaftlich Schwachen stigmatisiert werden.[54] Als Gründe für dieses Verhalten werden Angst und Ohnmacht, Schuld und Scham genannt.[55] Ob diese Theorien tatsächlich einen Zwang zur Steigerung des Konsums begründen können, ist aber umstritten, solange es nicht um die Existenzsicherung (beispielsweise wegen Arbeitslosigkeit) geht.[1][56]

Eine andere Argumentationslinie betrachtet bestimmte Konsumentscheidungen eher als Investitionen zur Steigerung der eigenen Produktivität.[48][49][57] Technische Produkte wie Fahrzeuge, Küchengeräte oder Smartphones dienten dazu, Zeit einzusparen und sich Möglichkeiten zu bewahren, ein Einkommen zu erzielen. Aus der Notwendigkeit, diese Güter zu erwerben, ließe sich ein Zwang ableiten, seine Konsumausgaben zu erhöhen, um nicht technisch und ökonomisch abgehängt zu werden.[1]

Makroökonomische TheorienBearbeiten

Politischer bzw. makroökonomischer WachstumszwangBearbeiten

Andreas Siemoneit stellt politische Auswege aus dem technologischen Wachstumszwang vor.[58]

Politisch wird Wirtschaftswachstum seit Jahrzehnten als wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel formuliert.[59][60] Beispiele sind das deutsche Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 oder der europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt von 1997. Diese Einstellung der Politiker wird von einigen wachstumskritischen Autoren als Dogma oder Ideologie kritisiert.[1][61]

Die Theorie eines politischen Wachstumszwangs geht hingegen davon aus, dass Wirtschaftswachstum notwendig ist, um wirtschaftliche oder soziale Instabilitäten zu verhindern.[1] Einige Autoren betonen, dass die Staatsfinanzen[62] oder Sozialversicherungssysteme wie die Arbeitslosigkeitsversicherung oder die Alterssicherung abhängig von Wachstum seien.[56][63] Raghuram Rajan sieht die Ursache insbesondere in den politischen Versprechungen der Sozialsysteme.[64] Als zentrales Problem wird die Arbeitslosigkeit identifiziert, die bei technischem Fortschritt und gleichzeitig ausbleibendem Wachstum auftreten würde (Okun’sches Gesetz).[1][65][66] So wird Wachstum oberhalb der Beschäftigungsschwelle immer wieder in politischen Debatten gefordert, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren.[67] Wachstumspolitik in Form von staatlichen Investitionen, aber auch über Anreize für private Investitionen, würde daher nicht wegen der persönlichen Wünsche der Politiker gefordert, sondern sie sei unerlässlich, um soziale Instabilitäten durch Massenarbeitslosigkeit zu verhindern.[1] Verschärft würde diese Situation durch internationalen Wettbewerb und Freihandel.[60]

Als Auswege werden das Umlenken der technologischen Entwicklung mit Hilfe von Ressourcensteuern diskutiert (ökologische Steuerreform, Emissionsrechtehandel),[1][22][42][46] aber auch eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung.[68][69][70] Zugleich wird eine gleichmäßigere Einkommensverteilung eingefordert, in dem entweder gegen die Privatisierung von Renten wie Bodenrente oder Ressourcenrente vorgegangen wird (→ Rentenökonomie),[1][71] oder aber ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert wird.[70]

Geldsystem und ZinskritikBearbeiten

 
Exponentielles Zinswachstum entsteht nur, wenn der Zinssatz konstant ist und alle Zinseinkünfte gespart werden.

Bereits seit langem[72] verorten einzelne Autoren vor allem aus dem deutschsprachigen Raum[73] einen makroökonomischen Wachstumszwang im Geldsystem, insbesondere in der Kombination aus Kreditgeld und Zinseszinseffekt. Dies führe zwangsläufig und systemimmanent zu einem exponentiellen Wachstum der Schulden und der verzinslichen Guthaben.[74][75][76] Diese Argumentation fußt letztlich auf dem „Josephspfennig“ als Beispiel für eine unmögliche exponentielle Entwicklung, woraus eine generelle Zinskritik abgeleitet wird und beispielsweise nach den Ideen der Freiwirtschaftslehre umlaufgesichertes Geld[72][77][78][79][80] oder ein Vollreserve-System[81] gefordert wird. Eine zweite Argumentationslinie geht auf Hans Christoph Binswanger, seinen Doktoranden Guido Beltrani[82] und seinen Sohn Mathias Binswanger[83][84][85] zurück. Sie argumentieren,[86] der „Geldschwund, der sich aus den Zinszahlungen an die Bank ergibt, ist wesentlich verantwortlich für den Wachstumszwang“.[87][88] In der „Wachstumsspirale“ ging Hans Christoph Binswanger von einem nötigen Mindestwachstum von 1,8 Prozent aus.[89][87] Mathias Binswanger ging 2009 von 0,45 Prozent Mindestwachstum aus, damit Unternehmen im Aggregat Gewinne erzielen können,[84] während er in seinem Buch „Der Wachstumszwang“ (2019) ein Mindestwachstum größer null angibt, damit die Unternehmen Gewinne thesaurieren können.[90][91]

Andere Autoren kritisieren die Ergebnisse von Beltrani sowie H. C. und M. Binswanger, sie seien auf Basis von inkonsistenten volkswirtschaftlichen Modellen hergeleitet und daher nicht valide (→ Stock-Flow Consistent Model).[86][92][93] In anderen Modellierungen einer Geldwirtschaft ergebe sich entweder gar kein Wachstumszwang oder nur für bestimmte Parameter in der Konsumfunktion.[27][86][94][95] Auch mit Verweis auf eine generelle Zinskritik argumentieren sie, für die Stabilität einer stationären Wirtschaft sei letztlich nicht der Zins, sondern die Sparquote entscheidend. Werden die Zinserträge vom Kreditgeber, also Bank oder Gläubiger der Bank, vollständig konsumiert, stehen diese auch wieder zur Tilgung zur Verfügung.[19][96][97] Ob ein stationärer Zustand erreicht werden könne, läge also an Sparentscheidungen derer, die Einkommen beziehen oder Vermögen besitzen.[19] Für Nullwachstum sei es dabei nötig, dass Sparen der einen durch Konsum aus bestehendem Vermögen der anderen ausgeglichen würde[86] (→ Lebenszyklushypothese). Auch sei Binswangers Annahme nicht begründet, dass die Banken trotz einer nicht mehr wachsenden Wirtschaft stets ihre Profite thesaurieren müssten.[86] Daher bestünde kein „inhärenter“ Wachstumszwang, sondern allenfalls sei Nullwachstum nicht möglich, wenn sich Akteure entscheiden, beständig Geldvermögen zu akkumulieren.[86][98]

In der neoklassischen Theorie und allen Spielarten, welche die Neutralität des Geldes bzw. die klassische Dichotomie voraussetzen, hat der Geldmarkt keine langfristigen Auswirkungen auf realwirtschaftliche Größen wie Wirtschaftswachstum. Ein monetärer Wachstumszwang ist hier bereits per Annahme ausgeschlossen.[73][98][99] Allerdings lehnen auch postkeynesianische Autoren, welche die Neutralität des Geldes bezweifeln, einen monetären Wachstumszwang ab.[95][100]

Politische Forderungen zur Überwindung von WachstumszwängenBearbeiten

Ob ein Wachstumszwang vorliegt und wie er überwunden werden kann, ist auch innerhalb der wachstumskritischen Bewegung umstritten.[1][30] Die Überwindung von Wachstumszwängen hat Eingang gefunden in die Forderungen des Netzwerks Wachstumswende,[101][102] der Internationalen Degrowth-Konferenzen[103][104] sowie eines Arbeitskreises von attac Deutschland.[105] Im September 2018 forderten mehr als 200 Wissenschaftler die Europäische Union zur Abkehr vom Wachstumszwang auf.[106] Im deutschen Parteienspektrum wurde die Forderung ins Grundsatzprogramm der Ökologisch-Demokratischen Partei Deutschlands[107] aufgenommen sowie für das Grundsatzprogramm von Bündnis 90/Die Grünen diskutiert,[108] grüne Politiker wie Reinhard Loske[109][110] oder Jürgen Trittin[111] fordern eine Überwindung von Wachstumszwängen. In einem Sondervotum zum Abschlussbericht der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität argumentierten die Sachverständigen Michael Müller, Uwe Schneidewind, Ulrich Brand, Norbert Reuter und Martin Jänicke sowie die Abgeordneten Hermann E. Ott und die Fraktion Die Linke, es müsse „die Frage beantwortet werden, ob ein Fortschritt, der innovativ und integrativ, sozial gerecht und ökologisch verträglich ist, ohne Wachstumszwang möglich ist.“[112]

LiteraturBearbeiten

Die erste Version dieses Artikels basiert auf:

  • Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Wachstumszwang – eine Übersicht. In: ZOE Discussion Papers. Nr. 3. ZOE. Institut für zukunftsfähige Ökonomien, Bonn Februar 2019 (zoe-institut.de [PDF]). hdl:10419/201503. CC-BY-SA 3.0.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Growth imperatives: Substantiating a contested concept. In: Structural Change and Economic Dynamics. Band 51, 2019, S. 126–137, doi:10.1016/j.strueco.2019.07.012. Preprint: Oldenburg Discussion Papers in Economics V-414-18, November 2018, hdl:10419/184870.
  2. a b c d Steffen Lange: Macroeconomics Without Growth: Sustainable Economies in Neoclassical, Keynesian and Marxian Theories. Metropolis, Weimar (Lahn) 2018, ISBN 978-3-7316-1298-8, S. 109–216.
  3. Robert Solow sagte in einem Interview: „There is nothing intrinsic in the system that says it cannot exist happily in a stationary state“. Zitiert nach: Steven Stoll: Fear of Fallowing: The specter of a no-growth world. In: Harper’s Magazine, März 2008, S. 88–94, steadystate.org, abgerufen am 27. Februar 2019. Deutsche Übersetzung nach Mathias Binswanger, Der Wachstumszwang, 2019, S. 39: „es gibt keinen intrinsischen Grund, weshalb eine Wirtschaft nicht glücklich in einem stationären Zustand verharren sollte.“
  4. a b c Myron J. Gordon, Jeffrey S. Rosenthal: Capitalism's growth imperative. In: Cambridge Journal of Economics. Band 27, Nr. 1, 2003, S. 25–48, doi:10.1093/cje/27.1.25.
  5. Gerhard Scherhorn: Der innere Zwang zum Wirtschaftswachstum. In: Bernd Biervert, Martin Held (Hrsg.): Die Dynamik des Geldes: Über den Zusammenhang von Geld, Wachstum und Natur. Campus, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-593-35461-3, S. 162 ff. „im Sinne einer Nichtwählbarkeit einer akzeptablen Alternative zum wirtschaftlichen Wachstum.“
  6. a b c Niko Paech: Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. oekom, München 2012, ISBN 978-3-86581-181-3.
  7. a b Niko Paech: Jenseits der Wachstumsspirale. Hrsg.: DFG-Kolleg Postwachstum Jena. 30. Mai 2013, S. 6 (kolleg-postwachstum.de [PDF]): „Wachstumszwänge [...] liefern Erklärungen dafür, warum moderne, zumal industriell arbeitsteilige Versorgungssysteme ohne Wachstum ökonomisch und sozial nicht zu stabilisieren sind.“
  8. Hans Christoph Binswanger, Paschen von Flotow (Hrsg.): Geld & Wachstum. Zur Philosophie und Praxis des Geldes. Weitbrecht, Stuttgart 1994, ISBN 978-3-522-71670-3, S. 8: „Sollte allerdings das permanente Wachstum ... eine Funktionsbedingung der Geldwirtschaft heutiger Prägung sein, dann könnte es zu schweren ökonomischen Krisen kommen, wenn wir an die Grenzen des Wachstums stoßen.“
  9. a b Hans Christoph Binswanger: Die Wachstumsspirale: Geld, Energie und Imagination in der Dynamik des Marktprozesses. Metropolis, Marburg 2006, ISBN 978-3-89518-554-0.
  10. Hans Christoph Binswanger: Wachstumszwang und Wachstumsdrang in der modernen Wirtschaft. In: Boris Woynowski u. a. (Hrsg.): Wirtschaft ohne Wachstum?! Notwendigkeit und Ansätze einer Wachstumswende. 2012, ISSN 1431-8261, S. 46–53 (Buch herunterladen [PDF]).
  11. Christoph Deutschmann: Ökonomie ohne Wachstumszwang: ein Wunschtraum? Transcript seines Vortrags am 24. April 2013 in der Ringvorlesung Postwachstumsökonomie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Abgerufen am 6. Februar 2019.
  12. Christoph Deutschmann: Moderne Ökonomie ohne Wachstumszwang: ein Wunschtraum? In: WSI-Mitteilungen. Band 7, 2014, S. 513–521, Zitat S. 515 (boeckler.de [PDF]): „Wir müssen ... zwischen der Ebene der Handlungen einerseits und der der kollektiven Strukturen andererseits unterscheiden. [...] Die Aufgabe ... liegt darin, die geplanten und ungeplanten Wechselbeziehungen zwischen beiden zu analysieren und zu zeigen, wie der Wachstumszwang als Aggregateffekt individueller Handlungen entsteht.“
  13. Nicholas Abercrombie, Stephen Hill, Bryan S. Turner: The Penguin dictionary of sociology. A. Lane, London 1984, ISBN 978-0-7139-1380-4, S. 45: „compelled [...] by situational circumstances, that is by the structure of society and not by individuals“
  14. Larry E. Sullivan (Hrsg.): The SAGE glossary of the social and behavioral sciences. SAGE Publications, London / Thousand Oaks, CA 2009, ISBN 978-1-4129-5143-2, S. 81: „placed under enormous social pressures“
  15. a b c Richard Smith: Beyond Growth or Beyond Capitalism. In: Real-world economics review. Band 53, S. 28–42 (paecon.net [PDF]).
  16. a b c John Bellamy Foster, Fred Magdoff: What every environmentalist needs to know about capitalism. In: Monthly Review. Band 61, Nr. 10, 2010, S. 1–30 (monthlyreview.org).
  17. Hans Christoph Binswanger: The Growth Spiral: Money, Energy, and Imagination in the Dynamics of the Market Process. Springer, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-31881-8, S. 119, doi:10.1007/978-3-642-31881-8.
  18. Irmi Seidl, Angelika Zahrnt: Argumente für einen Abschied vom Paradigma des Wirtschaftswachstums. In: Irmi Seidl, Angelika Zahrnt (Hrsg.): Postwachstumsgesellschaft: Konzepte für die Zukunft. Metropolis, Marburg 2010, ISBN 978-3-89518-811-4, S. 24.
  19. a b c Ferdinand Wenzlaff, Christian Kimmich, Oliver Richters: Theoretische Zugänge eines Wachstumszwangs in der Geldwirtschaft. In: ZÖSS Discussion Papers. Nr. 45. Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien, Hamburg 2014 (hdl:10419/103454).
  20. Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Wachstumszwänge: Ressourcenverbrauch und Akkumulation als Wettbewerbsverzerrungen. In: Frank Adler, Ulrich Schachtschneider (Hrsg.): Postwachstumspolitiken: Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft. oekom, München 2017, ISBN 978-3-86581-823-2, S. 169–182, insb. S. 170f. (hdl:10419/152267).
  21. Oliver Richters, Andreas Siemoneit: How imperative are the Joneses? Economic Growth between Individual Desire and Social Coercion. In: VÖÖ Discussion Papers. Nr. 4. Vereinigung für Ökologische Ökonomie, Heidelberg 2017 (hdl:10419/150539).
  22. a b Jonathan Barth, Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Wider den Wachstumszwang: Institutionelle Auswege aus einem sozialen und ökologischen Dilemma. In: Holger Rogall u. a. (Hrsg.): Jahrbuch Nachhaltige Ökonomie 2018/19. Metropolis, Marburg 2018, ISBN 978-3-7316-1339-8, S. 131–143 (ZOE Discussion Paper 1, hdl:10419/201501 [PDF]).
  23. Joachim Radkau: Wachstum oder Niedergang: ein Grundgesetz der Geschichte? In: Irmi Seidl, Angelika Zahrnt (Hrsg.): Postwachstumsgesellschaft: Konzepte für die Zukunft. Metropolis, Marburg 2010, ISBN 978-3-89518-811-4, S. 37–52.
  24. Karl Marx: Das Kapital, Band 1. In: Marx-Engels-Werke. Nr. 23. Dietz, Berlin 1965, S. 618 (mlwerke.de).
  25. Frederik Berend Blauwhof: Overcoming accumulation: Is a capitalist steady-state economy possible? In: Ecological Economics. Nr. 84, Dezember 2012, S. 254–261, doi:10.1016/j.ecolecon.2012.03.012.
  26. Athanasios Karathanassis: Kapitalistische Naturverhältnisse. Ursachen von Naturzerstörungen – Begründungen einer Postwachstumsökonomie. VSA-Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-89965-623-7.
  27. a b c Giorgos Kallis, Vasilis Kostakis, Steffen Lange, Barbara Muraca, Susan Paulson, Matthias Schmelzer: Research On Degrowth. In: Annual Review of Environment and Resources. Band 43, Nr. 1, 2018, S. 291–316, doi:10.1146/annurev-environ-102017-025941.
  28. a b Philip Lawn: Is steady-state capitalism viable?: A review of the issues and an answer in the affirmative. In: Annals of the New York Academy of Sciences. Band 1219, Nr. 1, Februar 2011, S. 1–25, doi:10.1111/j.1749-6632.2011.05966.x.
  29. Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Marktwirtschaft reparieren: Entwurf einer freiheitlichen, gerechten und nachhaltigen Utopie. oekom, München 2019, ISBN 978-3-96238-099-1, S. 49–59.
  30. a b Oliver Richters: Analyse: Konfliktlinien und politische Ziele im wachstumskritischen Diskurs. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen. Band 31, Nr. 4, 2018, S. 80–84, doi:10.1515/fjsb-2018-0085.
  31. Joseph A. Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Francke, München 1980, ISBN 978-3-7720-1298-3.
  32. a b Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Marktwirtschaft reparieren: Entwurf einer freiheitlichen, gerechten und nachhaltigen Utopie. oekom, München 2019, ISBN 978-3-96238-099-1, S. 96–116.
  33. Charles Hulten: Growth Accounting. In: NBER Working Paper. w15341, 2009, doi:10.3386/w15341.
  34. Olivier J. Blanchard, Gerhard Illing: Makroökonomie. 6. Auflage. Pearson, Hallbergmoos 2014, ISBN 978-3-86894-191-3, Kapitel 12.
  35. David I. Stern: Energy-GDP Relationship. In: The New Palgrave Dictionary of Economics. Palgrave Macmillan UK, London 2015, ISBN 978-1-349-95121-5, doi:10.1057/978-1-349-95121-5_3015-1.
  36. Charles I. Jones: Growth and Ideas. In: Philippe Aghion, Steven N. Durlauf (Hrsg.): Handbook of Economic Growth. Band 2. Elsevier, 2005, ISBN 978-0-444-52043-2, S. 1063–1111, doi:10.1016/S1574-0684(05)01016-6.
  37. Shervin Rosen: Human Capital. In: The New Palgrave Dictionary of Economics. Palgrave Macmillan UK, London 2008, ISBN 978-1-349-95121-5, doi:10.1057/978-1-349-95121-5_743-2.
  38. Reiner Kümmel: The Second Law of Economics: Energy, Entropy, and the Origins of Wealth. Springer, New York / Dordrecht / Heidelberg / London 2011, ISBN 978-1-4419-9365-6.
  39. Reiner Kümmel, Dietmar Lindenberger: How energy conversion drives economic growth far from the equilibrium of neoclassical economics. In: New Journal of Physics. Band 16, Nr. 12, Dezember 2014, 125008, doi:10.1088/1367-2630/16/12/125008.
  40. Robert U. Ayres, Benjamin Warr: The economic growth engine: how energy and work drive material prosperity. Edward Elgar, Cheltenham, UK / Northampton, MA 2009, ISBN 978-1-84844-595-6.
  41. Ilhan Ozturk: A literature survey on energy–growth nexus. In: Energy Policy. Band 38, Nr. 1, Januar 2010, S. 340–349, doi:10.1016/j.enpol.2009.09.024.
  42. a b Jürgen Grahl, Reiner Kümmel: Das Loch im Fass – Energiesklaven, Arbeitsplätze und die Milderung des Wachstumszwangs. In: Forum Wissenschaft & Umwelt (Hrsg.): Nachhaltiges Wachstum? (= Wissenschaft und Umwelt Interdisziplinär. Nr. 13). 2009, S. 195–212 (fwu.at [PDF]).
  43. André Reichel: Betriebswirtschaftliche Perspektiven. Das Ende des Wirtschaftswachstums, wie wir es kennen. In: Ökologisches Wirtschaften. Nr. 1, 2013, S. 15–18, doi:10.14512/oew.v28i1.1262.
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  50. Olivier J. Blanchard, Stanley Fischer: Lectures on Macroeconomics. MIT Press, Cambridge 1989, ISBN 0-262-02283-4, S. 41–43.
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  72. a b Werner Onken: Gerechtes Geld – gerechte Welt: Auswege aus Wachstumszwang und Schuldenkatastrophe: 1891–1991. 100 Jahre Gedanken zu einer natürlichen Wirtschaftsordnung. Verlag für Sozialökonomie, Lütjenburg 1992, ISBN 978-3-87998-433-6.
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  81. Joshua Farley, Matthew Burke, Gary Flomenhoft, Brian Kelly, D. Forrest Murray, Stephen Posner, Matthew Putnam, Adam Scanlan, Aaron Witham: Monetary and Fiscal Policies for a Finite Planet. In: Sustainability. Band 5, Nr. 6, Juni 2013, S. 2802–2826, doi:10.3390/su5062802.
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  86. a b c d e f Oliver Richters, Andreas Siemoneit: Consistency and Stability Analysis of Models of a Monetary Growth Imperative. In: Ecological Economics. Band 136, Juni 2017, S. 114–125, doi:10.1016/j.ecolecon.2017.01.017. Preprint: VÖÖ Discussion Paper 1, Februar 2016, hdl:10419/144750.
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  88. Mathias Binswanger: Is there a growth imperative in capitalist economies? a circular flow perspective. In: Journal of Post Keynesian Economics. Band 31, Nr. 4, 2009, S. 707–727, doi:10.2753/PKE0160-3477310410: „a portion of banks’ income is not put back into circulation but is used to increase banks’ capital“, which is „crucial for establishing the growth imperative“ (S. 712–3).
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  94. Tim Jackson, Peter Victor: 'Does credit create a ‘growth imperative’? A quasi-stationary economy with interest-bearing debt. In: Ecological Economics. Band 120, Dezember 2015, S. 32–48, doi:10.1016/j.ecolecon.2015.09.009. Preprint: PASSAGE Working Paper 15/01. Guildford: University of Surrey.
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  96. Ferdinand Wenzlaff, Christian Kimmich, Thomas Koudela, Oliver Richters, Christoph Freydorf, Ludwig Schuster: Wachstumszwang in der Geldwirtschaft – Theoretische Überlegungen. Denkwerk Zukunft, Berlin 2012 (denkwerkzukunft.de [PDF]).
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  98. a b Sebastian Strunz, Bartosz Bartkowski, Harry Schindler: Is there a monetary growth imperative? In: Peter A. Victor, Brett Dolter (Hrsg.): Handbook on growth and sustainability. Edward Elgar, Cheltenham 2017, ISBN 978-1-78347-356-4, S. 326–355, doi:10.4337/9781783473564.00024. Preprint: UFZ Discussion Papers 5/2015, hdl:10419/108971.
  99. Mathias Binswanger: Der Wachstumszwang: Warum die Volkswirtschaft immer weiterwachsen muss, selbst wenn wir genug haben. Wiley-CVH, Weinheim 2019, ISBN 978-3-527-50975-1.
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  113. Rezensionen: Benedikt Fehr: Zwang und Drang. In: Frankfurter Allgemeine, 12. März 2007; Niko Paech in: Zeitschrift für Sozialökonomie 152, April 2007, S. 29–30 (sozialoekonomie-online.de).