Voortrekker

burische Bewohner der Kapregion, die im Grossen Treck auswanderten

Voortrekker (Afrikaans/Niederländisch „Pionier“) sind die burischen Bewohner der Kapregion, die nach der britischen Annexion der Kapkolonie ab 1835 im Großen Treck in Richtung Nordosten auswanderten.[1]

Die Voortrekker, Gemälde von G. S. Smithard und J. S. Skelton, 1909
Das Voortrekkerdenkmal in Pretoria
Voortrekker-Flagge

GeschichteBearbeiten

Zu den Auslösern des Trecks gehörten das offizielle Verbot der Sklaverei durch die Briten, das vielen Buren der Kapkolonie die Existenzgrundlage entzog, sowie die Abschaffung von Niederländisch als Amtssprache und Niederländisch und Afrikaans als Gerichtssprache,[2] obwohl die meisten Buren die englische Sprache nicht beherrschten. Von 1835 bis 1841 wanderten etwa 12.000[3] Buren ins Landesinnere, um sich neues Farmland zu suchen. Diese Volkswanderung wurde als Großer Treck bezeichnet und die beteiligten Buren als Voortrekker. Die Voortrekker gründeten im Nordosten des heutigen Südafrikas die Burenrepubliken (Transvaal, Oranje-Freistaat, Natalia und einige weitere kleinere Staaten).[4][5]

Nach diesen historischen Pionieren wurde die südafrikanische Jugendorganisation Voortrekkers benannt.

Bis etwa 1880 war statt Voortrekker das Wort Trekker üblich.[6]

Die JerusalemgangersBearbeiten

Bei einer von Johan Adam Enslin geführten Gruppe von Voortrekkern verband sich der Widerstand gegen die Briten mit der calvinistisch begründeten Überzeugung, einem von Gott erwählten Volk anzugehören, zu der Entscheidung, quer durch Afrika nach Jerusalem zu ziehen. Doch mehr als die Hälfte der Jerusalemgangers (‚Jerusalemgeher‘), darunter auch Enslin selbst, erlagen 1852 der Malaria.[7] Danach zerstreuten sich die Jerusalemgangers.

LiteraturBearbeiten

  • Bernhard Voigt: Die Vortrecker, Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1934.

WeblinksBearbeiten

Commons: Voortrekker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsch: Geschichte der Briten und Buren in der Kapkolonie
  2. Oliver Ransford: The Great Trek. Readers Union, 1972, ISBN 0719526256, S. 10–18.
  3. Christoph Marx: Im Zeichen des Ochsenwagens: der radikale Afrikaaner-Nationalismus in Südafrika und die Geschichte der Ossewabrandwag. LIT, Münster 1998, ISBN 3825839079, S. 1. Auszüge bei books.google.de
  4. Geschichte der Buren, Britannica, abgerufen am 10. Januar 2018
  5. Auszug bezüglich der aktuellen Zahl der Voortrekker, aus dem Buch: Voortrekkerstamouers 1835–1845, von Jan C. Visagie online
  6. The Battle of Blood River bei liberationheritage.co.za (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive) (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2015
  7. Hendrik Bosman: The „Jerusalemgangers“ as an Illustration of Resistance against the British Empire and Nineteenth Century Biblical Interpretation in Southern Africa. In: Carly Crouch, Jonathan Stökl (Hrsg.): In the Name of God. The Bible in the Colonial Discourse of Empire (= Biblical Interpretation Series, Bd. 126). Brill, Leiden 2013, ISBN 978-900-425-8334, S. 151–168.