Württembergischer Christusbund

Der Württembergische Christusbund (bis Ende 2011 Württembergischer Brüderbund[2]) ist ein christlicher Gemeinschaftsverband[3] innerhalb der evangelischen Kirche in der Form eines freien Werkes.[4] Die Rechtsform des Christusbundes ist die eines eingetragenen Vereins. Zentrale Veranstaltung jeder Ortsgruppe ist der Gemeinschaftsgottesdienst (früher „Gemeinschaftsstunde“).

Württembergischer Christusbund e. V.
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Zweck Stärkung des christlichen Lebens in Baden-Württemberg
Vorsitz: Matthias Köhler (1. Vors.)[1]
Gründungsdatum: Beginn des 20. Jahrhunderts
Sitz: Friolzheim, Deutschland
Website: www.christusbund.de

ArbeitsweiseBearbeiten

Der Württembergische Christusbund engagiert sich vor Ort in der christlichen Gemeindearbeit mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit. Die Arbeit wird vor allem durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen, die von einigen angestellten Jugendreferenten und Gemeinschaftspastoren unterstützt werden. Zudem bietet der Württembergische Christusbund über einen "Leuchtfeuer"[5] genannten Katalog jährlich rund 100 christliche Freizeiten und Reisen an. Dazu hat der Christusbund eigene Freizeitheime in Friolzheim, Pellworm (Nordsee), Allgäu (am Forggensee und in Oberstdorf), Kärnten (Schlossvilla Kantor am Millstätter See)[6] und Kroatien. Deren Bewirtschaftung erfolgt durch hauptamtlich angestellte Mitarbeiter zusammen mit jungen Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst leisten. Seit den 1960er Jahren veranstaltet der Christusbund für seine ehrenamtlichen Mitarbeiter und andere Interessierte eine theologische und geistliche Schulung in Form von einwöchigen Kurzbibelschulen, die meist um die Jahreswende stattfinden.

GlaubensgrundlageBearbeiten

Der Württembergische Christusbund arbeitet auf der theologischen Grundlage der Evangelischen Allianz. Die Irrtumslosigkeit der Bibel, eine entsprechende Verkündigung der christlichen Botschaft sowie das Gebet sind den Mitgliedern von zentraler Bedeutung.[7] Der Christusbund und seine Ortsverbände sind als pietistische Gruppierung innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg anerkannt. Beispielsweise gratulierte der Regionalbischof von Ulm und spätere Landesbischof Gerhard Maier dem Ortsverband Berghülen zu dessen 70. Jubiläum mit den Worten: „Ich wünsche ihm (dem Württ. Christusbund Berghülen) die lebendige Dankbarkeit für das, was Gott an den Generationen vor uns getan hat. Ich wünsche ihm die ständige Verwurzelung in der göttlichen Heilsgeschichte, die uns Gottes Wort enthüllt. Und schließlich wünsche ich ihm, daß er eine missionarische, von der Liebe zu Gott und den Menschen bestimmte Jüngergruppe bleibt.“[8]

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1878 gründete sich in Lissa bei Posen der evangelische „Reichsbrüderbund“. Entscheidend beeinflusst und geprägt wurde der Gemeinschaftsverband in der Phase seiner Entstehung durch Johannes Seitz[9] aus Neuweiler im Schwarzwald, der örtliche Bibelkreise zu einem „Brüderbund“ organisiert hatte.[10] Der Brüderbund verbreitete sich zunächst im ostdeutschen Raum. Man nannte sich Reichsbrüderbund, weil man an die baldige Wiederkunft Jesu Christi zur Aufrichtung seines Königreichs glaubte. 1933 gab es eine politisch erzwungene Neuformierung. Damals entstand im Remstal der „Württembergische Brüderbund“, der in den übergeordneten Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband aufgenommen wurde.[11] Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Württemberger Brüderbund die Tradition der Ostbünde.

1934 wurden Bußtagskonferenzen begonnen, deren Tradition seit 1995 als „Christustreff“ fortgeführt wird, wegen des Wegfalls des gesetzlichen Feiertags aber auf einen Sonntag verlegt wurde.[12]

LeitungBearbeiten

Die Theologische Leitung des Gemeinschaftsverbandes wird vom Vorsitzenden, Matthias Köhler und seinem Stellvertreter Klaus Eberwein wahrgenommen.[13] Bekannte Vorsitzende waren u. a. Friedrich Hänssler[14], der Leiter des gleichnamigen evangelischen Verlagshauses, sowie Pfarrer Dr. Heiko Krimmer.

VerbreitungBearbeiten

Organisatorisch ist der Verband heute in sechs Bezirke (geografisch geordnet) aufgeteilt:

  • Enz
  • Filder
  • Remstal
  • Schönbuch-Alb
  • Schwarzwald
  • Teck

OrtsgemeinschaftenBearbeiten

Die einzelnen Ortsgemeinschaften mit zehn bis 200 Gottesdienstbesuchern sind selbständig, engagieren sich aber auch in gemeinsamen bezirklichen Aufgaben. Beispielsweise organisieren sie gemeinsam christliche Konzerte, Mitarbeiterschulungen, Evangelisationen, Jugend- und Frauentreffs, Männervesper und Teestuben. Dazu kommen größere Veranstaltungen, die der Gesamtverband organisiert, wie jährliche Bezirks- und Verbandskonferenzen, das in den frühen 1950er Jahren durch Friedrich Hänssler initiierten Jugendtreffen „dynamis“[15] und die Jahreskonferenz "Christustreff". Heute gehören zum Württembergischen Christusbund Gemeinschaften in 52 Dörfern und Städten.[16]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Württembergischer Christusbund mit neuem Vorsitzenden, idea-pressedienst.de, Meldung vom 31. März 2014.
  2. Württembergischer Christusbund. Abgerufen am 22. Oktober 2011.
  3. Gnadauer Verband Gemeinschaftsverbände. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. Dezember 2010; abgerufen am 13. Juli 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gnadauer.de
  4. Unternehmen aus Deutschland Württ. Brüderbund. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  5. Württ. Brüderbund Leuchtfeuer. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  6. Freizeitheim Schlossvilla — Millstätter See. In: christusbund.de. Abgerufen am 4. August 2017.
  7. Württ. Brüderbund: Wir stellen uns vor. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  8. Festschrift vom 70.Jubiläum unserer Gemeinschaft (WBB Berghülen) Textauszug aus dem Berghüler Heimatbuch. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 30. Dezember 2013; abgerufen am 15. Juli 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wbb-berghuelen.de
  9. Max Runge: Stimmen der Väter, S. 98
  10. Werner Spieth: Johannes Seitz. Gemeinschaftsbrief, Württembergischer Brüderbund, Bezirk Filder e. V.: 1989–1992, Nr. 31, S. 7
  11. Johannes Seitz: Erinnerungen und Erfahrungen
  12. Gemeinden sollen „nicht zu Clubs denkfauler Frömmler verkommen“, idea.de, Meldung vom 18. Oktober 2015.
  13. Christusbund hat wieder einen theologischen Leiter, idea.de, Meldung vom 17. Juli 2015.
  14. Hänssler leitete 22 Jahre den Württembergischen Brüderbund, ead.de, Meldung vom 6. März 2012.
  15. dynamis4u Dynamis Jugendtreffen. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  16. http://www.wbb-online.de/wbbgemeinden/wogibt.asp Liste der Gemeinschaften des WBB.